Politische Voraussagen als versteckte Planungen – Zur globalen Geostrategie des Westens

vom Fassadenkratzer – 8. Februar 2017 Die vielfache Planung und Steuerung der britischen und US-amerikanischen Politik durch elitäre Hintergrundkreise, insbesondere […]
vom Fassadenkratzer – 8. Februar 2017

Die vielfache Planung und Steuerung der britischen und US-amerikanischen Politik durch elitäre Hintergrundkreise, insbesondere okkulte Gesellschaften, ist hier schon in mehreren Artikeln nachgewiesen worden.1 „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf diese Weise geplant war“, lautet ein bekannter Hinweis Franklin D. Roosevelts, der es als aktiver Freimaurer und US-Präsident wissen musste. Geostrategische Planungen solcher Kreise erscheinen oft in Zeitschriften oder Büchern im Gewande von Satiren oder weitsichtigen, genialen Voraussagen, welche in den Medien breit diskutiert werden und den Boden bereiten für das, was eben aus dem Dunkel der Zukunft absehbar auf uns zukommen soll.

Rudolf Steiner wies während des Ersten Weltkrieges in verschiedenen Vorträgen, so z.B. am 4.12.1916, darauf hin, dass bereits in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts „in gewissen okkulten Bruderschaften des Westens“ vom künftigen Weltkrieg die Rede gewesen sei „und dass dazumal die Schüler dieser okkulten Bruderschaften unterrichtet wurden durch Landkarten, durch die man ihnen gezeigt hat, wie Europa verändert werden sollte durch diesen Weltkrieg.“ 2 Eine solche Karte war am 25.12.1890 für die Öffentlichkeit in der „Christmas Number“ der britischen satirischen Zeitschrift „Truth“ erschienen und sollte die Traumbilder des seit 1888 herrschenden deutschen Kaisers Wilhelm II. darüber zeigen, welche neuen Staatsgrenzen Europa nach dem Krieg haben werde. Sie traten weitgehend so ein, teilweise erst 1945, am Ende des 2. Teiles des Weltkrieges.

Kampf der Kulturen

Solche Botschaften für die Insider und scheinbaren Voraussagen für die globalen Eliten erscheinen in Amerika heute vor allem in der Zeitschrift „Foreign Affairs“, die vom „Council on Foreign Relations“ (CFR) in etwas zweimonatlicher Folge herausgegeben wird.

„Dem Council wird seit seiner Entstehung (1921) eine herausragende Funktion im Formulierungsprozess außenpolitischer Strategien zugesprochen und gehört mit den mit dem CFR eng verwobenen ´Chatham House` und ´Carnegie Endowment for International Peace` zur aktuellen Top 4 der weltweit wichtigsten und einflussreichsten privaten Think Tanks.“ (Wikipedia) Über die tieferen Entstehungszusammenhänge siehe hier. Foreign Affairs gilt entsprechend „als die führende Fachzeitschrift auf ihrem Gebiet weltweit und als die „Strategiezeitschrift der US-amerikanischen Außenpolitik“ schlechthin. … Vieles, was später in konkrete Politik umgesetzt wird, wurde hier zuerst erdacht und argumentativ entfaltet.“  (Wikipedia)

samuel_p-_huntington_2004_world_economic_forum

Samuel Huntington auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos 2004

Im Sommer 1993 erschien in Foreign Affairs ein aufsehenerregender Artikel unter dem Titel „The Clash of Civilizations?“ von Samuel Huntington, der stark erweitert 1996 als Buch mit dem gleichen Titel (aber ohne Fragezeichen) veröffentlicht wurde. Huntington war ein in der Skull & Bones -Kaderschmiede der Yale-Universität und in Chicago ausgebildeter Politikwissenschaftler. Er lehrte am John M. Olin Institute for Strategic Studies der Harvard-Universität in Cambridge und war Berater des US-Außenministeriums.

Seine Kernprognose bestand darin, dass die Konflikte, die in der Vergangenheit zwischen den Ideologien der nationalstaatlich verfassten Bündnisse bestanden, in der Zukunft in Konflikte zwischen Zivilisationen übergehen würden. Er unterschied acht globale Kulturräume, von denen die für die westliche Welt bedeutendsten die chinesische und die islamisch geprägte Kultur seien. Zwischen diesen Kulturen und der des Westens bestünden zu große Bruchlinien, als dass es nicht zu Konflikten kommen könne und wahrscheinlich auch kommen werde. Der friedliche Übergang von der Pax Britannica zur Pax Americana sei nur der engen kulturellen Verwandtschaft beider Gesellschaften zu verdanken. Die Werte des Westens würden in anderen Kulturkreisen nicht als universelle Werte anerkannt.

Die Prognose solcher Konflikte zeigt sich schon in Huntingtons Buch als Verschleierung des Willens, sie planmäßig herbeizuführen. So heißt es da:

„Der Westen eroberte die Welt nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen oder Werte oder seiner Religion (zu der sich nur wenige Angehörige anderer Kulturen bekehrten), sondern vielmehr durch seine Überlegenheit bei der Anwendung von organisierter Gewalt. Oftmals vergessen Westler diese Tatsache; Nichtwestler vergessen sie niemals“ (Wikipedia zu Kampf der Kulturen).

Das heißt ja: Wenn man sie nicht vergisst, wird man sich bei Gelegenheit rächen. Das ist der herbeizuführende Mechanismus. So fordert Huntington auch statt einer Politik der Menschenrechte eine Geopolitik der Macht, angeführt von den Vereinigten Staaten und die Stärkung der westlichen Identität nach außen und innen (vgl. Wikipedia zu Samuel Huntington).

Die Ereignisse vom 11. September 2001 – ob von der US-Regierung selbst inszeniert, wie in Pearl Harbor zugelassen oder von Osama bin Laden und seinen islamischen Räubern auf die ahnungslosen USA verübt, bleibe hier dahingestellt – eröffneten das westliche Vorgehen: weltweiter Krieg gegen den (islamistischen) Terror, Einmarsch in Afghanistan, 2. Irak-Krieg mit Entstehung des IS, Zerstörung des libyschen Staates und Vernichtung Gaddafis, importierter „Bürgerkrieg“ in Syrien, Flüchtlingswelle nach Europa, islamische Parallelgesellschaften, wachsende Konfrontationen zwischen Muslimen und freiheitlichem Rechtsstaat, etc. – Es trat und tritt ein, was Huntington angeblich vorausgesagt hatte, in Wahrheit aber bewusst herbeigeführt wurde.

Weiterlesen

Did you like this? Share it:
www.pdf24.org    Sende Artikel als PDF