Das Emirat von Baba Amr und die Geheimdienst-Journalisten

Satellitenphoto des unabhängigen islamischen Emirats von Baba Amr. Die atlantische Presse deutet den Rauch, der sich über dem Viertel erhebt als Beweis von Bombardierung.
Das unabhängige islamische Emirat von Baba Amr (1. Teil)

Die Journalisten-Kämpfer von Baba Amr

von Thierry Meyssan
Übersetzung Horst Frohlich/Politaia.org

Die der NATO und dem GCC angehörigen Staaten haben es nicht geschafft, trotz der zehnmonatigen Vorbereitung durch Krieg schwacher Intensität, der durch einen wirtschaftlichen und medialen Krieg verstärkt wurde, einen konventionellen Angriff gegen Syrien einzuleiten. Die Stadt Homs ist das Symbol dieses Widerstandes geworden. Die freie „syrische“ Armee hat die Stadtviertel Baba Amr und Inchaat besetzt und dort ein islamisches Emirat ausgerufen, was eine Idee für ihr politisches Projekts vermittelt.

Mit dem Rückhalt von Russland – immer noch durch die Erfahrung mit dem islamischen Emirat von Itschkerien traumatisiert – und von China, beide darauf bedacht, dass die Regierung von Damaskus ihre Bürger beschützt, hat die syrische nationale Armee am 9. Februar nach allen vergeblichen Vermittlungsversuchen den Angriff gestartet. Einmal aufgerieben, verschanzte sich die freie „syrische“ Armee bald in der 40ha großen Zone, welche unmittelbar danach von den loyalen Kräften umzingelt wurde, jeden Tag kleiner wurde und welche am 1. März endlich fallen sollte. Um sich zu rächen, massakrierten die letzten bewaffneten Elemente des Emirats die Christen von zwei Dörfern, die sie auf ihrer Flucht in den Libanon durchquerten.

Während dessen wurden die Mainstream-Medien dazu benützt, die schmutzige und blutige Realität dieses Emirates zu verheimlichen und für die Vorgänge  ein Revolutions- und Unterdrückungsmärchen zu erfinden. Besonders sorgfältig wurde vorgetäuscht, dass tausende Zivilisten von Artillerie – ja selbst von der syrischen Luftwaffe – beschossen wurden. Im Zentrum dieser Propaganda stand ein Pressezentrum, das von den Satellitensendern der Koalition [Al-Dschasira (Katar), Al-Arabiya (Saudi-Arabien), France 24 (F), BBC (GB) und CNN (USA)] verwendet wurde und das von israelischen Journalisten koordiniert wurde.

Die Öffentlichkeit des Westens und der Golfstaaten kann sich zu Recht fragen, welche von den beiden Versionen, die der NATO und des GCC (Golf-Kooperationsrat), oder jene der OCS (Organisation der Kooperation von Shanghai) die richtige ist. Wir werden versuchen, ihr wesentliche Elemente vorzustellen, damit man sich dazu eine Meinung bilden kann. Wir stützen uns auf vom Westen und und den Golfstaaten ausgestrahlte Videos, auf Zeugenaussagen von Überlebenden (die vom Büro des Voltaire Netzwerkes in Syrien gesammelt wurden) und auf im Pressezentrum des Emirates entdeckte Dokumente.

Das Janusgesicht der westlichen Reporter

Die im Emirat eingeschlossenen westlichen Journalisten hatten einen Notruf im Web durchgegeben. Zwei unter ihnen erscheinen verletzt, der dritte wohlauf. Die Regierungen machten die Auslieferung zu einer Sache höchster Dringlichkeit. Frankreich schickte einen Beamten, um mit den Rebellen zu verhandeln. Mehrere andere Länder, -besonders Russland – boten ihre guten Dienste an, da sie versuchten, die Spannungen in der Levante zu mildern.

