Burnout: Nächste Studie thematisiert das große Problem…

www.shutterstock. Kaspars Grinvalds, 1190783602

Nun klagen auch junge Ärzte über Burnout-Syndrome. Immer wieder gibt es Stimmen, die Burnout teils sogar als Einbildung bewertet haben. Nun gibt es eine laut einer Nachricht der BR-Abendschau eine Studie, wonach 70 % der – teilnehmenden – Assistenzärzte bereits „Anzeichen“ eines Burnouts verspürt hätten. 20 % der Befragten haben eigenen Angaben zufolge Medikamente genutzt, um den Stress zu bewältigen.

Bedingungen in Kliniken sind hart

Ausgerechnet Ärzte gelten als stark belastet. An deutschen Kliniken verschärft sich der Druck bezüglich der aufgewandten Arbeitszeit. Die Entlohnung der Häuser nach „Fallpauschalen“ erzeugt den Druck dahingehend, dass die Medizinier immer weniger Zeit mit Patienten verbringen können bzw. „dürfen“. Zudem leiden die Ärzte unter einer Überstundenpflicht: Die Wochenarbeitszeit liegt nach Auskunft des „Hartmannbunds“ bei 51 Stunden.

Dass Burnout ein weit um sich greifendes Phänomen ist, haben wir an anderer Stelle bereits nachgewiesen:

„Biopsychologen der Dresdner Universität untersuchen jetzt das Millionen-Leiden Burnout. Obwohl es immer wieder heißt, Burnout gebe es gar nicht, sind immer mehr Menschen chronisch müde und erschöpft. Das Wochenende reicht nicht mehr aus, um sich zu regenerieren. Erkältungen treten häufiger auf und sind hartnäckiger.

Den Chef der Forschergruppe, Clemens Kirschbaum, ärgert es, dass Burnout als Modekrankheit abgetan wird. Bislang fehlten lediglich aussagekräftige Forschungsergebnisse. Doch Kirschbaum ist davon überzeugt, dass es sich dabei um tiefe Erschöpfungszustände von Körper und Psyche handelt, ausgelöst durch permanente Überbelastung und Dauerstress.

Der Forscher hat aus seinem Ärger ein großes Projekt gemacht. Die Biopsychologen des Forschungsteams sind der Ansicht, die Abgeschlagenheit sei in Blut und Haaren ablesbar. Erschöpfungspatienten werden daher für die Untersuchungen Haar- und Blutproben entnommen. Insgesamt zehn Jahre lang will das Forschungsteam Proben entnehmen und die Ergebnisse sammeln und auswerten.

8000 Freiwillige haben sich vor über einem Jahr für das Forschungsprojekt gemeldet. Sie haben Fragebögen ausgefüllt und Proben abgegeben. Einige Teilnehmer wurden stundenlang befragt. Die Untersuchung gilt schon jetzt als umfangreichste in der Burnout-Forschung. Denn bislang gibt es keine offizielle klinische Diagnose für Burnout. Psychologen, Psychiater und Ärzte sind sich uneins, ob es sich bei Burnout nicht um eine Depression handelt. Viele sehen ein Burnout als „Risikozustand“ und nicht als Krankheit.

Dies wollen die Biopsychologen durch ihr Forschungsprojekt herausfinden. Sie vermuten unterschiedliche Ursachen hinter der Erschöpfung. So können ihrer Ansicht nach Schlafstörungen, unterschwellige Infekte, Dauerstress, Überbelastung, chronische Entzündungen, Hormonstörungen oder Nährstoffmangel Burnout verursachen. Diese Fragen wollen sie nun durch die sogenannte Erhebung von „Biomarkern“ klären. Die Biomarker geben dann ein Bild des körperlichen Zustandes ab.

Die Studie macht Hoffnung, denn das Thema Burnout ist immer noch ein Tabu, obwohl immer mehr Menschen unter der tiefen Erschöpfung leiden. Vielleicht trägt sie dazu bei, dass künftig offensiv, mit Verständnis und Lösungsansätzen an das Thema herangegangen wird. Denn zum einen verursacht Burnout nicht nur Massenausfälle in Firmen. Auch die Kosten für die Krankenkassen steigen. Das Problem liegt in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt. Nur wenn sich diese positiv verändert, kann das Phänomen Burnout wieder verschwinden.“

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen