“Bilanzierungsfehler”: Schäuble nennt HRE-Buchungspanne aufgeklärt

Bilanzfälscher unter sich

Es ist eine verrückte Welt: Eine Angestellt in einem Supermarkt kann rechtmäßig entlassen werden, wenn sie für einen Euro Wurst klaut. In den höchsten Etagen des Finanzwesen geht es da etwas lockerer zu. Dafür sind die Summen höher.

55,5 Milliarden, wem juckt’s? Als Strafe gibts ein kleines Schaulaufen der Vorstände und Konsorten zum obersten deutschen Finanzlakaien der City of London und die Sache ist gegessen. Schließlich “alle Beteiligten haben Besserung gelobt“ (sagte Schäuble). Der Wurstfrau hat das nicht geholfen.

Wer an eine HRE-“Buchungspanne” glaubt, glaubt auch an den Osterhasen. Aufgeklärt wurde gar nichts. Warum haben Vorstände und Verwaltungsrat nichts gemerkt? Wer wäre der Nutzniesser der “Fehlbuchungen” gewesen? Wer war derjenige, der Aktiva zu gering und/oder Passiva zu hoch ausgewiesen hat, um die Bilanzsumme (d. h. die Schulden des Bundes) zu erhöhen? Wer hat vergessen, Verkäufe zu buchen? Warum hat der Wirtschaftsprüfer PWC (PricewaterhouseCoopers) nichts “gemerkt”? Haben wir keine deutschen Wirtschaftsprüfer, sondern müssen wir immer auf angelsächsische Wirtschaftsprüfer zurückgreifen? Liest das Finanzministerium die Bilanzen dieser dubiosen Anstalt nicht, die dazu da ist, im Auftrage der Bankster die BürgerUnsummen zu berauben? Warum hat die Öffentlichkeit so lange nichts erfahren?

Die Frankfurter Allgemeine zündet eine Nebelkerze, die einen Angriff auf den gesunden Menschverstand darstellt (rote Passagen durch uns hervorgehoben):

Der Bundesfinanzminister hält personelle Konsequenzen nicht für notwendig und sieht mangelhafte Kommunikation als Grund für das fehlerhafte Bilanzieren von 55,5 Milliarden Euro bei der Bad Bank der Hypo Real Estate.

Der 55,5 Milliarden Euro große Rechenfehler bei der Staatsbank HRE wird keine personellen Konsequenzen nach sich ziehen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte am Mittwoch, es gehe ihm nicht darum, Schuldige vorzuführen. „Es ging immer um Statistikprobleme und unterschiedliche Bilanzierungsmethoden.“ Die Panne sei nun weitgehend aufgeklärt.

Grund für den Buchungsfehler sei mangelhafte Kommunikation zwischen den beteiligten Banken gewesen. Es habe zu keinem Zeitpunkt ein Risiko für die Vermögensinteressen der Bundesrepublik Deutschland gegeben. Schäuble sprach aber von einem „ärgerlichen Fehler“. Ein so großer Betrag sei geeignet, die Bevölkerung tief zu verunsichern. Im Mittelpunkt müsse stehen, den Sachverhalt aufzuklären und die Strukturen zu verbessern, damit sich so etwas nicht wiederhole. „Alle Beteiligten haben Besserung gelobt“, sagte Schäuble. Er hob hervor, dass sein Ministerium zum frühest möglichen Zeitpunkt umfassend informiert habe.

Missverständnis sei Kern des Problems gewesen

Schäuble hatte zuvor Verantwortliche der HRE, ihrer Bad Bank FMS Wertmanagement, deren Aufsicht Finanzmarktstabilisierungsanstalt und Wirtschaftsprüfer nach Berlin zitiert, um sich den Grund der Buchungspanne erklären zu lassen. Er wolle nun den Schwarzen Peter nicht den Wirtschaftsprüfern zuspielen, sagte er. Diese hätten letztlich bei der Aufklärung geholfen, Antworten auf offene Fragen zu finden.

Kern des Problems sei ein Missverständnis bei der Bilanzierung zwischen HRE und der Bad Bank FMS-Wertmanagement gewesen. Die Bad Bank habe bestimmte Passiva in ihrer Bilanz saldiert , während dies die HRE nicht getan habe. Die Bundesbank solle nun binnen zwei Wochen Vorschläge machen, wie die Zusammenarbeit und die Aufsicht bei der HRE-Bad Bank verbessert werden könnten.

Ja, so wird’s wohl gewesen sein. Und die Iren haben sich auch verbucht. Zu Ungusten des Volkes.

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