Ich habe an diesen gemeinsamen Anstrengungen teilgenommen. Tatsächlich hatte eine französische Journalistin eine erste Gelegenheit zurückgewiesen, mit dem Internationalen Roten Kreuz und dem Syrischen Roten Halbmond zu fliehen. Da sie eine Falle fürchtete, hatte sie die rettende Hand verachtet. Meine Aufgabe war zweiseitig. Zuerst einen Kontakt mit Landsleuten aufzubauen, sie über den politischen und militärischen Zusammenhang zu informieren und ihre Übergabe an einen französischen Beamten zu erleichtern, der sie unter diplomatischen Schutz stellen sollte. Dann sollte ich jenen Bericht erstatten, die in dieser Region für Frieden arbeiten, indem ich den genauen Ablauf der Ereignisse schilderte und den guten Willen der Betroffenen bewertete.

Wie bekannt, haben die Verhandlungen versagt. Die Gesandten der Geheimdienste der verschiedenen involvierten Länder haben feststellen können, dass die syrischen Obrigkeiten und humanitären Organisationen alles ihnen Mögliche unternommen haben und der Mißerfolg ausschließlich der “Freien syrischen Armee” zuzuschreiben war.

Welch eine Überraschung war es dann – ob nun gespielt oder auch echt – als die verschiedenen Verhandlungsführer plötzlich erfuhren, dass drei Journalisten, die wir versucht hatten aus Homs zu schleusen, und ein vierter, der unsere Hilfe nicht gewünscht hatte, die Linien der freien syrischen Armee und die der nationalen syrischen Armee passieren und sich in den Libanon durchschlagen konnten.

Nach einem Moment  der Verwirrung und nachdem uns bekannt wurde , dass die gleichzeitig laufenden Initiativen von Russland nicht besser abgelaufen waren als unsere eigenen, mussten wir feststellen, dass ein bewaffnetes Kommando einer westlichen Großmacht die vier Journalisten (und unter Umständen sogar noch weitere Personen) ausschleust hatte, während wir unser Leben unnütz der Gefahr aussetzten. Unter diesen Bedingungen habe ich keinen Grund, die Hintergründe der Affäre zu verschweigen. Ich werde in diesem Artikel die Namen von Beamten und involvierten Personen nicht veröffentlichen, damit sie weiter für den Frieden verhandeln können, obwohl manche Einzelheiten einen pädagogischen Nutzwert für unsere Leser gehabt hätten.

Kein Zweifel, dass die Überlebenden von Baba Amr ihre eigene Version der Vorkommnisse veröffentlichen werden, um die atlantische Propaganda zu stärken. Sie werden mit der Lüge weitermachen, wie sie niemals aufgehört haben zu lügen. Deshalb will ich zuerst darüber berichten, was ich gesehen habe, um das Netz der Desinformierung zu zerreißen, welches man uns immer noch aufdrängen will.

Nach der derzeitigen medialen Version ist eine Revolution blutig niedergeschlagen worden. Allein aus ihrem Drang zur Information wären westliche Journalisten gekommen, um zu beobachten und Zeugnis abzulegen. Die Aufständischen hätten sich allmählich im Viertel Baba Amr verschanzt, wo sie drei Wochen unter einem Feuerhagel überlebten. Ihr Pressezentrum wäre am Mittwoch, den 22. Februar 2012, von “Stalinorgeln”  beschossen worden. Bei diesem Angriff wären Marie Colvin (Sunday Times) und Rémi Ochlik (IP3 Presse) getötet worden, während Édith Bouvier (Le Figaro Magazine) und Paul Conroy (Sunday Times) verletzt wurden. William Daniels (ex-Figaro Magazine und Time Magazine) wäre bei ihnen geblieben, aber Javier Espinosa (El Mundo) hätte sich von der Gruppe getrennt.

Die Überlebenden haben vier Videos auf das Web aufgeladen, die uns eine sehr seltsame Geschichte erzählen.

Der Tod von Marie Colvin und Rémi Ochlik

Der Tod von Marie Colvin und Rémi Ochlik ist uns über ein Video von derFreien syrischen Armee” bekannt. Ihre Körper wurden nach dem Fall des Emirates gefunden und von den Botschaftern Frankreichs und Polens (der seinen Kollegen der USA vertritt) identifiziert.

