Bundeswehr im Schlepptau von AFRICOM: Merkel kündigt Mali-Einsatz an

Merkel, Niger und Mali

Der Bundeswehr steht ein weiterer Auslandseinsatz bevor. Zur Konfliktlösung im westafrikanischen Mali sollen aber nur einige Ausbilder entsandt werden. Nach den Vorstellungen von “Kanzlerin Merkel” könnte das in Zukunft zur Regel werden, berichtet die Badische Zeitung.

Tuareg-Staat Azawad

Der Hosenanzug erklärte am Montag die Bereitschaft Deutschlands, sich an einer Ausbildungs- und Unterstützungsmission der EU für den Kampf der Regierung in Mali gegen “radikale Islamisten” zu beteiligen. “Freiheitliche demokratische Staaten können nicht akzeptieren, dass der internationale Terrorismus im Norden des Landes ein sicheres Rückzugsgebiet erhält”, sagte die Merkel auf einer Bundeswehrtagung in Strausberg bei Berlin [1].

Die Bereitschaft Deutschlands? Sind Sie gefragt worden? So ganz nebenbei erfährt man, dass sich die zur NATO-Söldnerarmee umgebaute Bundeswehr nun auch in Mali einmischt (oder sollte man besser sagen, einmischen muss). Die Marionette der internationale Finanzoligarchie hat nicht vor, lange zu fackeln und rest-demokratische Scheindiskussionen anzustoßen, ob das gehirngewaschene Wahlvolk mit solchen Einsätzen einverstanden ist. Diese Zeiten sind vorbei.

Merkel kündet nach Gutsherrenart einfach den Einsatz in Mali an, dem weitere Unternehmungen auf dem afrikanischen Kontinent folgen werden. Diese Einsätze sind von langer Hand vorbereitet und werden vom US-AFRICOM und seine alliierten Hilfstruppen durchgeführt. Was es mit den “wenigen Ausbildern” auf sich hat, erfahren Sie aus einem Artikel von Dan Glazebrook im Guardian vom 14.06.2012:

“Je weniger sie von uns sehen, desto weniger werden sie uns ablehnen.” Das sagte der britische General Frederick Roberts während des Englisch-Afghanischen Krieges in den Jahren 1878-80 und beschrieb damit eine Politik der Kollaboration mit afghanischen Stammesführern, die ihre Stämme für das Empire kontrollierten.
Die so genannte “indirekte Herrschaft” war lange das Erfolgsrezept des Britischen Weltreichs, das größtenteils nicht von britischen Soldaten, sondern von Kolonialtruppen erobert wurde, die in bereits ins Empire eingegliederten Ländern rekrutiert wurden. Man versuchte immer, die schmutzige Kontrolle über das Empire so auszuüben, dass möglichst wenig
weißes Blut vergossen werden musste.

In den letzten Jahren hat man sich wieder an diese Praxis erinnert. Die hohen Verluste der Truppen westlichen Staaten im Irak und in Afghanistan haben die Politiker wieder gelehrt, dass Kolonialkriege, in denen ihre eigenen Soldaten getötet werden, zuhause wenig Zustimmung finden. In beiden Fällen brachten oder bringen die USA und Großbritannien ihre Soldaten in Sicherheit und lassen die Gegner der zur Wahrung ihrer Interessen errichteten neuen Regime von einheimischen Hilfsarmeen umbringen, (die sie ausgebildet und ausgerüstet haben und) die ihnen (deshalb) gehorchen.
Das wird jetzt auch in Afrika versucht.
Um ihren abnehmenden Einfluss auf dem schwarzen Kontinent zurückzugewinnen, der durch die wachsenden Investitionen Chinas bedroht ist, haben die USA im Oktober 2008 (das in Stuttgart residierende) AFRICOM – das Afrika-Kommando des US-Militärs – aktiviert. (Weitere Infos dazu unter http://www.politaia.org/iran/der-plan-der-city-of-london-fur-afrika-und-den-nahen-und-mittleren-osten/ .)

