Das nächste Schuldendrama – EU-Finanzminister warnen

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Italien plant weitere Schulden und die EU bekommt Angst. Dies ist wenig überraschend, nachdem Italien kürzlich angekündigt hatte, trotz der hohen Verschuldung im Land weitere „Geschenke“ an seine Bürger zu verteilen. Italien allerdings wirft der EU nun „Hetze“ gegen die Haushaltspolitik seines Landes vor. „Terrorismus auf den Märkten“ lautet die Beschreibung, die der „Focus“ am Dienstag zitierte.

„Terrorismus auf den Märkten“

Der „Vize-Regierungschef“ Italiens, Luigi Di Maio, hat dabei dem Wirtschafts- und Finanzkommissar der EU, Pierre Moscovici, vorgeworfen, die neue italienische Regierung in der EU an den Pranger zu stellen – und zwar bei den Akteuren der Finanzmärkte. Die Finanzmärkte entscheiden letztlich darüber, wie hoch die Verschuldung der Italiener künftig sein wird, da sie über die Zinsen innerhalb der EU befinden.

Italien muss mit hoher Sicherheit teils höhere Zinsen zahlen, je schlechter die Stimmung bezüglich der Schuldenpolitik der Italiener ist. Di Maio nun unterstellt den Politikern der EU, „nicht froh“ zu sein über den Umstand, dass die Zinsen für italienische Anleihen nicht weiter gestiegen sind. Di Maio zeigt sich offenbar „froh“.

Allerdings ist der „Spread“, also der Unterschied zwischen der Verzinsung von 10 Jahre laufenden Staatsanleihen aus Italien gegenüber Zinsen auf 10 Jahre laufende Staatsanleihen aus Deutschland, deutlich gestiegen. Dieser Zinsunterschied zwar zuletzt auch am Anfang der Woche noch einmal kurzfristig geklettert.

Dies wiederum kann die italienische Regierung formal unter Druck setzen. Nur: Derzeit gehen wir davon aus, dass Italien sich nicht unter Druck setzen lässt. Italien ist „too big to fail“, zu groß, um in die Pleite geschickt zu werden. Die Euro-Zone würde fast unmittelbar daran zerbrechen, wenn Italien kein Geld mehr hätte. Zu tief ist auch die Verstrickung deutscher Finanzinstitute in Italien.

Die EU wird vorgeführt. Mal wieder.



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