Dutroux und die 27 toten Zeugen

Eine Übersicht zentraler Ereignisse: 4. Februar 1986: Marc Dutroux und seine Frau Michelle Martin werden wegen verschiedener Vergewaltigungen verhaftet. 26. […]

Eine Übersicht zentraler Ereignisse:

4. Februar 1986: Marc Dutroux und seine Frau Michelle Martin werden wegen verschiedener Vergewaltigungen verhaftet.

26. April 1989: Dutroux wird zu 13,5 Jahren Haft wegen Vergewaltigung und Entführung verurteilt. Martin bekommt als Mittäterin fünf Jahre Gefängnis. Sie wird im August 1991 freigelassen, Dutroux wegen guter Führung bereits im April 1992.

Juli 1994 und Juli 1995: Dutroux vergewaltigt laut Anklageschrift zwei junge Slowakinnen.

24. Juni 1995: Julie Lejeune und Mélissa Russo, beide acht Jahre alt, verschwinden in Grâce-Hollogne.

22. August 1995: An Marchal (17) und Eefje Lambrecks (19) verschwinden nach dem Besuch einer Hypnoseshow in Blankenberge.

28. Mai 1996: Sabine Dardenne (12) verschwindet in Kain.

9. August 1996: Laetitia Delhez (14) wird vor dem Schwimmbad ihres Heimatortes Bertrix entführt.

12. August 1996: Dutroux, Martin und Michel Lelièvre werden unter dem Verdacht festgenommen, Laetitia Delhez entführt zu haben.

15. August 1996: Nach Geständnissen von Lelièvre und Dutroux werden Laetitia Delhez und Sabine Dardenne aus ihrem Gefängnis im Keller eines Dutroux-Hauses befreit.

17. August 1996: Die Leichen von Mélissa Russo und Julie Lejeune sowie des früheren Dutroux-Komplizen Bernard Weinstein werden im Garten eines Dutroux-Hauses ausgegraben.

3. September 1996: In einem Schuppen nahe der Wohnung von Weinstein werden die Leichen von An Marchal und Eefje Lambrecks gefunden.

17. Oktober 1996: Das Parlament setzt einen Untersuchungsausschuss zur Dutroux-Affäre ein, der im April 1997 Mängel bei Polizei und Justizsystem sowie bei der Fahndung feststellt.

20. Oktober 1996: In Brüssel bekunden 275 000 Menschen beim „Weißen Marsch”, der größten Demonstration in der Geschichte Belgiens, ihre Solidarität mit den Eltern der entführten Mädchen.

23. April 1998: Dutroux flüchtet bei einem Gerichtstermin in Neufchâteau und wird drei Stunden später in einem Wald gefasst.

19. Juni 2000: Ein Gericht in Neufchâteau verurteilt Dutroux wegen Straftaten im Zusammenhang mit seiner Flucht zu fünf Jahren Haft.

25. Juni 2002: Ein Gericht in Mons verurteilt Dutroux zu insgesamt fünf Jahren Gefängnis wegen Brandstiftung, Diebstahl und Verdunkelung in einem Fall von Versicherungsbetrug.

30. April 2003: Die Anklagebehörde in Lüttich übergibt das Verfahren gegen Dutroux, Martin und Lelièvre an das zuständige Schwurgericht in Arlon und klagt zur allgemeinen Überraschung auch den Ex-Geschäftsmann Michel Nihoul mit an.

1. März 2004: Der Mordprozess in Arlon gegen Dutroux und drei Mitangeklagte beginnt mit der Auswahl der zwölf Geschworenen.

27. April 2004: Ein Ortstermin in Dutroux Haus in Charleroi mit dem Kinderkerker lässt die meisten Teilnehmer geschockt zurück.

19. April 2004: Sabine Dardenne berichtet als erstes überlebendes Opfer von den Foltern im Keller des Dutroux-Hauses.

24. Mai 2004: Beginn der Plädoyers: Als erster fordert ein Anwalt der Nebenkläger Schuldsprüche.

10. Juni 2004: Dutroux weist in seinem Schlusswort alle Mordvorwürfe zurück und räumt die Entführungen teilweise ein.

14. Juni 2004: Die zwölf Geschworenen ziehen sich zur Beratung über den Schuldspruch zurück.

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