Alarm in der EU: Italienische Bank unter Zwangsverwaltung

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Die italienischen Banken werden zum großen Problem für die Euro-Zone. Dies wird auch in den kommenden Monaten deutlich werden, da jetzt eine Bank unter Zwangsverwaltung gestellt wurde. Die EZB, die Europäische Zentralbank, hat die Sparkasse Banca Carige aus Genua unter die behördliche Aufsicht gestellt. Der Vorgang gilt als „einmalig“, so heißt es.

Hauptaktionär wollte keine Kapitalerhöhung

Der Hauptaktionär der Bank, Vittorio Malacalza, wollte keine Kapitalerhöhung um 400 Millionen Euro mitmachen. Bei einer Kapitalerhöhung werden neue Gelder eingesammelt. Ein Aktionär kann dann zusätzlich einzahlen und wird formal zunächst kein Geld verlieren. Zunächst liegt das eingezahlte Vermögen bereit und steht dem Unternehmen zur Verfügung. Der „Wert“ des Unternehmens und damit auch für den früheren Aktionär steigt, womit die zusätzliche Einzahlung kompensiert wäre.

Nur: Der Aktionär hat diese Kapitalerhöhung, die wichtig für den Fortbestand des Unternehmens sein könnte, nicht mitgemacht. Zudem zog er sich von der Geschäftsführung der Bank zurück.

Die Bankenaufsicht selbst hat den früheren CEO Innocenzi und den Präsidenten Pietro Modiano sowie den Wirtschaftsrechts-Professor Lerner zum Zwangsverwalter berufen. Zudem ist ein Überwachungsausschuss eingesetzt worden. Der Präsident, Modiano, kündigte an, eine Strategie zur Rettung der Bank vorzulegen.

Dies dürfte auch im Interesse der Euro-Zone sein. Die Euro-Zone blickt – noch nicht in aller Öffentlichkeit – gespannt nach Italien. Die Volkswirte indes sind teils der Auffassung, die Bankenprobleme in Italien könnten Überhand nehmen. Wenn dies passiert, dann wird Italien weitere Unterstützung benötigen.
Diese Unterstützung bedeutet am Ende auch wiederum eine neue Belastung für die EU-Staaten. Denn die Zinsen werden möglicherweise niedrig bleiben müssen. Niedrige Zinsen wiederum bedeuten, dass Sparer auf Geldkonten auf Einnahmen verzichten müssen sowie als Versicherte von Lebensversicherungen. Zudem dürfte das Misstrauen gegen Banken und Co. in den kommenden Monaten weiter wachsen.



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