Auch die „Welt“ lässt kommentieren: Groteske Feinstaubdebatte

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Die Befremdung über die Feinstaubdebatte in Deutschland ist inzwischen in den Leitmedien angekommen. Die „Welt“ hat in einem interessanten Kommentar über die „Hysterie über Feinstaub“ die Absurdität der Diskussion beschrieben. Der Autor lässt ausdrücklich einige Politiker auflaufen.

Hofreiter: Diskussion nicht mitbekommen

So habe Anton Hofreiter, immerhin ein promovierter Biologie, im Zweifel die Diskussion der Fachexperten offenbar gar nicht mitbekommen. Hofreiter forderte, die Grenzwerte bei der Messung der Emissionen müssten möglicherweise sogar noch schärfer formuliert werden. Der „Welt“-Kommentar (https://www.welt.de/debatte/kommentare/article187672030/Feinstaub-Gruene-halten-an-Grenzwert-fest.html) hält auch dem SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach dessen Äußerungen vor. Der meint, die Grenzwerte seien bei den international anerkannten Experten unstrittig.

Genau das ist aber falsch. Denn immerhin haben jüngst etwa 100 Experten, dies sind Mediziner, die sich mit Lungenerkrankungen beschäftigen sicherlich, eine Neudiskussion über die Grenzwerte angeregt. 100 Mediziner sind bei weitem die Minderheit, das steht außer Frage – dennoch stellen sie eine erhebliche Anzahl an Zweiflern dar.

Die Diskussion wurde insbesondere von Prof. Dieter Köhler angeregt, der – hier im Kommentar – als „Koryphäe“ bezeichnet wird. Der habe darauf verwiesen, dass bislang niemand aus seinem Fachkollegenkreis ein entsprechendes Krankheitsbild habe „nachweisen können“. Wenn 10.000 oder mehr Menschen „vorzeitig“ sterben würden, aber in den Praxen der Lungenärzte niemand als „Feinstaubpatient“ vorstellig würde, wäre dies – so die Folgerung dieser Redaktion – sicherlich auffällig. Dennoch zöge, so wiederum der Kommentar, Prof. Kähler als „Ein-Mann-Armee“ gegen die Theorie in die Schlacht um die Wahrheit.

Bemerkenswert ist demgegenüber ein Zitat von Anton Hofreiter. Für ihn sei „entscheidend: In der Forschung gibt es einen breiten Konsens, dass Stickoxide auch schon im geringen Ausmaß schädlich sind und der Grenzwert verschärft werden sollte“. Dass dieses Zitat in diesem Kommentar an prominenter Stelle publiziert wird, zeigt zumindest eines: Die Diskussion sollte breit geführt und nicht ideologisch verengt werden.

Insofern freut sich diese Redaktion über diesen Kommentar.



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