Die erfundene Antike – von Eugen Gabowitsch

Bild oben: Das Amphitheater in Pompeij Auch bei den Gelehrtesten und Vornehmsten wie Luciano und Apulejo, ebenso bei Herodoto, dem […]

Bild oben: Das Amphitheater in Pompeij

Auch bei den Gelehrtesten und Vornehmsten wie Luciano und Apulejo, ebenso bei Herodoto, dem Großvater der Historien-Schreiber, bei Theopompo, wie Cicero sagt, sind unzählige Fabeln zu finden und ihre Bücher voll mit Lügen.

aus EFODON-SYNESIS Nr. 6/2006 von Eugen Gabowitsch

Die meisten historischen Begriffe entstehen nicht während der Epoche, die sie bezeichnen, sondern viel später im Prozess der Festigung der historischen Dogmen. Die Tatsache, dass die meisten Historiker nicht einmal genau wissen, wann diese Begriffe und von wem eingeführt wurden, führt zur fast totalen Unwissenheit darüber bei der breiten Leserschaft der historischen Werke, also bei der überwiegenden Masse der Bevölkerung. Dies allein macht bereits das ganze konventionelle Bild der Vergangenheit, was seine Wahrhaftigkeit betrifft, sehr verdächtig.
So ist das Wort Renaissance in der englischen Sprache erst seit 1845 bekannt! Und hat bestimmt nicht blitzschnell nach der Erfindung die ganze Welt der Geschichtsschreibung erobert.
Soll das bedeuten, dass die meisten Humanisten noch keine Gedanken über die Wiederbelebung der altgriechischenund altrömischen Kultur machten, oder- was noch wahrscheinlicher ist – sie diese Kultur als eine noch vorhandene oder noch vor kurzer Zeit existierende ansahen? Dass sie sich einfach für alte Schriftsteller und Bildhauer interessierten? Wobei das Wort „alt“ alles Mögliche bedeuten kann: Man wird auch nach ca. 50 Jahren sehr alt.

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