US-Geheimdienst DIA: ISIS eine US-Schöpfung

Der US-Verteidigungsnachrichtendienst DIA hat bereits in einem im Sommer 2013 veröffentlichten Dossier gewarnt, dass ein Sturz von Präsident Baschar al-Assad […]

Der US-Verteidigungsnachrichtendienst DIA hat bereits in einem im Sommer 2013 veröffentlichten Dossier gewarnt, dass ein Sturz von Präsident Baschar al-Assad zu Chaos und womöglich zur Machtübernahme durch extremistische Dschihadisten führen würde. Trotzdem finanzierte und bewaffnete die Obama-Administration weiter Rebellengruppen in Syrien.

Willy Wimmer

Willy Wimmer

Der namhafte amerikanische investigative Journalist Seymour Hersh wird im Januar ein Buch veröffentlichen, in dem es um die Kommunikation zwischen dem Nato-Generalstab und der Obama-Administration zu Fragen des Syrien-Krieges geht.

Willy Wimmer, ehemaliger Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung und Vizepräsident der OSZE, sieht Parallelen zu Afghanistan und dem Irak.

„Das Aufkommen von DAESH (ISIS) in Syrien haben wir ja so schon in Afghanistan erlebt mit der Etablierung der Taliban als einer von den USA, Saudi-Arabien und den Golfstaaten finanzierten Kraft. Das lief ja alles nach dem Motto: ‘Man kann die Afghanen nicht kaufen, sondern nur mieten.’ Wir erleben also in Syrien etwas, was die Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten auch in anderen Ländern angewendet haben“, so Wimmer in einem Sputniknews-Interview mit Armin Siebert.

„Die Analyse des DIA zeigt zumindest, dass es in den amerikanischen Streitkräften so etwas wie eine Restvernunft zu geben scheint. Man hat hier anscheinend auch aus dem Irak gelernt, wo man den Staat strukturlos zurückgelassen hat, nachdem man ihn vorher zerbombt und hunderttausende Tote verursacht hat.“

Generalleutnant Michael T. Flynn, Direktor der DIA

Generalleutnant Michael T. Flynn, Ex-Direktor der DIA

Generalleutnant Michael Flynn, DIA-Direktor von 2012 bis 2014, hat bestätigt, das sein Dienst fast täglich Dossiers mit Warnungen über die Folgen eines Sturzes von Assad an das Weiße Haus gesendet hat. Flynn vermutet im Gespräch mit dem Journalisten Seymour Hersh, dass die Einstellung zum Syrien-Krieg und zu Assad eine ganz andere gewesen wäre, wenn die amerikanische Öffentlichkeit diese Dossiers zu lesen bekommen hätte, wäre. Also eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit?

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