Bahn: Einfach mal kassieren – der Beraterskandal

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Auch die Deutsche Bahn hat – wie das Verteidigungsministerium unter Ursula von der Leyen – einen Beratungsskandal produziert, meinen Beobachter. Nun berichtete der „Spiegel“ über einen besonders pikanten Fall. Dieser hat, so meint diese Redaktion, die Relevanz, durchaus ein Skandal zu werden.

374.850 Euro – einen halben Tag arbeiten….

Ein Bahnmanager hat das Angebot eines „Aufhebungsvertrages“ im Zuge der Entschlackung des Unternehmens offenbar dahingehend kommentiert, er komme in Existenznot. Der „Spiegel“ bezieht sich in seiner Darstellung auf das „Handelsblatt“. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hat demnach in einem über 400seitigen Gutachten herausgestellt, dass der Manager des Logistikunternehmens „Schenker“ (eine Tochter der DB) den vormaligen Vorstand Ulrich Weber gefragt habe, ob der ihn als Berater mit einem Auftrag versehen könne. Der konnte: Als Berater „für ‚Internationalisierung der Personalarbeit‘“. Der Vertrag brachte immerhin 374.850 Euro.

Die Leistung des Beraters Edmund Schlummer habe sich darauf beschränkt, sich einmal im Monat für einen halben Tag mit dem Bahnvorstand zu unterhalten. Die Prüfer der Beratungsgesellschaften stellten dazu fest: „Eine Leistungserbringung konnte allenfalls in geringem Umfang festgestellt werden“. Die Bezahlung sei demzufolge auch „nicht marktüblich“.

Das Gutachten ist ohnehin brisant. Demnach sind von 60 Beraterverträgen der Bahn, die zwischen 2008 und 2018 mit früheren Managern vereinbart worden waren, gleich 57 nicht mit dem Aufsichtsrat abgestimmt worden. Dies wiederum entspräche nicht den Vorschriften. Dass nicht nur ein lediglich formaler Mangel vorliegt, sondern ein schwerwiegender wirtschaftlicher Schaden, belegt wiederum der Fall des „Herrn Schlummer“. Aktuell ist dessen Vertrag offenbar gestoppt worden, auch wenn er bis 2020 laufen sollte. Das Honorar von Herrn Schlummer insgesamt soll sich auf mehr als 7,8 Millionen Euro belaufen haben.

Es dürfte interessant werden zu beobachten, ob der Vorstand oder frühere Vorstand für diesen wirtschaftlich mutmaßlich nachweisbaren Schaden haften wird. Die Selbstbedienungsmentalität beim Staat und seinen Unternehmen: Wir dokumentieren diese Fälle hier.

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