Das Rentendesaster in Deutschland

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Die Rentenpolitik in Deutschland ist nach Ansicht der „OECD“ „völlig unzureichend“. Demnach hätten auch diejenigen, die „Vollzeit“ arbeiten und dies über das gesamte Berufsleben hindurch, eine Rendite, die deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Länder liege.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wünscht daher deutliche Korrekturen am System in Deutschland. So würden vor allem die sogenannten „atypisch Beschäftigten“ eine Korrektur im System benötigen. Dies sind Selbstständige, Teilzeit-Angestellte sowie Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen. Da die Bevölkerung „schnell altert“, würde sogar die „finanzielle Tragfähigkeit des deutschen Rentensystems“ unter Druck sein, so die „FAZ“ in einem Bericht.

Zahlen sind alarmierend

Die Zahlen gelten als alarmierend. Denn die aktuellen Gesetzestexte geben folgendes Bild ab: Die Rentenausgaben der öffentlichen Kassen würden nach EU-Prognosen von derzeit 10 % des BIP (Bruttoinlandsproduktes) auf 12,5 % des BIP im Jahr 2060 steigen. Gleichzeitig würde das Rentenniveau um 10 % sinken, da der Nachhaltigkeitsfaktor in Deutschland die Renten entsprechend zurückführt. Zudem oder gleichzeitig würden, so die Studie, „besonders Alleinerziehende, Selbständige und Plattformarbeiter“ von Altersarmut bedroht sein. Dieses Schicksal jedenfalls bedrohe „immer mehr Menschen“. Plattformarbeiter sind die oft „Freien“, die von Einzelaufträgen in bestimmten Umgebungen wie bei Paketlieferdiensten leben. Ausgesprochen hoch ist demnach das Risiko, das Frauen in Deutschland tragen müssen. Der Anteil an Teilzeitbeschäftigungen sei besonders hoch. Dementsprechend würden die Ansprüche der Frauen an Rentenzahlungen „voraussichtlich“ weiterhin hinter den Ansprüchen von Männern zurückbleiben, heißt es.

Deshalb müssten Selbstständige nach Meinung der OECD besser abgesichert werden. Dies habe der jüngst so heftig umstrittene Koalitionsvertrag im Jahr 2018 auch vorgesehen. Merkel-Deutschland hat bis dato die Selbständigen nicht zu einer Rentenversicherung verpflichtet. Dementsprechend seien die Betreffenden im Alter auf ihr eigenes Vermögen, auf andere Einkünfte oder auf die Sozialhilfe angewiesen, wird resümiert.

Eine Ohrfeige ist das Thema Grundrente: „Die Grundrente geht jedoch nicht das Altersarmutsrisiko von Geringverdienern mit größeren Karriereunterbrechungen an.“ Schützen Sie sich gegen dieses Risiko – sehen Sie hier weitere Berichte dazu.

 

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