Antibiotika schwächen Virusabwehr in der Lunge

Eine Studie des Francis Crick Institutes in London hat gezeigt, dass Antibiotika die Lunge anfällig für Grippeviren machen können, was zu einer deutlich schlimmeren Infektion und Symptomen führen kann, als ohne eine vorherige Behandlung mit Antibiotika.

Die in „Cell Reports“ veröffentlichte Studie entdeckte, dass Darmbakterien dazu beitragen, eine erste Verteidigungslinie in der Lungenschleimhaut aufrechtzuerhalten. Tests mit Mäusen zeigten, dass 80% aller Mäuse, die mit einem Grippevirus infiziert wurden, überlebten. Allerdings überlebte nur ein Drittel, wenn ihnen vor der Virusinfektion Antibiotika verabreicht worden sind.

„Wir haben festgestellt, dass Antibiotika frühere Gripperesistenzen auslöschen können, was ein weiterer Beweis dafür ist, dass sie nicht leichtfertig eingenommen oder verschrieben werden sollten“, erklärte Dr. Andreas Wack, der die Forschung am Francis-Crick-Institut leitete. „Eine unangemessene Anwendung fördert nicht nur die Antibiotikaresistenz und tötet hilfreiche Darmbakterien ab, sondern kann uns auch anfälliger für Viren machen. Sie könnte nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Nutztieren relevant sein, da viele landwirtschaftliche Betriebe auf der ganzen Welt Antibiotika prophylaktisch einsetzen. Weitere Forschung in diesem Bereich ist dringend erforderlich, um herauszufinden, ob die Tiere dadurch anfälliger für Virusinfektionen werden.“

Die Studie ergab, dass die Interferon-Signalübertragung vom Typ I, von der bekannt ist, dass sie Immunreaktionen reguliert, der Schlüssel zur frühen Abwehr ist. Unter den durch Interferon eingeschaltenen Genen befindet sich ein Gen, welches antiviral wirkt. Dieses antiviral wirkende Gen produziert Proteine, die die Replikation des Grippevirus stören können. Obwohl sie oft in Immunzellen untersucht wurden, fanden die Forscher heraus, dass mikrobiotisch-getriebene Interferon-Signale auch antivirale Gene in der Lungenschleimhaut aktiv halten und so verhindern, dass das Virus Fuß fassen kann.

„Wir waren überrascht, als wir entdeckten, dass die Zellen, die die Lunge auskleiden, und nicht die Immunzellen für die frühe Gripperesistenz verantwortlich sind, die durch Mikrobiotika ausgelöst wird. Frühere Studien haben sich auf Immunzellen konzentriert, aber wir fanden heraus, dass die Zellen, die die Lunge auskleiden, für die entscheidenden frühen Stadien der Infektion wichtiger sind. Da sie der einzige Ort sind, an dem sich das Virus vermehren kann, sind sie das wichtigste Schlachtfeld im Kampf gegen die Grippe. Die Darmbakterien senden ein Signal aus, das die Zellen, die die Lunge auskleiden, in Bereitschaft hält und verhindern, dass sich das Virus so schnell vermehrt.

Antibiotika zerstören bekanntermaßen die Darmflora und machen daher anfälliger für Krankheiten – nicht nur für Virusinfektionen. Wer Antibiotika einnehmen muss, sollte immer gleichzeitig auch probiotische Darmbakterien einnehmen, um die Zerstörung der Darmflora zu verhindern. Die Einnahme der Probiotika sollte auch nach Beendigung der Antibiotika-Einnahme noch mindestens drei Wochen fortgeführt werden.

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