Was tut Merkel? Mutti und Al-CIAda

„Mutti“ und al-Kaida von Dagnar Genn auf Vineyard Saker Die Türkei beschießt syrische Kurden mit Artillerie. Der UN-Sicherheitsrat äußert Bedenken […]

„Mutti“ und al-Kaida

von Dagnar Genn auf Vineyard Saker

Die Türkei beschießt syrische Kurden mit Artillerie. Der UN-Sicherheitsrat äußert Bedenken und fordert die Türkei auf, „das Völkerrecht einzuhalten“ (wonach der Beschuss des Gebiets eines souveränen Staates ein kriegerischer Akt ist). Und was tut Merkel?

Sie plappert – als Einzige, wohlgemerkt – Erdogans Forderung nach einer „Flugverbotszone“ an der türkischen Grenze nach, die erkennbar nichts Anderes ist als ein Rückzugsgebiet für die syrische al-Kaida, Daesh (ISIS) und die türkischen Hilfstruppen dort. Natürlich aus humanitären Gründen…

So hat sie es binnen weniger Tage geschafft, zur Gruppe der aggressivsten Spieler in Syrien aufzuschließen, Erdogans Türkei und Saudi-Arabien. In diesem Zusammenhang nur passend, dass der Bundestag einen Antrag, keine Waffenexporte nach Saudi-Arabien mehr zu genehmigen, abgelehnt hat. Schließlich werden sie benötigt.

Es ist ja nicht völlig neu, dass die Bundesregierung ihre Nase im syrischen Dreck hat. Ein gewisser Herr Perthes war von Anfang an mit dabei (wie auf Voltairenet gründlich ausgeführt wurde). Aber obwohl genaue Beobachter immer wieder Spuren ganz eigener Bösartigkeit finden können, ist es die übliche deutsche Strategie, die sichtbaren Rollen anderen zu überlassen. Schon in der Ukraine war, auch in Folge der alten Verbindungen, anzunehmen, dass der Putsch und die darauf folgende Installation eines faschistischen Regimes nicht nur gebilligt, sondern aktiv mit betrieben wurden. Aber man musste die Handlungen schon genau beobachten, um den Abstand zwischen Friedensrhetorik und aggressiver Praxis zu erkennen.

Dass Merkel selbst die US-Regierung hinter sich lässt und eine Forderung aufstellt, deren Umsetzung auch für sie erkennbar unmittelbar in einen Krieg führt, ist neu. Es war schon auffällig, dass aus Deutschland keinerlei Kritik am türkischen Beschuss erfolgte (auf Jung&Naiv – min. 23:00 – konnte man sehen, wie sich die Regierungssprecher darum wanden), obwohl sowohl die US-amerikanische als auch die französische Regierung entsprechend reagiert hatten. Aber diese unverbrüchliche Treue ausgerechnet zum augenblicklich schlimmsten Kriegstreiber?

Merkel platzt damit in eine Situation hinein, in der man gerade ein gut vorbereitetes Spiel sehen konnte; die syrische Ablehnung einer Waffenruhe wirkte wie eine kleine Extrarunde, damit Obama ein wenig mahnen und damit für sich die Rolle des Friedensstifters reklamieren und die eigene Niederlage maskieren kann. Aber Merkel will, was Erdogan will. Oder verhält es sich umgekehrt? Der türkische Außenminister Cavusoglu sagte gestern in einem Interview mit Reuters: “Einige Länder wie wir, Saudi-Arabien und einige westeuropäische Länder haben gesagt, dass ein Einsatz von Bodentruppen nötig ist.” Frankreich und Großbritannien haben für die Aufforderung des UN-Sicherheitsrats gestimmt, wie auch die USA. Kaum anzunehmen, dass sich die Türkei durch Unterstützung aus Polen oder Litauen ermuntert fühlen würde, über Bodentruppen nachzudenken…

Nach den jüngsten Anschlägen hat sich Erdogans Drang zum Angriff weiter verstärkt. Allmählich wird er selbst bundesdeutschen Medien unheimlich (sie haben sogar ein Problem mit seiner schnellen Identifizierung der vermeintlichen Täter); sogar die Süddeutsche deutet an, welchem Zweck diese Anschläge wirklich gedient haben mögen: “Seit Wochen halten sich Gerüchte, Ankara werde auch mit Bodentruppen ins Nachbarland einmarschieren. Aber das Militär will keinen türkischen Alleingang, heißt es. Nach dem Attentat auf die Soldaten könnte auch die Militärführung ihren Widerstand aufgeben.”

Ich kann die Stimmen schon hören, die sie dieses Mal durch Erdogan erpresst sehen. Die arme Frau Merkel, die ganz lieb sein muss, damit Erdogan nicht noch mehr Flüchtlinge schickt. Ja, sie tut auch ihr Bestes, um einen solchen Eindruck zu erwecken….

Weiterlesen: http://vineyardsaker.de/analyse/mutti-und-al-kaida/#more-4522

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