Bargeldabschaffung: Jetzt steigt das Tempo

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Schweden gilt schon seit Jahren als Vorreiter und mögliches Experimentierfeld der Bargeldabschaffung. Bankautomaten findet man in Schweden kaum noch. In nur wenigen Geschäften ist Barzahlung überhaupt noch möglich. Bislang wurde die Bargeldabschaffung aber noch hinausgezögert – die Schwedische Zentralbank hatte erst für das Jahr 2030 das Ende des Bargeldes vorgesehen.

Wie der ORF nun berichtete, könnte die Bargeldabschaffung in Schweden nun schon viel schneller kommen. Nach einem Bericht des schwedischen Handelsrates soll das Bargeld schon ab 2023 verschwinden. Das Ende der Krone in Bargeldform könnte viel schneller kommen, als angenommen. Der 24. März 2023 wurde als Stichtag für den endgültigen Schluss des Bargeldes gesetzt. “Dies sei der Tag, an dem es sich für heimische Händler nicht mehr lohne, Bargeldzahlungen anzunehmen”, so der Wortlaut eines Forschungsberichtes, der vom schwedischen Handelsrat beauftragt wurde.

1661 war Schweden das erste Land in Europa, das Banknoten druckte. Nun kann es dazu kommen, dass gut 30 Jahre später ausgerechnet in Schweden die Banknoten wieder abgeschafft werden. Die Schweden selbst wehren sich kaum dagegen. Sie bezahlen inzwischen fast alles mit Karte oder Bezahl-Apps via Smartphone – sowohl im Bus wie auch auf Märkten auf der Straße bis hin zu öffentlichen WCs oder gar für die Kirchenkollekte – überall kann bargeldlos bezahlt werden. Viele Geschäfte oder auch Museen akzeptieren gar kein Bargeld mehr. Selbst Banken können offiziell Bargeldzahlungen abwehren. Das heißt unter dem Strich: Der Weg in die bargeldlose Welt ist damit in Schweden so weit fortgeschritten wie in keinem anderen europäischen Land.

Schweden benutzen immer öfter mobile Bezahl-Apps wie „Swish“. Bereits über sieben der insgesamt zehn Millionen Einwohner Schwedens verfügen über diese App, die von sechs schwedischen Großbanken entwickelt wurde.

Auch in Schweden lautet das offizielle Argument, dass man mit der Bargeldabschaffung Korruption und Schwarzarbeit bekämpfen wolle. In einer Gesellschaft ohne Bargeld gebe es mehr Transparenz, so ein weiteres Argument der Bargeldgegner. Das ist natürlich vollkommen richtig, denn in einer bargeldlosen Gesellschaft herrscht sogar vollkommene Transparenz. Der Bürger ist dann gläsern und jegliche Transaktion kann überwacht werden. Der nächste Schritt, um Bürger in einer bargeldlosen Gesellschaft zu „erziehen“ wäre dann eine Art Sozialpunktesystem, wie es in China bereits praktiziert wird. Wer sich dort „daneben“ benimmt, d. h. nicht den Regeln des Staates folgt, wird mit Sanktionen belegt. Schlimmstenfalls kommt dieser „Querulant“ dann schlicht nicht mehr an sein Geld. Dazu haben wir hier berichtet…

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