Atomunfall: Landesregierungen lassen Jodtablettenbestände auffrischen

Atombomben

In mehreren Regionen und Städten des Landes sollen laut Medienberichten die Bestände von Jodtabletten aufgefrischt und Millionen Tabletten neu verteilt werden. Der Beschaffungsprozess des Bundes für neue Jodtabletten läuft seit Anfang des Jahres 2020. Die vorhandenen Bestände sollen erneuert werden. Für den Regierungsbezirk sind über 12 Millionen Jodtabletten vorgesehen, die an die Stadt- und Landkreise verteilt werden sollen. Die Regierungspräsidien planen aufgrund der Empfehlungen der Strahlenschutzkommission Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung, um für den Fall eines nuklearen Unfalls vorbereitet zu sein, heißt es in Medienberichten.

Eine der Schutzmaßnahmen soll die Jodprophylaxe sein: Mit speziellen Jodtabletten soll eine Jodblockade der Schilddrüse erwirkt werden. Wenn bei einem Atomunfall radioaktives Jod austritt, könne dieses Jod durch Einatmen vom Körper aufgenommen und in der Schilddrüse gespeichert werden. Damit Menschen im Fall eines solchen nuklearen Unfalls davor geschützt würden, planten die Katastrophenschutzbehörden das Verteilen spezieller Jodtabletten, die durch die Jodblockade das Einlagern von radioaktivem Jod in der Schilddrüse verhindern sollen.

Das Regierungspräsidium Stuttgart erklärt, dass bei rechtzeitiger Einnahme von Jodtabletten die Schilddrüse bereits mit nicht-radioaktivem Jod gesättigt sei, bevor radioaktives Jod durch Einatmen aufgenommen werden könne. Das schütze vor einer erhöhten Gefahr, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken.

Die Verteilung im Raum Stuttgart hat bereits Anfang August begonnen. Wenn die Verteilung abgeschlossen ist, sollen die Altbestände vernichtet werden. In Baden-Württemberg ist noch in Neckarwestheim ein Reaktor in Betrieb.

Auch das Bundesland Sachsen hat sich mit rund vier Millionen Jodtabletten eingedeckt. Sie sollen nach einem Atomunfall an Kinder, Jugendliche und Schwangere ausgegeben werden, heißt es. Sachsen folgt damit einer Empfehlung der Strahlenschutzkommission. Sie hatte nach der Auswertung der Reaktor-Katastrophe von Fukushima der Bundesregierung geraten, die Verteilung von Jodtabletten auszudehnen.

Auch im Saale-Holzland laufen die Vorbereitungen für die Verteilung von Jodtabletten für den Fall eines Atomunfalls. Zwar gibt es in der näheren Umgebung keine Atomkraftwerke, doch der nächstgelegene noch in Betrieb befindliche Reaktor ist das Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen in rund 200 Kilometern Entfernung. Durch eine Änderung im Strahlenschutzgesetz des Bundes hat es eine entsprechende Veränderung der Vorsorge gegeben.

Mit rund 7 Millionen Tabletten hat das Regierungspräsidium Freiburg ebenfalls Jodtabletten im gesamten Regierungsbezirk verteilt. Das THW hat alle Landkreise um die Stadt Freiburg beliefert, so eine Pressemitteilung. Für den „unwahrscheinlichen Fall eines Atomunfalls“ seien nun die Jodtablettenbestände des Landes Baden-Württemberg erneuert worden, schreibt die „Badische Zeitung“.

Der Bund hat die Länder zur Neubeschaffung von Jodtabletten zur Erneuerung der vorhandenen Bestände verpflichtet. Die zeitlich korrekte Einnahme sei von entscheidender Bedeutung für den Wirkungsgrad. Eine verfrühte oder verspätete Einnahme vermindere die Schutzwirkung der Jodblockade. Aus diesem Grund werde im Ereignisfall der richtige Zeitpunkt zur Einnahme der Jodtabletten von der Katastrophenschutzbehörde bekannt gegeben. Im Ernstfall sollen die Tabletten in Wahllokalen ausgegeben werden.

Fraglich ist, ob tatsächlich nur die Altbestände ausgetauscht werden oder ob die Regierung mit Anschlägen auf Atomkraftwerke oder mit Unfällen maroder Kernkraftwerke rechnet.

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