Konstitutioneller Putsch gescheitert: Jetzt gilt Donald Trump als gewählt

Das Gremium der Wahlmänner, das eigentlich den Präsidenten wählt, hat entschieden: Donald Trump erhielt bereits in der ersten Nacht ausreichend […]

Das Gremium der Wahlmänner, das eigentlich den Präsidenten wählt, hat entschieden: Donald Trump erhielt bereits in der ersten Nacht ausreichend Stimmen, um nun als „gewählter Präsident der Vereinigten Staaten“ zu gelten.

Seine Gegner hatten bis zuletzt alles versucht, seine Wahl zu verhindern. Am Montagabend kam der Republikaner im so genannten Electoral College schnell auf die nötigen 270 Stimmen. Über die Schwelle trug Trump die Stimmenabgabe der Wahlleute von Texas. Ausgerechnet Hillary Clinton erhielt jedoch weniger Stimmen als erwartet.

Mit großen Stolz nennen die amerikanischen Bürger ihr Land „die größte Demokratie“ der Welt. Laut Verfassung dürfen die Bürger ihren Präsidenten jedoch nicht direkt wählen. Sie bestimmen gesellschaftlich anerkannte Personen, die so genannten Wahlmänner, welche die eigentliche Wahl treffen.

Insgesamt bestimmten die Bundesstaaten 538 Personen, die als Wahlmänner und Wahlfrauen zusammentreten. Früher setzte sich dieses Gremium aus Großgrundbesitzern und anderen Vertretern der Elite zusammen.

Ein wichtiges Motiv für diese konstitutionelle Absicherung war es, das gemeine Volk davon abzuhalten, allzu egalitäre Entscheidungen zu fällen. Namentlich spielte das Electoral College eine wichtige Rolle, als es darum ging, zu verhindern, dass die Sklaverei abgeschafft wird.

Nun brauchte Donald Trump mindestens 270 Stimmen, um formal zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt zu werden. Amerikanische Medien beriefen sich bei der Siegesmeldung in der vergangenen Nacht auf eigene Zählungen. Offiziell ausgezählt werden die Stimmen erst am 6. Januar bei einer gemeinsamen Sitzung von Repräsentantenhaus und Senat in Washington.

Die Wahlleute begannen bereits am Morgen in ihren jeweiligen Bundesstaaten mit ihrer Stimmabgabe. Die meisten sind nicht zwingend an das Wahlergebnis vom 8. November gebunden. Damals hatte Donald Trump mit knapp 63 Millionen Wählerstimmen genau 304 Wahlmänner erhalten. Die demokratische Kandidatin Hillary Clinton gewann jedoch deutlich mehr Wählerstimmen.

Mit 65,8 Millionen Wählern lag sie zwar mit 2,6 Millionen Wählerstimmen vor dem Republikaner. Aufgrund des Zuschnittes des Bundesstaaten erhielt sie aber nur 228 Wahlmänner und Wahlfrauen. Hier witterten die Trump-Gegner ihre Chance: Wenn es ihnen gelungen wäre, mindestens 36 Wahlmänner aus dem Trump-Lager umzudrehen, hätte die Wahl von Donald Trump verhindert werden können.

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