Marie Colvin war durch den Chic ihrer Kleidung bekannt sowie auch durch den Kontrast zwischen der Feinheit ihrer weiblichen Erscheinung und der Härte, die sie hinter ihrer, ein verlorenes Auge beschützende Augenbinde versteckte. Das Video, das die zwei Körper nur von hinten am Boden liegend zeigt, ist authentisch und durch verschiedene Medien, die es gebracht hatten, bestätigt. Die beiden Journalisten erscheinen in Kampfanzug. Man sollte sich fragen, warum solch ein Detail, das auf einem Schlachtfeld dem Satus eines nichtkämpfenden Journalisten widerspricht, keine Fragen aus dem Publikums aufwarf oder gar empörte Kommentare der Journalistenzunft hervorgerufen hat.

Die Verletzten Édith Bouvier und Paul Conroy in der Klinik

Auf dem zweiten Video präsentiert der Vertreter des syrischen Roten Halbmondes im Emirat, der Doktor Ali, ein Zahnarzt des Viertels, der sich mit Mut den Verletzten gewidmet hat, Édith Bouvier und Paul Conroy auf Betten liegend in einem Raum, der in einer medizinischer Klinikzu sein scheint . Dann liefert ein Soldat der Freien syrischen Armeein blauem Mantel und mit Stethoskop, der  sich „Doktor Mohammed“ nennen lässt, einen revolutionären Kommentar.

Drei Sachen fallen auf:

- Édith Bouvier verweigert sich,  ihre Identität preiszugeben, die jedoch dem Zuschauer enthüllt wird und versucht ihr Gesicht zu verstecken.
- Paul Conroy rollt die Augen zugleich geängstigt und missbilligend.
- « Doktor Mohammed » ist ein Videostar der syrischen Opposition. Er spielt die Rolle eines Arztes der Revolution. Er drückt sich nicht fachgemäß aus, ohne medizinische Ausdrücke, aber mit salafistischen Referenzen.

Alles weist darauf hin, dass « Doktor Mohammed » von der Lage profitiert hat, um den wirklichen Arzt und die beiden Journalisten an der kleinen Schaustellung teilnehmen zu lassen, indem er die Lage unverschämt dramatisiert.

Neue Nachricht von Paul Conroy aus seinem Zimmer

In einem dritten Video befindet sich der britische Photograph Paul Conroy abseits auf einer Couch liegend, nachdem er Pflege bekommen hatte. Er bittet um Hilfe. Er gibt sich Mühe zu erklären, er sei eingeladen und kein Gefangener.

Er scheint genauso geniert zu sein wie das erste Mal und lässt dem Zuschauer Hinweise zukommen. Er appelliert, damit „globale Agenturen“ einschreiten, da „sie für die gleichen Ziele auf dem Terrain arbeiten“. Welche sind diese „globalen Agenturen“, die die Macht hätten, ihn aus dem Emirat zu holen? Es kann sich nur um öffentliche Agenturen handeln, ob sie nun international, wie die UNO, oder national, wie die Geheimdienste sind. Was heißt „für die gleichen Ziel auf dem Terrain arbeiten“? Er kann nicht auf die Tätigkeit der Vereinten Nationen anspielen, weil  sie keinen Journalismus betreiben. Die einzig mögliche Deutung ist, dass er die alliierten Geheimdienstagenturen anspielt, indem er seine Mitgliedschaft zum britischen Geheimdienst erwähnt.

Im Unterschied zu Marie Colvin, die er als Photograph für ihre Reportagen im Sunday Times begleitete, trägt Paul Conroy keine Kampfuniform, braucht aber seine Identität nicht anzugeben.

Doktor Mohammed greift nun ein, um uns seine Diagnose zu liefern. Paul Conroy wäre am Vorabend am Bein durch ein GRAD-Rakete verletzt worden. Er zeigt uns das Bein mit einem makellosen Verband. Trotz der äußersten Schwere der Wunde und ihrer Frische, ist das Bein keinesfalls geschwollen. Doktor Mohammed hat seinen Spitznamen keineswegs unverdient: ohne medizinische Bildung gelingen ihm medizinische Wunder.

Am Ende seiner Aussage fügt Paul Conroy eine Nachricht hinzu, um „seine Familie und Freunde in England“ zu beruhigen: „ Mir geht es perfekt gut“. Wenn der versteckte Sinn auch dem « Doktor Mohammed » entgangen war, verstehen die, welche Paul Conroy kennen und wissen dass er Nordirländer ist und nicht Engländer, die Aussage leicht zu deuten. Der „Photograph“ wendet sich an die Hierarchie der britischen Geheimagentur, für die er arbeitet und zeigt ihr, dass diese Komödie sie nicht irre machen sollte und er sich in guter Gesundheit befinde.

