„Humanitäre“ Abzocke in NRW: Heimbetreiber kassiert bis 9500 Euro pro Migrant

Ein Bett in einem Zeltlager oder einer Halle so teuer wie Urlaub in einem Luxushotel: Der „Bild“-Zeitung liegen Verträge der […]

Ein Bett in einem Zeltlager oder einer Halle so teuer wie Urlaub in einem Luxushotel: Der „Bild“-Zeitung liegen Verträge der Stadt Essen mit Deutschlands größtem Betreiber für Asylunterkünfte, European Homecare (EHC), vor. Diese zeigen, dass der Heimbetreiber monatlich immense Summen vom Steuerzahler kassierte.

von Sputnik

Schon im vergangenen Sommer habe das Blatt beim Essener Bürgermeister Einsicht in Unterlagen und Verträge mit dem Flüchtlingsheimbetreiber European Homecare beantragt. Nachdem die Stadt jedoch Papiere mit geschwärzten Zeilen ohne jeglichen Informationen zu den genauen Summen lieferte, ist die „Bild“-Zeitung vor Gericht gezogen und hat den Prozess gewonnen.

Nachdem die Papiere schließlich eingereicht wurden, seien ungewöhnliche Fakten zu Tage gekommen: In den Verträgen habe es Negativ-Klausel gegeben, wonach auch bei weniger Flüchtlingen die Stadt denselben Preis zu zahlen habe — bei mindestens 51 und höchstens 150 Asylbewerbern waren insgesamt 252.437,50 Euro pro Monat fällig. Im schlimmsten Fall würde also nur ein Flüchtling und seine Versorgung der Stadt monatlich bis zu 9476 Euro kosten.

„Es wurden Preise aufgerufen, als ob die Flüchtlinge Urlaub in einem Luxus-Club machten. Dabei schliefen sie in 12-Personen-Parzellen ohne Privatsphäre“, schreibt das Blatt.

So kostete nur ein Bett (unabhängig davon, ob es belegt war oder nicht) in einer Leichtbau-Halle in Essen, in der 344 Personen zusammen leben konnten, der Stadt rund 653,28 Euro Miete. Zusätzlich habe European Homecare eine einmalige Ausstattungspauschale für Trennwände und Mobiliar in Höhe von 595 Euro pro Platz erhalten. Außerdem hätte das Wachpersonal und Sozialarbeiter 1200 Euro monatlich für nur einen Flüchtling gezahlt. Insgesamt also 243.525,57 Euro im Monat.

European Homecare habe in Essen zehn Zeltdörfer mit bis zu 4800 Flüchtlingen betrieben. Im November des vergangenen Jahres sind die Verträge laut „Bild“ ausgelaufen und die letzte Unterkunft geschlossen worden.

Quelle

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