Darum lässt Trump Assad fallen

Veröffentlicht am 12. April 2017 von Diogenes Lampe – GEOLITICO Donald Trump lässt Assad fallen. Die USA und Israel planen […]

Veröffentlicht am 12. April 2017 von – GEOLITICO

Donald Trump lässt Assad fallen. Die USA und Israel planen eine arabische NATO. Europa ist aus dem Spiel, und der Syrienkrieg verlagert sich auf die Türkei.

Es wurde in Syrien mal wieder mit Giftgas angegriffen. Natürlich von Assad. Wer könnte es auch sonst gewesen sein? War Obamas „rote Linie“ aber noch eine schlechte Friedensnobelpreiskomödie für die Welt, so ist Trumps Wiederholung dieser Geschichte eine wirklich gelungene Farce, bei der Putin und Lawrow als Empörungskomiker auch nicht schlecht mit agiert haben.

Was wohl wirklich geschah

Schauen wir uns an, was tatsächlich passiert ist:

In der Provinz Idlib, die noch weitgehend von den IS-Strolchen Erdogans und der CIA militärisch beherrscht wird, hat die syrische Armee bei einem Luftangriff auf das Dorf Cahn Scheichun, ganz nahe an der Grenze zur Türkei und nordwestlich der Provinzhauptstadt Idlib, offenbar ein Chemiewaffenlabor dieser „gemäßigten Rebellen“ getroffen. Das jedenfalls ergaben die mir sehr glaubwürdig scheinenden militärischen Untersuchungen der Russen. Dessen giftige Zutaten stammten, wie man längst auch im Kreml und im Weißen Haus weiß, aus der Türkei. Vermutlich wie beim Giftgasangriff von 2013, den der Westen Assad in die Schuhe schieben wollte.syrien_al_bab_rakka

Daraufhin sagte Trump Putin Bescheid, dass er, um seine eigene Heimatfront zu beruhigen, einen Militärflughafen der syrischen Armee bombardieren will. Putin schaltete also seine Luftabwehr aus, sagte Assad Bescheid und der wiederum seinem Militär, worauf dieses das Gelände umgehend räumte und die Luftabwehr einschaltete. Dann ließ Trump 59 Tomahawks von seinem Flugzeugträger abschießen, wovon zur Gaudi der Russen gerade mal ganze 23 den evakuierten Flugplatz erreichten.

Wo die anderen abgeblieben sind, weiß keiner oder will keiner wissen, womöglich, weil Assads Luftabwehr mit Hilfe der Russen so prima funktioniert. Na wenigstens sollen ein paar Soldaten und Zivilisten als geringe Kollateralschäden umgekommen sein, die nicht rechtzeitig gewarnt wurden. Das ließ den Angriff für die Zyniker echter aussehen. Aber ob das wirklich stimmt oder nur behauptet wird, damit Killary an der Heimatfront der Wind aus den Segeln genommen wird, wissen nur die Zeitungsgötter des Olymp.

Aber ein paar tote Zivilisten müssen nunmal immer sein. Schließlich musste der Angriff ja echt aussehen und entsprechend Empörung im russischen Lager bewirken, dass dann zu Recht die UNO-Charta ins Spiel brachte, gegen die der Angriff ganz offensichtlich verstoßen hat. Damit vergrößerte sich der außenpolitische Scherbenhaufen des Imperiums, das mit seiner medialen Propagandamaschinerie den Angriff zwar begrüßen musste (ging es doch gegen den pösen Assad), gleichzeitig aber weiter an internationaler Glaubwürdigkeit und militärischer Überlegenheitsakzeptanz verlor.

Trump konnte ihm damit am wirksamsten die Grenzen des Machbaren aufzeigen, nach dem Motto: „Hüte dich vor deinen Wünschen! Sie könnten in Erfüllung gehen.“ Er heimste also Killarys und McCains Lob ein, dankte für die Blumen und konnte ihnen gleichzeitig „durch die Blume“ klar machen, welche nicht zuletzt finanziellen Folgen der Einsatz amerikanischer Bodentruppen für die internationalen Beziehungen hätte.

Trump hat andere Pläne, die sich mit denen Israels decken, gewiss jedoch nicht mit denen der EU. Netanhaju und er wissen, dass sie Syrien wenigstens vorläufig nicht mehr in ihr Lager zwingen können. Also liegt ihnen daran, es möglichst lange weiter zu destabilisieren und nutzen dabei die prekäre Lage Erdogans aus, der ja mit allen Mitteln einen Kurdenstaat verhindern muss. Seine Interessen in Syrien können dabei aber nunmal nicht die russischen sein. Das gibt Spielraum für strategische und taktische Zahnstocherkriege. Ihre großen militärischen Ressourcen aber benötigen sie für wichtigere Ziele.

Xi und Trump gingen derweil zu Tisch

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