Das wird wohl teuer: Steigt der Strompreis jetzt um 20 %?

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Der Kompromiss zum Kohleausstieg in Deutschland könnte für Verbraucher – und ganze Haushalte – teuer werden. Nach einem Bericht in der „Rheinischen Post“ erwartet der „Energieexperte“ vom RWI-Leibniz-Institut, dass der Strompreis um gut 20 % ansteigen könne. Dies wären an der Strombörse etwa 1 Cent pro Kilowattstunde. Die Preiserhöhung, so diese Redaktion, dürfte mit hoher Sicherheit auch in den Haushalten ankommen.

Mehrkosten ohne Entlastung?

Die Mehrkosten bezifferte der Experte für einen Dreipersonenhaushalt, den er als „typisch“ klassifizierte, auf 40 Euro im Jahr. Ob und wie Verbraucher entlastet werden können, bleibt unklar. Die Regierung hat bislang 2 Milliarden Euro als „Entlastung“ angeboten. Möglicherweise könnte auf diese Weise die sogenannten Stromsteuer sinken. Dann allerdings würde die Industrie davon nicht profitieren. Sie wird von der Stromsteuer ausgerechnet nicht belastet. Das heißt, die Industrie in Deutschland müsste dann höhere Kosten in Kauf nehmen.

Die Energiewende in Deutschland gilt ohnehin als vergleichsweise umstritten. Sie scheint nicht eingebettet in eine europäische oder internationale Regelung und damit relativ nutzlos. Kritiker werfen den Regierenden vor, hier schlicht eine Marketing-Blase an den Markt zu bringen. Ähnlich der Diskussion um Dieselfahrverbote, die einen allenfalls geringen Effekt auf die Feinstaubbelastung in Deutschland bringen würden.

Auf der anderen Seite würde der Energiebedarf in Deutschland erheblich steigen, sollte die Diskussion um die E-Mobilität bei uns der Realität entsprechen. Es könnten bei den aktuellen Kapazitäten zur Stromerzeugung nur Bruchteile der Plangrößen an E-Autos in Deutschland mit Energie versorgt werden. Insofern sei die Politik in diesem Bereich nichts Ganzes und nichts Halbes, so die Kritiker.

Ein Vertreter der Mittelstandsunternehmen in Deutschland, Reinhold von Eben-Worlée, meinte gegenüber der FAZ, die Kosten für den Kohleausstieg würden sich auf 100 Mrd. Euro belaufen. Ein Betrag, der sich auch daraus speist, dass etwa mehr Gas benötigt würde und die Preise dort steigen würden. Die zwei Milliarden Euro an „Strompreisentlastung“ würden demnach nicht hinreichend sein.

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