Betriebsrenten: Die nächste Rentenkasse wird geplündert

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Die Regierung geht auf Rentner los – so der Vorwurf der vergangenen Jahre. Alleine durch geringe Erhöhungen und durch die niedrigen Zinsen auf Ersparnisse haben insbesondere Rentner erheblich Wirtschaftskraft eingebüßt. Nun geht es – noch deutlicher als bislang – an die Betriebsrenten. Ein empörender Versuch.

Gut sechs Millionen Betriebsrentner bangen um ihr Geld

Nach einem Bericht und einer Analyse des Blogs „spoekenkiekerei.de“ sind in den vergangenen knapp 15 Jahren seit 2004 die Betriebsrentner selbst um etwa 40 Milliarden Euro entreichert worden. 2004 trat das KGV-Modernisierungsgesetz in Kraft, damals noch unter der rot-grünen Bundesregierung. Das Geld wurde vereinnahmt, indem die Betriebsrentner von den Auszahlungen „bis zu 20 % Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge“ zahlen mussten.

Als sei dies nicht genug – und in den großen Medien kaum thematisiert -, folgt der nächste Angriff. Jetzt scheinen die Politiker der großen Parteien darüber zu sinnieren, die Betriebsrentenkasse zur Pflicht für alle Arbeitnehmer werden zu lassen. Die Rechnung ist relativ einfach: Die kommenden Rentner müssen dann zusätzliches Geld in die Kranken- und Pflegekassen einzahlen. Unabhängig übrigens davon, ob die Betriebsrentner bereits in den Krankenkassen versichert und einzahlen. Die Einzahlungen aus bereits um Zahlungen an die Kassen geminderten früheren Einkommen gelten als „Doppelverbeitragung“, die sogar die Union auf dem Bundesparteitag 2018 in Frage stellte.

Die „Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung“ nun hat anlässlich ihrer 81. Jahrestagung den Plan entwickelt, alle Arbeitnehmer in diesen Doppelschraubstock zu zwingen. Noch einmal: Wer also von seinem Nettogehalt in die Betriebsrentenkassen einzahlt, hat auf das gesamte Bruttogehalt bereits in die Sozialkassen eingezahlt. Warum die Auszahlungen dann noch einmal zum Abzug der Beiträge führen sollten, ist zumindest systemlogisch nicht zu erklären.

Aberwitzig ist, dass die künftigen Betriebsrentner dann sogar die Arbeitgeberbeiträge ebenfalls entrichten müssen. Das heißt, die Betriebsrenten werden stärker geschröpft als gängige Renten. Von denen wird regelmäßig nur der halbe Beitragssatz für die Krankenkassen abgezogen, also die Arbeitnehmeranteile.

All dies zeigt, in welcher Situation wir uns in Deutschland befinden: Gerade die Mittelschicht wird besonders geschröpft. Wir empfehlen eine weitsichtige, eigene Planung.

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