Acht Männer reicher als Hälfte der Welt

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Die Entwicklungsorganisation Oxfam hatte vor dem Start des Weltwirtschaftsforums in Davos eine Studie über die soziale Ungleichheit auf dieser Welt vorgestellt, berichtet das Nachrichtenmagazin „ntv“. Noch nie war der Wohlstand weltweit so ungleich verteilt wie heute, so das Ergebnis. Die acht reichsten Menschen dieser Welt besitzen so viel, wie die ärmere Hälfte der gesamten Bevölkerung der Erde. Die acht reichsten Menschen dieser Welt sind allesamt Männer. Das reichste Prozent der Menschheit besitzt seit 2015 mehr als der Rest.

Oxfam hat die Daten, die der Studie zugrunde liegen, aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Die Organisation „Forbes“ führte bereits Schätzungen zum Vermögen der acht reichsten Männer mit Schätzungen zum weltweiten Vermögen der Bank Crédit Suisse zusammen. Diese Daten zeigten bereits, dass die Ungleichheit zugenommen hat. Zu den acht reichsten Männern gehören Bill Gates, Warren Buffet, Carlos Slim und Mark Zuckerberg.

Das globale Einkommen ist weltweit von 1988 bis 2011 um rund 11,9 Billionen Euro gewachsen. Von diesem Wachstum haben die reichsten zehn Prozent am meisten profitiert. Sie konnten über 45 Prozent der Wachstumssteigerungen für sich verbuchen. In Deutschland lag der Zuwachs bei den zehn reichsten Prozent bei 34 Prozent. Hier besitzen 36 Milliardäre so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Deutschen (279 Milliarden Euro).

Oxfam sieht als Ursache für die wachsende Ungleichheit politische und unternehmerische Fehlentwicklungen. Die Organisation fordert, dass Staaten enger und mehr miteinander kooperieren sollten, anstatt gegeneinander in Wettbewerb um die niedrigsten Unternehmenssteuern zu treten. Sie sollten vielmehr unternehmerisches Handeln fördern, das sich stärker auf Arbeiter und Umweltkosten konzentriere und weniger auf Kapitalgeber. Zudem sei das Bruttoinlandsprodukt, das als Indikator für den Wohlstand eines Staates herangezogen werde, nicht aussagekräftig. Denn die unbezahlte Arbeit innerhalb von Familien trage ebenfalls maßgeblich zum Wohlstand einer Gesellschaft bei – diese werde aber vom BIP nicht gemessen.

„Armut“ gehört aber in Deutschland nicht zur öffentlichen Wahrnehmung. Dennoch: Die Ungleichheit wächst und wächst – hier die Fakten, über die niemand spricht.

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