Dieses Mal scheint es Paul Conroy zu sein, der die Inszenierung des « Doktor Mohammed » benützt um eine Andeutung durchzugeben, obwohl er durch seine Wunde stillgelegt ist.

Neue Nachricht von Édith Bouvier und ihrem Kompagnon

In einem vierten Video, das am selben Tag gedreht wurde, ruft Édith Bouvier, auf ihrem Notbett liegend, um Hilfe. Sie fordert (1) „das Ausrufen eines Waffenstillstandes“ und (2) „einen Rettungswagen, der sie in den Libanon bringen sollte“, damit sie dort schnell behandelt werden könnte.

Da diese Wünsche eine Waffenruhe betreffen, um einen Rettungswagen frei fahren zu lassen und dann einen Transport ins Spital zu erlauben, um dort gepflegt zu werden, sind diese Forderungen absolut unpassend.

(1) Ein Waffenstillstand ist ein Abkommen, das die ganzen Feindseligkeiten zwischen Parteien einer politischen Verhandlung aufhebt, während eine Waffenruhe eine Unterbrechung des Kampfes in einer bestimmten Zone und für eine bestimmte Zeit ist, um Personen durchzulassen oder humanitäres Material zu transportieren.

(2) Noch dazu bedeutet, in den Libanon gebracht zu werden, eine Amnestie für das Delikt illegaler Immigration, da Édith Bouvier in Syrien illegal mit Rebellen eingereist war.

Alain Juppé ist leider sehr gut für seine Geschicktheit bekannt, Rollen zu vertauschen und „humanitäre Korridore“ zu fordern. In 1994 hatte er vom UN-Sicherheitsrat eine Resolution erreicht, die die Operation Turquoise erlaubte, d.h. die Schaffung eines humanitären Korridors, um zu vermeiden, dass das Hutu-Volk aus Ruanda seinerseits aus Rache für die von den Hutus gegen die Tutsi-Bevölkerung begangenen Verbrechen massakriert werde. Man weiß heute, dass dieser Korridor nicht nur humanitär war. Er ermöglichte Frankreich, die Genozidmörder, die sich unter die  Zivilisten gemischt hatten, herauszufiltern, um diese vor einer Strafverfolgung zu schützen. Alain Juppé versucht dieses Mal, bewaffnete Gruppen, die für Totschläge in Syrien verantwortlich sind, herauszufiltern.

Man muss daher feststellen, dass Édith Bouvier nicht persönliche Interessen ausdrückt, sondern dass ihre Forderungen den Interessen der “Freien Syrischen Armee” entsprechen..

Es überrascht nicht, dass die Journalistin sich zur Sprecherin von Alain Juppé macht. Sie wurde in der Le Figaro-Gruppe von Georges Malbrunot angestellt. Laut den syrischen Behörden war letzterer in den 80er Jahren Verbindungsagent der DGSE zu den Muslimbrüdern. Er wurde in Hama festgenommen und den französischen Behörden auf ausdrückliche Benühungen von Präsident François Mitterrand überstellt.

In der folgenden Szene erklärt Doktor Mohammed die Lage, während sein Kollege und Photograph William Daniels (freiberuflicher beim Figaro-Magazine, dann bei Time Magazine) auf die Eiligkeit der Lage bestehen. Die Anweisungen auf Arabisch werden von einer vierten Person auf Englisch übersetzt, die man nicht im Video sieht. Zum Schluss mischt noch eine fünfte Person mit, der junge Khaled Abou Saleh, der dem kleinen Film einen revolutionären Schluss beifügt.

Obwohl Edith als auch Paul sich in den ersten Videos verweigerten, mit «Doktor Mohammed » zu kooperieren, spielt sie dieses Mal das Spiel mit Anstand mit.

