Bizarr: Sind Sie schuld an der Niedrigzinspolitik der EZB?

www.shutterstock.com, Alexandros Michailidis, 1192554226

Tragen wir Deutschen erneut die Schuld am Elend dieser Welt? Wenn es nach einem Gastbeitrag auf „Focus“ geht, dann sind wir schuld am Niedrigzins der EZB: Die Risikoscheu, die wir in uns tragen, sei das wahre Problem der derzeitigen EZB-Politik. Zeit um umzudenken, so der Autor. Wir haben diesen Beitrag aufgegriffen, weil a) Meinungen erlaubt und erwünscht sind und b) hier eine neue Seite sichtbar wird.

Untersuchung von Ökonomen

Der Beitrag geht auf ein Buch zurück: „A History of Interest Rate“, erschienen zunächst im Jahr 2005. Die Autoren haben sich mit der langfristigen Entwicklung von Zinsen beschäftigt und kommen zu dem Schluss, dass Zinsen von mehr als 4 % und wie aktuell weniger als 0 % ein „Extremum“ darstellen. Wenig überraschend der Schluss: Wir lebten in einem Zeitalter der „politischen und wirtschaftlichen Exzesse“ – genauso ist es auch. Die Zinsen fallen bereits seit Beginn der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, was wiederum ebenfalls wenig überraschend ist.

Interessanter ist der Umstand, dass die Zinsen, wenn sie denn steigen, zumeist steil zulegen, also schnell. Dies wäre für Sparer wahrscheinlich subjektiv ein Wunschszenario, objektiv jedoch ein Problem: Schnell steigende Zinsen führten zu einer wahnsinnigen Verschuldung derjenigen, die ohnehin von Krediten leben. Immobilien-Investoren etwa, die ihre Darlehen verlängern müssen.

Stark steigende Zinsen würden zu enorm starken Pleitewellen führen, Immobilien etwa könnten teils nicht mehr finanziert werden und würden einen Preisverfall auslösen. Andere Märkte, etwa der Maschinenbau oder besonders das Baugewerbe, dürften ähnlich in sich zusammenbrechen.

Schuld daran, dass sich die Zinsen nur unzureichend etwas nach oben anpassen, sind demnach allerdings die Deutschen. Wir legen zu vorsichtig in Lebensversicherungen an, in Sparguthaben oder in der betrieblichen Altersvorsorge. Der Druck auf den Markt ist viel zu gering. Wir ermöglichen durch den Ankauf von Schuldverschreibungen des Staaten zu etwa -0,4 bis -0,6 % Rendite erst die Staatsverschuldung. Die Zinsen fallen weiter. So die Lesart des Autors.

Tatsächlich ist es schlicht unrentabel, in solche Anleihen oder Sparguthaben zu investieren. Schuld ist zwar die Politik in der Euro-Zone, dennoch sollten Sie sich schützen – gegen Niedrigzinsen, die Sie nicht verursacht haben. Denn das Geld wird weiter entwertet. Was Sie unternehmen können, lesen Sie hier.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen