Assange-Skandal: Folter einfach verschwiegen?

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Julian Assange ist in unseren Leitmedien bereits seit längerer Zeit kaum noch ein Thema. Der vermeintliche Geheimnisverräter ist nach einem Bericht des „Anti-Spiegel“ nicht hinreichend vor Folter geschützt worden. Der „Vertreter der UNO“ für Folter hat sich dementsprechend gegen Großbritannien, Schweden und die USA geäußert.

Über die öffentlich vorgetragene Anklage wird in Deutschland allerdings nicht berichtet – oder jedenfalls in den Massenmedien nicht. Der Uno-Vertreter hat dabei allerdings nicht nur die Folter an sich thematisiert, sondern vor allem den Umstand beklagt, dass die genannten Staaten bis dato keine Schritte dahingehend unternommen haben, die Vorwürfe zu untersuchen. Genau dies allerdings müssten sie auf Basis der UN-Konvention machen.

Medien ignorieren – warum?

Die deutschen Medien jedoch haben derzeit offenbar andere Themen derart präsent auf dem Bildschirm, dass diese Vorwürfe keinen Platz finden. An sich wäre es Aufgabe der Medien, in einem international so bedeutenden Fall UNO-Vorwürfen Raum zu geben.

Der Vertreter der UNO, Nils Metzler, hatte relativ eindeutig formuliert, dass Assange in einem britischen Gefängnis „systematisch psychologisch gefoltert“ werde. Zusammen mit zwei medizinischen Experten sei er zum Schluss gekommen, dass Assange sogar über lange Zeit psychologisch gefoltert worden sei. Dass keines der genannten Länder eine Untersuchung eingeleitet habe, bezeichnet er zumindest als unerwartet.

Noch erschütternder aus Sicht von Berichterstattern allerdings ist dann tatsächlich der Umstand, dass und wenn die Vorwürfe noch nicht einmal in Medien benannt werden, die sich in anderen Fällen recht ausgiebig mit Folter oder zumindest schlechten Gefängnisbedingungen beschäftigen. Es wird spannend sein zu sehen, ob sich zumindest in den kommenden Tagen Berichte über diesen Fall in den Medien finden werden. Wir werden dem Fall an dieser Stelle nachgehen – denn es ist ein Fall, der auch über den Zustand der Medien in Deutschland Auskunft gibt.

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