Anschlag in Syrien: Rolle Katars, 35 Millionen US-Dollar und ein verschwundenes Bekennerschreiben

Die Zahl der Opfer des Anschlages auf einen Buskonvoi in Al-Raschidin macht deutlich, dass die Terrormilizen nicht an der Einhaltung […]

Die Zahl der Opfer des Anschlages auf einen Buskonvoi in Al-Raschidin macht deutlich, dass die Terrormilizen nicht an der Einhaltung von Verträgen interessiert sind. Die Verhandlungen über die Umsetzung des Vier-Städte-Abkommens sollen dennoch weitergehen.

von Karin Leukefeld, Damaskus

Nach dem Anschlag auf einen Buskonvoi in Al-Raschidin, westlich von Aleppo, am vergangenen Samstag, steigt die Zahl der Toten. Die tatsächliche Opferzahl ist schwer zu verifizieren, da der Anschlag sich in einem Gebiet ereignete, das von der Nusra-Front kontrolliert wird. Rettungskräfte bergen nach wie vor Tote und bringen Verletzte in Krankenhäuser sowohl in Aleppo als auch in der Provinz Idlib. Dort spricht man mittlerweile von mehr als 200 Toten. Viele Menschen werden immer noch vermisst.

Die schwere Explosion, die vermutlich ein mit Sprengstoff beladener Laster ausgelöst hat, zerstörte fünf Busse eines großen Konvois, der bei Al-Raschidin von Kämpfern der Nusra-Front gestoppt und fast 48 Stunden lang festgehalten worden war.

Die Opfer – vorwiegend Kinder, Frauen und ältere Männer – stammen aus den beiden Orten Kefraya und Al Fouah, die in der Provinz Idlib liegen. Sie gehörten zu einer ersten Gruppe von 5.000 Personen, die im Zuge eines so genannten Vier-Städte-Abkommens aus ihren Heimatorten nach Aleppo gebracht werden sollen. Im Gegenzug ließen die Regierungsbehörden aus den Orten Madaya und Zabadani, die westlich von Damaskus im Libanongebirge liegen, mehr als 2.000 Menschen in die Provinz Idlib transportieren.

Trotz des Anschlags setzten die Parteien des Abkommens ihre Transporte fort. Die russische Armee – die zunächst nicht an der Umsetzung des Abkommens beteiligt war – sicherte nunmehr jedoch den Weg des Restkonvois von mehr als 90 Bussen bei Al-Raschidin großräumig ab.

Regelmäßige Verletzungen von Waffenstillstandsabkommen

Das Vier-Städte-Abkommen ist ein dynamisches. Die Konfliktparteien verhandeln über dessen Umsetzung seit September 2015 für Kefraya und Al Fouah einerseits und für Zabadani sowie Madaya auf der anderen Seite. Bei den Personen aus Kefraya sowie Al Fouah handelt es sich um schiitische Muslime. Ihre Heimatorte waren seit März 2015 von Kämpfern der so genannten Armee der Eroberung unter Führung der Nusra-Front angegriffen, beschossen und umzingelt worden.

Bei den Personen aus Madaya und Zabadani handelt es sich um sunnitisch-muslimische Kämpfer von Ahrar al-Sham und anderen Kampfgruppen, die ihre Waffen nicht abgeben wollen. Diese Orte wurden von der syrischen Armee und der mit dieser verbündeten Hisbollah umstellt.

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