Afrikas Schätze – Schwarzes Gold und rote Erde (Doku)

Kommentar: Ein Film, den man sich kritisch anschauen sollte. “Kritik, etwa vom Internationalen Währungsfond,  wird ignoriert…….” Ja, Frau Slomka, es darf gelacht werden.

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Veröffentlicht am 04.02.2013

Die globale Jagd auf Afrikas Bodenschätze ist in vollem Gange. Insbesondere Chinesen, Inder und Investoren aus den Golfstaaten liefern sich einen rasanten Wettlauf um Afrikas Reichtümer. Kann der Kontinent davon profitieren? Oder ist das neue Interesse an Afrikas Schätzen nur die Fortsetzung kolonialer Ausbeutung mit anderen Mitteln, ein Ausverkauf? Mit diesen Fragen im Gepäck reist Marietta Slomka durch drei höchst unterschiedliche Länder – und sieht sich am Ende vor allem in einer Vermutung bestätigt: “Wer nach Afrika reist, um eindeutige, einfache Antworten zu finden, kann eigentlich gleich zu Hause bleiben. Es gibt sie nicht.”

Halb stolz, halb verlegen präsentiert der Dorfvorsteher Luis Venâncio seinen größten Schatz: einen brandneuen Flatscreen-Fernseher. Den hat er von der Regierung bekommen – für seine treuen Dienste. Was die großzügigen Parteistrategen in der Hauptstadt leider übersehen haben: in dem Dorf gibt es gar keine Elektrizität!

Und so steht das schöne Geschenk nun stumm und schwarz in der Ecke der ärmlichen Hütte. Eine Momentaufnahme wie aus Absurdistan – doch Situationen wie diese erleben Marietta Slomka und ihr Team oft in Angola. Das Land schwimmt in Öl – doch der Geldsegen geht an den meisten Angolanern vorbei.

Josefo, der in einem der schlimmsten Slums direkt im Zentrum der Hauptstadt wohnt, bringt die Situation auf den Punkt. Mit ausladender Geste zeigt er auf die erbärmlichen Wellblechhütten um ihn herum und ruft: “Unser Land ist so reich, hier müssten überall Blumen blühen und Springbrunnen stehen.” Und wo ist das viele Geld geblieben? “Das fragen wir uns auch! Aber Ihr seid doch die Journalisten – findet Ihr das doch heraus! Bei uns ist jedenfalls nie welches angekommen.” Josefo hat Recht – an Geld mangelt es nicht in Luanda. Die Immobilienpreise und Mieten sind explodiert, und in den engen Straßen stauen sich die Landrover und Porsche Cayennes. Angolas Hauptstadt gehört zu den teuersten Metropolen der Welt. Und es finden sich auch Springbrunnen – zum Beispiel vor der Millionen-Villa des angolanischen Geschäftsmanns, der dem deutschen Journalistenteam seine Haustür öffnet.

Schon der jahrzehntelange Bürgerkrieg in Angola wurde mit den reichen Ölvorkommen finanziert, danach wurde das Schwarze Gold Grundlage eines beispiellosen Wirtschaftsbooms: Rohstoffhungrige aller Länder vereinigen sich in ihrem Interesse am Öl von Angola, allen voran Chinesen, aber auch Europäer und Amerikaner. Steigende Ölpreise befeuerten die Fantasie internationaler Spekulanten, die nicht nur die Immobilienpreise der Hauptstadt in fantastische Höhen trieben. Für ein schlichtes 60-Quadratmeter-Appartment werden 5000 Dollar Monats-Miete verlangt, eine Flasche schottischen Whiskey kann man in Luandas neuen Shopping-Malls für schlappe 1000 Dollar erwerben. Ein exklusives Angebot für einen exklusiven Kreis. Denn die Einnahmen aus dem unermesslichen Öl-Reichtum versickern in den dunklen Kanälen der angolanischen politischen Elite.

In Äthiopien ist der Boden selbst der größte Bodenschatz des Landes. Die Regierung überlässt die rote und schwarze Erde Äthiopiens bereitwillig ausländischen Investoren zu traumhaft günstigen Konditionen. Angesichts hoher Lebensmittelpreise und dem Bevölkerungsdruck im eigenen Land, haben vor allem indische Agrokonzerne erkannt, welches Potential hier liegt. Auf riesigen Ländereien bauen sie Rosen, Biodiesel und Getreide an: Brot für die Welt aus Äthiopien!? Das Land hofft, von diesem Geschäft langfristig zu profitieren. Doch zunächst sind es gerade die Armen, die unter der Landnahme leiden.

Das ZDF-Team konnte auf einer der größten indischen Farmen in Afrika filmen – ein seltener Zugang mit überraschenden Einblicken in die Welt der neuen Landjäger.

In Sierra Leone sind die berüchtigten “Blutdiamanten” der größte Schatz des Landes. In der Vergangenheit waren sie zugleich der größte Fluch. Der Krieg, der um die Diamanten geführt wurde, kostete 200 000 Menschen das Leben und hinterließ unzählige Verstümmelte. Auch heute noch ruinieren die begehrten Steine das Leben derer, die wie Süchtige nach dem begehrten Rohstoff suchen. Für oft weniger als umgerechnet einen Euro am Tag schuften sie in den Minen und träumen von dem Fund, der ihr Leben verändern könnte. Alternativen gibt es kaum. Der Diamantensektor ist weiterhin die wichtigste Geldquelle von Sierra Leone, einem der ärmsten Länder der Welt. Doch wer profitiert davon, und wird es dem Land gelingen, sich aus der Abhängigkeit von diesem einen Rohstoff zu befreien?

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