Brisante Tage für Bayer: Monsanto-Milliarden-Prozess beginnt

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Monsanto hat ein Unkrautvernichtungsmittel hergestellt, das für zahlreiche Erkrankungen verantwortlich gemacht wird. Nun warten mehr als 9.300 Kläger in den USA auf ihre Schadenersatzklagen. Bayer aus Deutschland hat Monsanto gekauft und zittert nun mit. Das erste Urteil um das „Pflanzenschutzmittel“ Glyphosat war im August 2018 fällig. Monsanto wurde dazu verurteil, dem an Krebs Erkrankten Dewayne Johnson 255 Millionen Euro zu zahlen. Jetzt steht mit Edwin Hardeman der nächste Kläger vor Gericht. Er hat Lymphdrüsenkrebs.

Schadenersatz fällt geringer aus…

Mittlerweile ist im ersten Fall die Summe, die Monsanto zahlen muss, deutlich gesenkt worden. Der Schadenersatz gilt als gering. Dennoch muss Bayer nun mit Monsanto vor den Folgen der nächsten Klagen zittern. Der neue Fall jedoch dürfte noch gravierender sein. Denn es ist ein „Bellwether Case“, der wiederum für die anderen anhängenden Klageverfahren richtungsweisend sei, beschreibt etwa der „Focus“.

Bislang gilt als schwierig zu ermitteln, wie der zuständige Richter Vince Chhabria die Sachlage einschätzen wird. Dabei stellt sich unter anderem die Frage, welche Beweise und Beweisverfahren überhaupt zugelassen werden. Davon hängt ab, wie die Ergebnisse der Gesamtwürdigung ausfallen.

Faktisch gibt es bislang keine einheitliche wissenschaftliche Sicht auf die Wirkung von „Roundup“, dem Mittel, das Monsanto verkauft hat (und das Glyphosat enthält). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte im Jahr 2015 das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend“ bezeichnet.

Inzwischen hat Bayer zumindest einen Verfahrensvorteil erlangt. Das Klageverfahren wird zweistufig durchgeführt. Zunächst wird das Gericht darüber befinden, ob es Glyphosat selbst für krebserregend hält. Sofern dies positiv beantwortet wird, muss in einer zweiten Stufe darüber entschieden werden, ob Monsanto selbst „arglistig“ über solche Risiken geschwiegen hat. Die „Arglist“ ist zumindest nach deutschem Recht in der Regel nicht einfach nachzuweisen. Immerhin würde Monsanto sich – in den USA – auf die Untersuchungen berufen, die unterstellen, hier liege kein Risiko vor.

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