ANZEIGEN: Juristen reichen Strafanzeige gegen alle katholischen Bistümer wegen „sexuellem Missbrauch“ ein

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Die katholische Kirche hat vor kurzer Zeit eingeräumt, dass es etliche Fälle sexuellen Missbrauchs unter dem Dach der Kirche gegeben habe. Die Konsequenzen daraus sind allerdings bis zum heutigen Tag überschaubar. So haben die Staatsanwaltschaften in Deutschland nach Angaben von Juristen, die jetzt Anzeige gegen alle katholischen Bistümer erstatteten, bislang keine kirchlichen Akten beschlagnahmt. Dies jedoch sei wegen der möglichen Verjährungsgefahr geboten. Der „Bayrische Rundfunk“ berichtet darüber, dass die Kirche nach Ansicht des Rechtswissenschaftlers Holm Putzke versuch(t)e, die „Dinge möglichst unter dem Teppich zu belassen“.

Opfer bleiben ruhig

Die Kirche sei mächtig, so heißt es in den Worten des Juristen. Daher hätten auch viele Opfer es noch nicht gewagt, sich mit ihrem Leid an die Öffentlichkeit zu wenden. Dabei würde das Kirchenrecht jedoch nicht über dem weltlichen Rechtssystem stehen, womit eine Verfolgung angemessen wäre.

Das „Institut für Weltanschauungsrecht“ weist dementsprechend auf die Anzeige von „sechs renommierten Juraprofessoren“ hin, die wiederum selbst die Zurückhaltung des Staates in Anbetracht eines „alarmierenden Anfangsverdachts schwerer Verbrechen“ anprangern.
Tatsächlich sind auch Kritiker jenseits der Kirche der Auffassung, hier müsse es a) schnell gehen und b) auch zu einer gründlichen Aufarbeitung kommen. Die Anzeige richtet sich zu Recht gegen alle 27 Bistümer, denn ohne staatsanwaltschaftlich vorangetriebene Nachforschungen ließen sich offenbar keine Delikte und Missbrauchsfälle aufklären. Es ist bislang selten, dass die Kirche aus sich selbst heraus diese Fälle aufgedeckt und dann in weltlich relevantem Maßstab gesühnt hätte. Insofern liegt zumindest aus Sicht solcher Kritiker eigentlich sogar ein handfester Skandal der Nichttätigkeit vor.

Gut, so die Meinung, dass die juristische Wissenschaft hier hilft und den Staatsanwaltschaften Beine macht. Die Aufklärung dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da die Behörden noch nicht einmal im Besitz der Akten sind. Dennoch: ein erster Schritt ist getan.



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