Die gefälschte Chronologie des chinesischen Altertums

China: wie entstand und wie richtig ist die Chronologie des chinesischen Altertums. Nach N.A.Morozow mit Berücksichtigung der Nachforschungen von G.V.Nosovski […]

China: wie entstand und wie richtig ist die Chronologie des chinesischen Altertums.
Nach N.A.Morozow mit Berücksichtigung der Nachforschungen von G.V.Nosovski und A.T.Fomenko
– von Eugen Gabowitsch, Karlsruhe

Die chinesische Geschichte zählt mindestens sieben Jahrtausende (davon ca. 2,500 Jahre ohne Chronologie) – behaupten die Geschichtsbücher, die den Chinesen beachtliche technische und wissenschaftliche Leistungen, sowie zahlreiche bahnbrechende Erfindungen (Kompaß und Schießpulver, Papier und Buchdruck, Fernrohr und Seide, abgesehen vom vermutlich wirklich in China erfundenen Porzellan) zuschreiben. Wie sicher sind unsere Kenntnisse darüber? Was sagen uns die astronomischen Überlieferungen?

Wenige plausiblen astronomischen Überlieferungen. Diese Frage stellte Nikolaj Morozow im Band 6 von “Christus” und er kam zu folgenden Schlüssen:
1. Die chinesische Astronomie hatte (entgegen allen Behauptungen) nie einen hohen Niveau gehabt. Die chinesischen astronomischen Überlieferungen sind zahlreich, aber unglaubwürdig und darum kaum benutzbar:

  • Kometenlisten beinhalten unglaubwürdig viele Angaben und wurden vermutlich in sehr späten Zeiten (17.-19. Jh.) “vervollständigt”,
  • – die Angaben zu Mond- und Sonnenfinsternissen sind zu ungenau,
  • – mit einer Ausnahme (s. unten P. 3) fehlen Horoskope; diese Ausnahme führt aber zu einer starken Korrektur der traditionellen chronologischen Vorstellungen.

2. Die chinesische Zeitzählung nach 60-jährigen Saturm-Jupiter Zyklen konnte erst im Jahr 1323 n. Chr. entstehen (und nicht im Jahr 2637 v. Chr., wie angenommen wird): in diesem Jahr vereinten sich die Positionen dieser Planeten zum dritten Mal hintereinander. Diese Vereinigung wiederholte sich bis 1623 und Morozow mein, daß das Jahr 1563 mit größter Wahrscheinlichkeit den richtigen Beginn dieser “altchinesischen” Zeitzählung präsentiert.
Um die ganze chinesische Geschichte (oder das, was für diese gehalten wurde) mit solchen Zyklen zu bedecken, wurden 70 weitere Zyklen in der Vergangenheit postuliert. In Wirklichkeit benutzten die Chinesen diese Zyklen vor 1563 nicht. So entstand der künstliche “Anfang” der chinesischen Geschichte im Jahr 1563-60×70=2637 v. Chr.
3. Die chinesische Tradition kennt einen Kaiser (zwischen 2513 und 2436 v. Chr.), der als Enkel des Kaisers Twang (des “Gelben Kaisers”), des “Erfinders” der gerade erwähnten chinesische Zeitzählung nach 60-jährigen Saturn-Jupiter Zyklen, bekannt ist und in deren Zeit – laut Überlieferung – alle fünf Planeten den Pegasus Sternen Alfa und Beta sich stark genähert haben. Die Berechnungen Morozows zeigten, daß dieses Ereignis zwischen 2513 und 2436 v. Chr. nicht stattgefunden hat und zum ersten Mal danach am 9. Februar 1315 in einer sehr eindrucksvollen Form zu beobachten war.
Diese zwei Datierungen, sowie verschiedene andere Beobachtungen (Angebliche Büchervernichtungen durch chinesische Kaiser, Ähnlichkeit der chinesischen historischen Überlieferungen mit solchen aus Europa, s. auch unten) brachten Morozow zum Schluß, daß es keine chinesischen Geschichtsbücher aus der Zeit vor katholischen Missionarstätigkeit in China gibt.
Nach einer ausführlichen Analyse der chinesischen astronomischen Überlieferungen kam Morozow im Band 6 von “Christus” zum Schluß, daß diese Aufzeichnungen zum großen Teil Kompilationen aus europäischen Quellen des 16.-18. Jh. darstellen. Auch das Fehlen der jeglichen Aufzeichnungen von astronomischen Geräten in den chinesischen astronomischen Büchern ist für ihm ein Zeichen dafür, daß in Wirklichkeit die Chinesen keine eigene Astronomie besaßen (und auch kein Fernrohr erfunden haben).

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