Corona und der Kommerz-Fussball: Funktionäre wollten weiterhin verdienen…

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Die Sportwelt fängt mittlerweile an, den Spielbetrieb ganzer Ligen zu unterbrechen oder gar die Saison fast ergebnislos zu beenden. Die Deutsche Eishockey-Liga machte in Deutschland den Anfang. Störrisch zeigte sich bis zuletzt der „Deutsche Fussball-Bund“ bzw. die „Deutsche Fussball-Liga“ (DFL). Ebenso der europäische Fussballverband UEFA. Die lassen ihre Wettbewerbe – auf höchster Ebene – derzeit einfach weiterspielen, jedenfalls ohne Zuschauer als Geisterspiele. Die Risiken der Infektionskrankheit sind hier offensichtlich noch nicht angekommen, so Kritiker. Jetzt hat der Verband reagiert und zunächst die Spiele bis Anfang April ausgesetzt – auf öffentlichen Druck hin.

Geld, Geld, Geld

Worum geht es? Um Geld. Die Fussballvereine und die Verbände kassieren viel Geld für die Fussballspiele. Die Zuschauereinnahmen scheinen nun für die meisten Spiele der kommenden Woche ohnehin verloren. Borussia Dortmund geht offenbar davon aus, 3 Millionen Euro pro Spiel (etwa) zu verlieren. Bei noch ausstehenden 5 Ligaspielen wären dies also 15 Millionen Euro. Dies entspricht geschätzt dem 1,5fachen Jahresgehalt eines Spielers (Marco Reus). Ähnliche Klagen gibt es oftmals zwischen den Zeilen. Die Fussballvereine haben sich mit ihren Konstruktionen ins wirtschaftliche Abhängigkeitsverhältnis begeben. Sie benötigen die Spiele nicht nur der Ticketeinnahmen wegen, sondern auch wegen der Übertragungsrechte und wegen der zahlreichen Sponsoren. Die wollen Präsenz, ansonsten ist das Sponsoring wirtschaftlich betrachtet wertlos.

Die Fussball“vereine“, die oftmals als Kapitalgesellschaften organisiert sind (Borussia Dortmund ist gar an der Aktienbörse notiert), vertreten damit nicht mehr nur die Interessen irgendwelcher Mitglieder, sondern vor allem ihrer Vertragspartner. Denn auf der anderen Seite stehen kostspielige Verträge mit Profisportlern, die – geschätzt – beim Branchenprimus Bayern München zwischen 280 und 300 Millionen Euro jährlich ausmachen können. Würde eine Spielzeit einfach abgebrochen und zahlten die Sponsoren nicht mehr, könnten schnell die entscheidenden Einnahmen fehlen, um dauerhaft auf dem aktuellen Niveau weiterzumachen.

Der Kommerz hat auch die UEFA im Griff. Im Sommer soll die Fussball-Europameisterschaft in insgesamt 12 europäischen Ländern stattfinden. Noch. Die binneneuropäische Reisegruppe ist ersichtlich genau das Gegenteil dessen, was Virologen derzeit empfehlen. Die UEFA hält aktuell noch an den Durchführungsplänen fest. Bis es ihr die Politik endlich verbietet. Denn ohne Verlangsamung der Infektionswelle wird es schnell ungemütlich. Auch in Deutschland. Inzwischen allerdings treffen sich die Verbände und wollen diskutieren – auch sie haben Angst…

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