Der junge Khaled Abou Saleh ist der Chef des Pressezentrums der “Freien Syrischen Armee. Laut den Journalisten, die diese Einrichtung benützt haben, ist das Zentrum, trotz seines Sitzes in einem Altbau, mit allem notwendigen High-Tech Material ausgestattet. Die Journalisten konnten dort ihre Montagen machen und hatten Zugang zu Satelliten für direkte Ausstrahlungen. …..

Man hat keine Information über die großzügigen Sponsoren, die diese höchst moderne Einrichtungen zur Verfügung gestellt haben. Aber man bekommt einenEinblick, wenn man sich für die beruflichen Tätigkeiten von Khaled Abou Saleh interessiert. Der junge Revolutionär ist selber Journalist. Er ist Dauerberichterstatter bei Al-Dschasira, das außerdem seinen Blog auf Internet veröffentlicht, er ist freiberuflich bei France 24, wo er als Mitarbeiter der Rubrik „Die Beobachter“ erscheint. Nun bilden diese beiden Sender den Stoßtrupp der NATO-Propaganda und des GCC, um den Regierungswechsel in Syrien zu rechtfertigen, wie sie es vor kurzem auch für Libyen taten.

Als Beispiel der Ethik des französischen öffentlichen Senders hatte er am 7. Juni 2011 auf live ein rührendes Telefongespräch der syrischen Botschafterin in Frankreich, Lamia Shakkour, ausgestrahlt, wo sie ihren Rücktritt ankündigt, um gegen die Massaker ihres Landes zu protestieren. Sofort setzte sich die französische Diplomatenmaschine in Gang, um Druck auf alle syrischen Botschafter der Welt auszuüben, indem sie sie aufforderte, ihrem guten Beispiel zu folgen. Umsonst! Obwohl Renée Kaplan, die stellvertretende Leiterin von France 24 geschworen hatte, die Stimme sei diejenige der Botschafterin, die sie gut kannte, handelte es sich in Wirklichkeit um die Stimme der Gattin des Journalisten Fahd Alargha-Almasri. Die Berieselung wirkte nicht lange.

Unter dem Eindluss von Alain de Pouzilhac und Christine Ockrent-Kouchner, haben France 24 und RFI aufgehört, Informationsmedien zu sein und sind einfach Instrumente des französischen militär-diplomatischen Dienstes geworden. So unterzeichnete am 5. Juli 2011 Alain de Pouzilhac, als Geschäftsführer des Auslands-RadioTV-Dienstes von Frankreich (AEF) ein Übereinkommen mit Mahmoud Shammam, dem Informationsminister der libyschen Rebellen. Er versprach, anti-Gaddafi Medien aufzubauen und nötiges Personal zu schulen, um den Sturz des libyschen „Führers“ herbeizuführen. Diese Nachricht hatte den Zorn der France 24 und RFI-Journalisten entfesselt, als sie merkten, wie sehr sie von dieser Propagandamaschine manipuliert werden. Dies alles weist darauf hin, dass ähnliche Bemühungen unternommen wurden, um aus dem Bürger-Journalisten Khaled Abou Saleh einen syrischen Revolutionär zu machen. Falls dem so ist, begnügt sich die Rolle von Khaled Abou Saleh nicht mit Korrespondenz und Freelancerbeiträgen, sondern ist eine Schlüsselfigur  zur Produktionvon falschen Informationen zu Gunsten des militär-diplomatischen Komplexes von Frankreich.

Zuvor hatte sich Édith Bouvier der Inszenierung gegenüber widerspenstig gezeigt. Dieses Mal jedoch kollaboriert sie mit ihrem Kollegen von France 24 undversucht mit ihrem einen Aufruf, das Mitleid der Zuschauer zu erregen; sie fordert einen „Humanitär Korridor“, so wie Alain Juppé ihn braucht, um die Söldner der Khaled Abou Saleh und ihre westlichen Ausbildner zu evakuieren.

Erste Schlussfolgerungen

In dem jetzigen Stand der Video-Analysen habe ich mehrere Arbeitshypothesen ausgesprochen.
- Die Mannschaft des Sunday Times (Marie Colvin und Paul Conroy) arbeitete für den MI6, während die Gesandte des Figaro Magazine (Édith Bouvier) für die DGSE arbeitete.
- « Docteur Mohammed » nützte die Gelegenheit, als die Journalisten bettlägrig waren, um zwei weitere Videos aufzunehmen, aber Paul Conroy nützte sie, um den Alliierten eine Notstandsnachricht  zukommen zu lassen.
- Letztlich hat der Freelancer von France 24, Khaled Abou Saleh die Forderung von Alain Juppé in Szene gesetzt.

Scheitern der Verhandlungen oder Veränderung der Verhandlung?

Im Laufe der Verhandlungen habe ich verschiedene Aspekte beitragen können, die berücksichtigt wurden. Aber jedes Mal, wenn ich die obigen Vermutungen ansprach, wurde mir geantwortet, dass dies nicht der richtige Moment sei. Es erschien, als verhinderte die Freie Syrische Armee die Rückführung der Journalisten. Die dringenste Sache war, sie zu retten. Man würde sich später mit dem wahren Stand jedes Einzelnen befassen.

Am Abend des 25. Februar waren die Verhandlungen gescheitert. Um den Kontakt mit den Takfiristen aufzubauen, versuchten die Syrer mit einem gemäßigten Scheich zu sprechen,den sie akzeptierten, aber alle religiöse Kontakte versagten einer nach dem anderen, aus Furcht vor den Folgen. Sollte man also vor Ort bleiben, um die Absprache wieder aufzunehmen, wenn sich ein Scheich zeigen würde? Oder hätte man heimfahren sollen in das sichere Damaskus?

Es waren schließlich die syrischen Militärobrigkeiten, die die Antwort gaben. Wir wurden aufgefordert, nach Hause zu gehen und wir würden informiert werden, wann sich eine neue Verhandlungsmöglichkeit bieten würde. Zurück in der Hauptstadt, berichtete uns eine Kurznachricht (SMS), dass die Verhandlungen für 48 Stunden ausgesetzt wurden.

Ausgesetzt hieß nicht, dass wir uns Sonntag und Montag entspannen konnten, während die Kollegen und Mitbürger in Todesgefahr waren, sondern dass während 48 Stunden eine andere Verhandlung stattfand. Zu dem Zeitpunkt glaubte ich, dass unsere russischen Freunde die Staffel übernommen hatten.

Dienstagmorgen wurde ich durch eine Freundin geweckt, Kriegsberichterstatter eines wichtigen französischen Mediums, die mir per Telefon sagte, dass Paul Conroy und wahrscheinlich auch andere Journalisten in Beirut angekommen wären. Ich war erstaunt. Ich weckte meinerseits einen hohen syrischen Beamten, der seiner Perplexität Ausdruck gab. Nach mehreren Telefongesprächen wurde klar, dass niemand in Damaskus das Geringste wusste, oder nicht davon sprechen wollte.

Schließlich entdeckte ich, dass ein Abkommen zwischen General Assef Chawkat und einer hohen französischen Persönlichkeit seines Freundeskreises ausgehandelt worden war, um eine Lösung dieses Imbroglios zu finden. Die loyalen Kräfte haben ihre Linien geöffnet, um bei Nacht französische Militärberater und Journalisten in den Libanon entkommen zu lassen. Im Morgengrauen hat dieFreie Syrische Armee die Flucht bemerkt. Als sie kapierte, dass sie allein zurückgelassen waren, beschlossen die Söldner sich zu ergeben, ihre Waffen aufzugeben, während die Islamisten sich weigerten, den letzten Befehlen zu gehorchen. General Assef Chawkat gab das Zeichen zum Endangriff und nahm das Emirat in wenigen Stunden ein. Er befreite die dort gefangenen Zivilen von der islamistischen Tyrannei.

Von ihrem im Ausland gelegenen Hauptquartier verkündete die Freie Syrische Armee – praktisch auf nichts reduziert – ihren „strategischen Rückzug“. Da die Natur keine Leere duldet, verkündete der ebenfalls im Ausland stationierte Syrische Nationalrat die Gründung eines aus syrischen und ausländischen Experten gebildeten Militärkomitees. In vier Tagen hat sich die militärische Sache vom syrischen Schlachtfeld auf gemütliche Salons von großen Pariser Hotels verlegt.

(Fortsetzung folgt…)

Übersetzung
Horst Frohlich/Politaia.org

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