Coronavirus: Ein Psychiater hält die Angst für „unbegründet“

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Der Psychiater und Neurologe Borwin Bandelow erläutert nun einem Bericht von „Focus Online“ nach, dass die um sich greifende Angst vor dem Coronavirus praktisch unbegründet scheint. Vor dem Hintergrund – auf niedrigem Niveau – explodierender Fallzahlen gilt diese Einschätzung als durchaus überraschend. Deshalb ist seine Argumentation interessant.

„Neue Gefahr“

„Wenn eine Gefahr neu und unbeherrschbar erscheint, fürchten wir uns davor“, so der Forscher. Weder Fakten noch Statistiken würden in einer solchen Situation helfen, wie der Vergleich mit der wesentlich gefährlicheren „normalen Grippe“ zeige.

Unser Angstgehirn reagiere nicht auf solche Statistiken, führt der Psychiater aus. Jährlich würden durch die Grippe 20.000 bis 25.000 Menschen sterben. Da dies nicht neu ist, hätten wir dies akzeptiert. Die Angst vor solchen Ereignissen verliere sich nach „gewisser Zeit“. Auch Haushaltsunfälle oder Autounfälle, die wesentlich mehr Todesfälle nach sich ziehen, würden uns nicht mehr beunruhigen.

Zudem sei etwa Masern „deutlich ansteckender“ als das neue Virus. Die Angst, so der Forscher weiter, würde noch stärker ausfallen, weil das Virus „von weither“ kommen würde. Das Angst- und das Vernunftsystem unserer Hirnregionen würden hier miteinander kämpfen. „In solchen Situationen“ gewinne dann eben das Angstsystem. Dennoch würden wir schon in „ein paar Wochen erkennen, dass Corona eins von vielen Risiken“ sei.

Deshalb seine Empfehlung: Es wäre sinnfrei, „nicht mehr zu reisen“, Mundschutzmasken zu tragen oder auch Flughäfen zu umgehen. Angst bringe nichts.

So weit die Empfehlungen der Psychologie. Auf der anderen Seite stehen allerdings andere Berichte. Das Virus aufhalten zu wollen, ist zumindest auf dem Wege der Abschottung nicht möglich. Dies zeigen die jüngsten Fälle in Bayern. Das Virus verharmlosen zu wollen, ist insofern gleichfalls sinnfrei, als auch die Psychologie weder den Verlauf der Verbreitung noch die längerfristige Mortalität kennt. Deshalb sind die Hinweise bestenfalls begleitend. Tatsächlich empfehlen ruhigere Zeitgenossen: Desinfizieren Sie Ihre Hände, waschen Sie Ihre Hände und seien Sie wachsam Symptomen gegenüber. Wir verfolgen die Diskussionen hier für Sie weiter.

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