Die verruchten Methoden der westlichen Imperialisten im Nahen Osten

„Die amerikanische Version der Kolonie ist die Militärbasis.“ Chalmers Johnson vom Fassadenkratzer – 21. Juli 2017 Ohne die Kenntnis der […]

Die amerikanische Version der Kolonie ist die Militärbasis.“
Chalmers Johnson

vom Fassadenkratzer – 21. Juli 2017

Ohne die Kenntnis der historischen Hintergründe des Wirkens der früheren westlichen Kolonial-Imperien und des modernen Imperiums der USA im Nahen Osten sind die heutigen Vorgänge dort nicht voll zu verstehen. Kolonialismus und moderner Imperialismus zogen und ziehen eine gewaltige Blutspur von Unterdrückung und Ausbeutung, Raub und Mord größten Ausmaßes hinter sich her. Gewohnheit und die Vertuschungsphrasen von „Verbreitung westlicher Werte“ und „humanitärer Intervention“ verdrängen die ungeheure moralische Verworfenheit und verbrecherische Skrupellosigkeit der Imperialisten aus dem Bewusstsein der Menschen.

Früher konnte man das Ausmaß des Imperialismus eines Staates an der Anzahl der Kolonien messen. „Die amerikanische Version der Kolonie ist die Militärbasis“, schrieb der US-Politologe Chalmers Johnson. „Indem man die weltweite Verteilung unserer Militärbasen verfolgt, kann man viel über unseren stets anwachsenden imperialen Fußabdruck lernen, wie auch über die Militarisierung der Politik, welche damit einhergeht.“

Nach Wikipedia unterhielten die USA im Jahr 2008 nach eigenen Angaben 761 Militärbasen im Ausland. Die Gesamtzahl der Stützpunkte sei jedoch höher, da verschiedene Basen, etwa im Irak und in Afghanistan, und solche, auf denen derzeit keine Soldaten stationiert sind, in dieser Statistik nicht enthalten seien. Experten schätzten im Jahr 2004 die Gesamtzahl der jederzeit einsatzbereiten Stützpunkte auf ungefähr 1000. Hinzuzählen muss man die mobilen Stützpunkte der z. Zt. 15 großen Flugzeugträger, die je bis zu 90 Flugzeuge oder Hubschrauber tragen und von denen in Krisengebieten ständig einige unterwegs sind.

Zur Entstehung der postkolonialen Staaten im Nahen Osten

Im 19. Jahrhundert gehörten der Nahe Osten und Nordafrika noch zum Osmanischen Reich, das jedoch aus innerer Schwäche immer mehr die Kontrolle verlor. Tatsächlich kontrollierten die Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich bereits weite Teile der Region. Frankreich hatte Marokko, Algerien und Tunesien erobert, England Zypern erworben und die Kontrolle über Ägypten und den Suezkanal erlangt. Nachdem sich das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg mit den Mittelmächten verbündet hatte, stachelten die Briten die Araber zum Aufstand gegen ihre jahrhundertelangen Zwingherren auf und versprach ihnen als Gegenleistung die Bildung eines arabischen Großreiches. Doch insgeheim teilten bereits 1916 die siegessicheren Briten und Franzosen in Erwartung des endgültigen Zusammenbruches des Ostmanischen Reiches den Nahen Osten unter sich auf, und unter dem Motto „Teile und herrsche“ wurde in der Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 das Wohlwollen der britischen Regierung für eine jüdische Heimstatt in Palästina erklärt.

Die Nachkriegskonferenz von San Remo 1920 besiegelte diese geheime koloniale Neuordnung: Die Franzosen erhielten das heutige Syrien und den Libanon, die Briten den Irak, Jordanien und Palästina.

„Dabei wurden die heutigen Staatsgrenzen weitgehend festgelegt, überwiegend mit Hilfe des Lineals ohne Berücksichtigung gegebener ethnischer oder religiöser Verhältnisse und selbstverständlich ohne Rücksprache mit der einheimischen Bevölkerung.“ 2Sykes-Picot-Agreement-of-1916

Dem kolonialen Imperialismus ging es immer um die Ausbeutung der unterworfenen Länder, insbesondere ihrer Bodenschätze, zu denen sich Anfang des 20. Jahrhunderts die Entdeckung des Erdöls gesellte. 1908 fanden Briten im Südwesten Irans das erste Erdöl im Nahen Osten, das von der neu gegründeten Anglo-Persian Oil Company gefördert wurde. Sie war in britischem Besitz und lieferte nur einen geringen Anteil der Gewinne an den iranischen Staat ab. Britische Pläne, aus dem Iran ein britisches Protektorat zu machen und uneingeschränkt das Erdöl auszubeuten, scheiterten jedoch trotz der z.T. chaotischen innenpolitischen Zustände.

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