Das AFRICOM koordiniert alle militärischen US-Aktivitäten in Afrika und trägt nach seiner Aufgabenbeschreibung “zu wachsender Sicherheit und Stabilität in Afrika bei, indem es afrikanische Staaten und regionale Organisationen bei der Durchsetzung der Demokratie und bei Entwicklungsmaßnahmen unterstützt, damit sie sich selbst verteidigen und ihrer Bevölkerung besser dienen können”.
Manchmal äußern sich die Militärs jedoch offener über ihre eigentlichen Absichten: Auf einer Konferenz im Jahr 2008 erklärte Vizeadmiral Robert Moeller, AFRICOM solle “den freien Fluss von Bodenschätzen aus Afrika auf den Weltmarkt sichern“, und zwei Jahre später schrieb er in einem Artikel in der Zeitschrift Foreign Policy: “Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, AFRICOM hat die Aufgabe, amerikanische Leben zu schützen und amerikanische Interessen zu fördern.” Mit militärischen Mitteln versuchen westliche Staaten den Einfluss zurückzugewinnen, den sie einmal durch ihre finanzielle Dominanz hatten.

Die relativ wenigen US-Amerikaner, die tatsächlich für AFRICOM arbeiten – es sind etwa 2.000 Personen – lassen sowohl auf die mit dem Projekt verfolgten Absichten als auch auf die Bedrohung schließen, die es für die Unabhängigkeit afrikanischer Staaten darstellt. Wie wir bereits erfahren haben, steht dahinter die Idee, in den kommenden Kolonialkriegen nur Afrikaner und nicht etwa Soldaten aus den USA oder Europa für die Durchsetzung westlicher Interessen kämpfen und sterben zu lassen. Die von AFRICOM eingesetzten US-Soldaten sollen nicht in Afrika kämpfen, sondern nur kommandieren; das AFRICOM hofft, nach und nach den Befehl über sämtliche Streitkräfte der Afrikanischen Union übernehmen zu können…………Der Rassismus des von der NATO installierten neuen Regimes in Libyen, das ein Pogrom gegen die schwarze Bevölkerung des Landes angezettelt hat, reißt diese Brücke gerade ein und zerstört damit alle Ansätze für ein vereinigtes Afrika.
Weil sich AFRICOM nach der Ausschaltung seines entschiedensten Gegners auf dem Vormarsch befindet, steht die Afrikanische Union jetzt vor der wichtigsten Entscheidung in ihrer Geschichte: Wird sie sich zu einer Kraft entwickeln, die für die regionale Integration und die Unabhängigkeit (Afrikas) eintritt, oder wird sie sich zum Werkzeug der militärischen Aggression des Westen gegen den schwarzen Kontinent machen lassen?[2]

Im Klartext: Die Afrikaner sollen sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, damit die Plünderung Afrikas zum Erfolg wird. Deshalb muss auch die Bundeswehr nur wenige “Ausbilder” entsenden. Nach Ansicht von Merkel könnte eine solche Mission “Modellcharakter” für künftige Einsätze der Nord-Atlantischen Terror-Organisation und der EUdSSR haben. “Es liegt in unserem Interesse, wenn wir Partner dazu befähigen, sich für die Bewahrung oder Wiederherstellung von Sicherheit und Frieden in ihren Regionen wirksam einzusetzen”, schwadronierte der Hosenanzug in Straussberg. Die Wahrung von Menschenrechten und die Achtung grundlegender Werte müssten “entscheidende Kriterien der Beurteilung” bleiben.

Quellen:

[1] http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/merkel-kuendigt-mali-einsatz-an–64852510.html

[2] http://www.politaia.org/rustung/das-u-s-africom-setzt-seine-imperialistische-agenda-um/

Weitere Quellen:
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