Als erstes EU-Land: Österreich beschließt Glyphosat-Verbot

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Als erstes Land in der Europäischen Union hat jetzt Österreich den Einsatz des Pflanzengiftes Glyphosat verboten. Die Mehrheit im österreichischen Nationalrat (Parlament) stimmte dem Antrag der SPÖ zu. Das Verbot ist jedoch rechtlich umstritten und könnte EU-Recht widersprechen.

Glyphosat ist immer noch das am häufigsten in der Landwirtschaft eingesetzte Pestizid. Der Einsatz des Giftes ist hochumstritten, da es in der EU im Verdacht steht, krebserregend zu sein. In den USA allerdings haben Gerichte in Kalifornien, nachdem Privatpersonen gegen Monsanto und sein Produkt Roundup geklagt hatten, geurteilt, dass Glyphosat definitiv krebserregend ist.

Die Europäische Union hat die Zulassung von Glyphosat im November 2017 jedoch um weitere fünf Jahre verlängert, denn ein Gutachten der europäischen Chemikalienagentur Echa hatte das Pflanzengift Glyphosat als nicht krebserregend eingestuft. Offenbar wurde die Chemikalienagentur Echa von Monsanto entweder „gesponsert“ oder bedroht. Anders lässt sich das Zustandekommen des Gutachtens nicht erklären.

Glyphosat wird bereits seit den 1970er Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. In dem immer noch weltweit verkauften Unkrautvernichter Roundup des US-amerikanischen Saatgutherstellers Monsanto, der von der deutschen Bayer AG aufgekauft wurde, ist Glyphosat der Hauptbestandteil. Landwirte in Deutschland kaufen ca. 5.000 Tonnen an Glyphosat-haltigen Pestiziden pro Jahr. Rund ein Drittel aller Ackerflächen in Deutschland wird noch immer mit Glyphosat behandelt.

Monsanto sieht sich in den USA mit über 12.000 Klagen wegen der krebserregenden Wirkung von Glyphosat konfrontiert. US-Gerichte urteilten, dass Roundup krebserregend ist und dass Monsanto nicht ausreichend vor den Risiken des Produkts gewarnt habe. Bayer hat jedoch bereits 2018 rund 660 Millionen Euro für drohende Schadenersatzansprüche eingeplant.

Die Diskussion um Glyphosat wird spannend. Nun befürchten Kritiker, dass es ein neues TTIP geben wird – mit guten Chancen für Monsanto, Glyphosat auf diesem Wege weiter zu vertreiben. Sehen Sie selbst…

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