Darum ist Frankreichs PROTEST gegen Abgaben und Dieselsteuern erfolgreicher als in Deutschland

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Der „deutsche Michel“ ist ruhig. Die Preise und Steuern steigen nach und nach. Hier rührt sich nichts. Anders in Frankreich. Dort sind am Wochenende annähernd 300.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Abgaben, Steuern und höhere Preise zu demonstrieren. Formal ging es lediglich um die Anhebung der „Dieselsteuer“ zum 1. Januar 2019. Dahinter verbirgt sich indes die Wut darüber, dass die Steuern und Abgaben insgesamt stark steigen. Vor allem für den Mittelstand und die ärmere Schicht, die einen Großteil der Einnahmen ausgeben. Verbrauchssteuern treffen diese Schichten daher besonders stark. Deutschland berichtet darüber kaum – und kann sich offenbar auch kaum vorstellen, ähnlich lautstark zu protestieren.

Deutschland bleibt ruhig – warum?

Fraglich scheint, ob nur der „deutsche Michel“ als Charaktereigenschaft dafür verantwortlich ist. Wohl nicht. In Frankreich verlief der Protest ungeordnet. Ohne, dass eine Zentraleinheit wie die Gewerkschaft dazu aufgerufen hätte. Das ist bei uns anders – und der entscheidende Unterschied.

Die Deutsche Gewerkschaftswelt ist in Ordnung, oder jedenfalls fast. Die Gewerkschaften hatten den Reformen der Schröder-Regierung einst zugestimmt. Hartz-IV und auch der Agenda 2010. Damit haben sie zwar einige kritische Stimmen eingefangen, den Großteil der möglicherweise protestierenden Masse jedoch beruhigt.

Zahllos sind die Versuche der Gewerkschaften, auf diese Weise Zugriff auf die Politik zu haben. Zahllos sind die gelungenen Befriedungsaktionen, wenn es um sozialen Protest ging. Es mag sein, dass Deutschland deshalb als besonders erfolgreich gilt. Proteste wie in Frankreich sind in diesem Milieu jedoch nahezu undenkbar.

Inzwischen haben auch die „Grünen“ längst den Part der staats- und regierungstragenden Partei(en) übernommen. Nur dort, wo die Partei noch in der Opposition sitzt, aktuell in Nordrhein-Westfalen, wird protestiert. Hier gegen die Rodung des Hambacher Forstes, die vorher als Regierungspartei aber ausdrücklich durchgewunken worden war.
Dass die Grünen also Träger eines sozialen Protestes sein könnten, ist nahezu ausgeschlossen. Solange es für den Unmut kein anderes Ventil gibt, wird sich die etablierte Parteienlandschaft über Phänomene wie die AfD nicht beklagen können.



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