Brexit: Wer tatsächlich profitiert

www.shutterstock.com, Alexandros Michailidis, 1184283151

Der „harte“ Brexit rückt näher. Deshalb wird der Ton in den Medien auch hierzulande rauer. Die Medien unterstellen, die Briten seien zu zerstritten oder wahlweise zu dumm, um die Nachteile des Brexit zu ermessen – für Großbritannien. Am Seitenrand hingegen stehen unvermutet einige Sieger, so die Ergebnisse der „Bertelsmann Stiftung“, die sich mit den Folgen des Brexit auseinander gesetzt hat.

Unterstellt: No Deal

Dabei unterstellen die Autoren einen harten Brexit, also einen Brexit ohne Zollabkommen zwischen der EU und Großbritannien. Dieser droht jetzt am 12. April, nachdem die EU für den Fall der Ablehnung des Deals die Verschiebung der Frist bis zu diesem Tag angenommen hat.

Die Studienergebnisse sind brisant. Demnach deuten die bisherigen Handelsströme und Einkommensbewegungen an, dass beispielsweise Deutschland mit einem Einkommensverlust in Höhe von 9,5 Milliarden Euro pro Jahr rechnen müsste. Das Bruttoinlandsprodukt sinke pro Kopf um 115 Euro jährlich. Das wären umgerechnet etwa 270 Euro pro Haushalt. Noch klingt dieser „Verlust“ der Produktivität harmlos.

Dabei vergessen Kritiker jedoch, dass das BIP in der Regel jährlich steigen sollte, um den Anforderungen dieser Wirtschaftsformation gerecht zu werden. Ohne Wachstum funktioniert die Wirtschaft schon deshalb nicht, weil etwa Geld verzinst wird und von daher Überschüsse (= Renditen) zwangsläufig erforderlich sind. Damit vervielfacht sich der Schaden allein für Deutschland.

In den USA hingegen würde das sogenannte Gesamteinkommen jährlich um 13,3 Milliarden Euro wachsen, so die Daten. Dies wären pro Kopf 41 Euro mehr BIP. Auch hier gilt: Die kleine Zahl täuscht über den Gesamtzusammenhang hinweg.

China würde sich über einen „harten Brexit“ gleichfalls freuen können. Das Gesamteinkommen stiege um gut 5 Milliarden Euro. Das sind rechnerisch wiederum nur 4 Euro pro Kopf – mit den oben getroffenen Hinweisen wiederum heißt dies, dass China profitiert. Ebenso würde Russland profitieren, dort würde das Gesamteinkommen um 262 Millionen Euro steigen.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen