Das israelisch-iranische Kriegstheater — echt oder nur gespielt?

Israel kriegsbereit – Iran gelassen — Stimme Russlands

Israel ist laut einem Minister zu einem 30 Tage langen Krieg gegen den Iran bereit. Teheran zeigt sich von „leeren Drohungen“ wenig beeindruckt und spricht von der „Zerstörung der israelischen Kriegsmaschinerie“.

Einsatz mit USA koordinieren

Matan Vilnai

Israels Kampffähigkeit sei derzeit hoch „wie nie zuvor“, sagte der scheidende Heimatschutzminister Matan Vilnai am Mittwoch in einem Interview mit der Zeitung „Maariv“. Falls es zum Krieg gegen den Iran komme, werde er nach israelischen Angaben 30 Tage dauern. Laut Vilnai sind Kampfhandlungen an mehreren Fronten zu erwarten.

Die russische Agentur Itar-Tass zitierte Vilnai weiter mit den Worten, Israel müsse im Kriegsfall jeden Schritt sorgfältig planen: „Die wichtigste Frage ist, ob Kampfhandlungen überhaupt nötig sind. Der Kriegsbeginn ist eine Sache, die man lieber verschieben und sorgfältig erwägen sollte. Die USA sind unser bester Freund und wir sollten solche Sachen immer mit ihnen koordinieren“.

Dumpsey und Panetta

US-Verteidigungsminister Leon Panetta hatte am Dienstag gesagt, Israel habe über einen möglichen Militärschlag gegen iranische Atomanlagen noch nicht endgültig entschieden. „Aus meiner Sicht ist es noch möglich, das iranische Atomprogramm diplomatisch zu regeln“, so der Pentagon-Chef. US-Generalstabschef Martin Dempsey äußerte, das iranische Atomprogramm lasse sich durch israelische Luftangriffe nicht vollständig ruinieren.

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu beriet am Mittwoch mit seinen Ministern über den Militärhaushalt für die kommenden Jahre. Die „Jerusalem Post“ zitierte den Premier mit den Worten, im Nahen Osten vollziehe sich ein historischer Wandel. Um darauf zu reagieren, müsse Israel seinem Verteidigungswesen Vorrang geben. „Die Bedrohungen für den israelischen Staat ändern sich und wir sollten uns darauf gefasst machen“, so Netanjahu.

Iran verspottet „haltlose Äußerungen“

Ramin Mehmanparast

Ramin Mehmanparast, Sprecher des iranischen Außenministeriums, sagte unterdessen, in Israel gebe es immer wieder „haltlose Äußerungen“ in Bezug auf einen Militäreinsatz gegen den Iran. Teheran mache sich keine Sorgen über Israels „leere Drohungen“, betonte Mehmanparast, wie der iranische Sender Press TV am Mittwoch berichtete. Der jüdische Staat werde einen Militäreinsatz jedoch nicht wagen.

Der iranische Verteidigungsminister Ahmad Vahidi sagte kurz davor, das „schwache und angeschlagene israelische Regime“ habe keine Chancen gegen den starken und entschlossenen Iran. Angesichts des „islamischen Erwachens“ fürchte sich die israelische Führung vor „ihrem eigenen Schatten“.

„Durch Demagogie und psychologischen Krieg versuchen sie, die enttäuschende Atmosphäre und die Krisen, die sie heimsuchen, zu verkraften“, so der iranische Verteidigungsminister. „Kriegstreiberische Äußerungen“ israelischer Politiker seien faktisch ein weiterer Schritt zur „Zerstörung ihrer Armee und Kriegsmaschinerie“, hieß es. Zuvor hatten iranische Staatmänner mehrmals betont, der Iran werde auf Israels Militäreinsatz mit einem verheerenden Gegenschlag reagieren, der das Ende des israelischen Staates bedeuten werde.

Der iranische Botschafter in Russland, Seyed Mahmoud-Reza Sajjadi, äußerte am Dienstag, Teheran befürchte auch keinen US-Militäreinsatz, denn die Vereinigten Staaten seien „einfach nicht mehr in der Lage“, Kriege zu führen. „Deshalb versuchen die USA nun, den Iran durch andere Mittel zu unterwerfen, und zwar durch Sanktionen, Drohungen und Verleumdung“, sagte Sajjadi der russischen Onlinezeitung „Wojennoje Obosrenije“.

http://german.ruvr.ru/2012_08_15/85185781/

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