Das Kontroll-Gesundheitssystem: Wie Australien es schon vormacht

www.shutterstock.com, Kunertus, 405058606

Einen interessanten Beitrag zum Thema „Digitalisierung“ des Gesundheitswesens hat jetzt die „taz“ in einem Bericht über das australische Gesundheitswesen erbracht. Die Versicherten in Australien haben seit 2012 eine sogenannte „elektronische Gesundheitskarte“. Diese Karte enthält alle relevanten „Gesundheitsdaten“ der Versicherten. Dies sind die jüngsten Krankheiten, auch die verabreichten Medikamente, Operationen oder Allergien. Ärzte, die aufgesucht werden, erhalten damit Einblick in die jüngsten Daten und Entwicklungen.

Blutwert-Vergleich einfach

In Deutschland ist der Vergleich in der Entwicklung von Daten schwierig. In Australien ist dies aufgrund der elektronischen Speicherung einfach: Blutwerte, die bei Visiten schnell erhoben werden, dienen dem raschen Vergleich mit den Werten vorhergehender Besuche. Auch, wenn diese bei anderen Ärzten stattgefunden haben. In Deutschland müssten Mediziner oder Patienten die vorhergehenden Daten schriftlich anfordern.

Die „taz“ lässt eine Patientin sprechen, dem die „Datentransparenz geholfen“ habe. „So konnte die Ärztin unkompliziert erkennen, was mit mir los ist und direkt reagieren“. Die Patientin fühle sich nicht gläsern, sondern sie fühle sich gut betreut.

Bei uns ist diese Form der Datenhaltung seit 2003 in der politischen Diskussion. Im Jahre 2003 wurde die Kartenlösung bereits „angekündigt“. 15 Jahre später ist sie noch graue Theorie. Die „Staatsministerin für Digitalisierung im Kanzleramt“, Dorothee Bär, möchte das Projekt nun entscheidend vorantreiben. Die „elektronische Patientenaktie“ werde noch vor der nächsten Bundestagswahl „in den Regelbetrieb gehen“, so gab sie der „Welt“ gegenüber an. Wir sollten die Anforderungen an den Datenschutz etwas lockern.

Die „taz“ scheint sich hier neutral positionieren zu wollen. Denn zum einen führt sie die Bedenken von Datenschützern an, die auf die Sicherheit pochen. Zum anderen lässt sie die oben genannte Patientin sprechen. Die Hauptsache, so wird betont, sei, „dass Menschen leicht und schnell geholfen werde“.
Anmerkung dieser Redaktion: Der Datenschutz war vor – „vielen“ – Jahren einmal das Thema der linken und linksliberalen Gegenöffentlichkeit. Man scheint sich davon zu verabschieden.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen