Bundesbank finanzierte Monsanto-Kauf mit Steuergeldern

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Die Europäische Zentralbank verteilt im sogenannten Wertpapierkauf offenbar Steuergelder an internationale Konzerne, was eine Schattensubvention für einige der größten Unternehmen der Welt bedeutet. Während der Finanzkrise 2008 etablierte sich die Praxis der EZB, Gelder für Aktienkäufe der Zentralbanken zur Verfügung zu stellen. Ursprünglich sollte dies den Banken helfen, doch diese Praxis hat sich inzwischen anscheinend „verselbständigt“. Das Bundesverfassungsgericht hatte bereits Bedenken hinsichtlich dieser Praxis geäußert – der Europäische Gerichtshof EuGH billigte jedoch im Dezember 2018 dieses Vorgehen der EZB.

Die Umverteilung von Staatsgeldern erfolgt jedoch nicht nur an europäische Konzerne, sondern auch an Unternehmen wie Nestlé, Shell oder Coca-Cola – Firmen, die außerhalb der EU liegen. Diese Umverteilung von Unten nach Oben dürfte jetzt durch die gescheiterte Übernahme des US-Konzerns Monsanto durch Bayer auffliegen. Vor drei Jahren verkündete Bayer stolz, den US-Pestizid- und Saatgutkonzern Monsanto für 62 Milliarden Dollar zu kaufen. Die Bayer Aktionäre klatschten Beifall, verhieß der Kauf des US-Riesen doch zunächst ungeahnte Dividenden.

Doch Bayer hatte sich verkalkuliert. Es erfolgte anscheinend keine eingehende Risiko-Analyse, was sich nun rächen dürfte: In den USA sieht sich Bayer nun mit über 12.000 Klagen konfrontiert – drei Gerichtsprozesse hat Bayer bereits in mehrfacher Millionenhöhe verloren. Die Aktienkurse von Bayer sind in den Keller gerauscht. Weltweit sollen nun 12.000 Stellen bei Bayer abgebaut werden – allein in Deutschland 4.500 Stellen. Dem Leverkusener Konzern droht der Bankrott.

Die Zeche bezahlen jedoch nicht etwa die Bayer-Aktionäre, sondern die deutschen Steuerzahler, berichtet „Heise Online“. Angesichts des drohenden Konkurses des deutschen Pharmakonzerns wird die Bundesregierung sicherlich bald einspringen – genau wie bei der Bankenkrise bereits geschehen. Auch die Bundesbank wird von diesem massiven Verlust betroffen sein, denn Bundesbank-Chef Jens Weidmann, der EZB-Chef werden will, hat den Kauf von Monsanto mitfinanziert. Das Geld nahm er aus dem Wertpapierkaufprogramm der EZB.

Die von Bayer ausgegebenen Anleihen für den Kauf von Monsanto sind in sechs Transaktionen übernommen worden. Der Sprecher der EZB, William Lelieveldt, bestätigte den Kauf der Bayer-Bonds im Rahmen des sogenannten CSPP Programms (Corporate Sector Purchase Programme). Die Bonds sind im Portfolio der Bundesbank. Bayer hat Monsanto für 62 Milliarden Dollar gekauft. „Welche Bank gibt so einen großen Kredit?“, wunderte sich damals die „FAZ“. Ein Viertel der Summe soll Bayer aus Eigenkapital und Verkäufen von Firmenanteilen an die BASF finanziert haben sowie aus dem Verkauf des Werkstoffherstellers Covestro. Zudem gab Bayer neue Aktien heraus und finanzierte den Rest über die Bank of America, die Crédit Suisse und das Haus Rothschild engagiert. Nicht bekannt jedoch war, dass ein großer Teil der Bayer-Anleihen von der Bundesbank mit EZB-Geldern gekauft wurde, so Heise.

Weidmann will Nachfolger von Draghi werden. Am 30. Juni wird in Brüssel die Entscheidung über den neuen EZB-Chef getroffen. So wie die Bayer-Aktie fällt, dürften auch Weidmanns Chancen fallen, meint Heise.

Der ganze Skandal wird noch Kreise ziehen – wir berichten darüber.

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