Der Corona-Impfstoff-“Krieg” zwischen EU, Deutschland und Russland

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Russland hat kürzlich bekanntgegeben, einen Impfstoff gegen das Corona-Virus entwickelt zu haben und die Zulassung zu erteilen. Ein südamerikanischer Staat orderte bereits den neuen Impfstoff. Ab September sollen erste Gruppierungen tatsächlich freiwillig geimpft werden. Dabei hat der öffentlichen Darstellung in Deutschland nach Russland darauf verzichtet, die Studienphase III als Voraussetzung für die Auslieferung des Impfstoffs zu erklären, wie es in der EU und in den USA der Fall ist. Dies sorgte für Empörung.

Russland: Studienphase III wird durchgeführt

Russland wird eigenen Angaben nach die Studienphase III parallel zu den freiwilligen Impfungen durchführen. Zudem erinnern Befürworter des russischen Weges daran, dass die EU hier mit falschen Karten spiele. Denn auch die EU hat ein beschleunigtes Zulassungsverfahren beschlossen. Impfstoffe zu testen beansprucht üblicherweise Jahre. Insofern hat Russland die Beschleunigung lediglich noch einmal beschleunigt, so heißt es zur Verteidigung. Als Antwort hat nun das “RKI”, das Robert-Koch-Institut, die ursprüngliche Einschätzung zurückgenommen, wonach der Impfstoff im Herbst auf den Markt kommen könne. Die öffentliche Reaktion auf die rasche Einführung in Russland könnte nach Meinung von Beobachtern die Nervosität der Öffentlichkeit in Deutschland gegenüber erhöht haben.

Tatsächlich wird auch die Situation in Russland offenbar falsch dargestellt:

“Laut der russischen Regierungskonferenz, die im russischen Fernsehen übertragen worden ist, sollen nun freiwillige geimpft werden, was als Phase III im Impfzulassungsverfahren gilt. Phase III soll Russland laut der deutschen Mainstream-Presse aber übersprungen haben. Die Falschnachrichten, die bezüglich Russland verbreitet werden, dürften aber kaum verwundern – denn sowohl Trump als auch Putin werden üblicherweise als das personifizierte Böse in den “Qualitätsmedien” dargestellt.

Auf der offiziellen Seite des russischen Impfstoffs “Sputnik V” steht daher auch: “Phase 1 and 2 clinical trials of the vaccine have been completed on August 1, 2020. All the volunteers are feeling well, no unforeseen or unwanted side effects were observed. The vaccine induced strong antibody and cellular immune response. Phase 3 clinical trial involving more than 2,000 people in Russia, a number of Middle Eastern (UAE and Saudi Arabia), and Latin American countries (Brazil and Mexico) will start on August 12. The vaccine has received a registration certificate from the Russian Ministry of Health on August 11 and under emergency rules adopted during the COVID-19 pandemic can be used to vaccinate the population in Russia. Mass production of the vaccine is expected to start in September 2020.”

Das bedeutet übersetzt: “Die klinischen Studien der Phase 1 und 2 des Impfstoffs wurden am 1. August 2020 abgeschlossen. Alle Freiwilligen fühlen sich wohl, es wurden keine unvorhergesehenen oder unerwünschten Nebenwirkungen beobachtet. Der Impfstoff löste eine starke Antikörper- und zelluläre Immunantwort aus. Die klinische Studie der Phase 3, an der mehr als 2.000 Menschen in Russland, einer Reihe von Ländern des Nahen Ostens (VAE und Saudi-Arabien) und Lateinamerikas (Brasilien und Mexiko) teilnehmen, wird am 12. August beginnen. Der Impfstoff hat am 11. August vom russischen Gesundheitsministerium ein Registrierungszertifikat erhalten und kann nach den während der COVID-19-Pandemie verabschiedeten Notfallregeln zur Impfung der Bevölkerung in Russland verwendet werden. Die Massenproduktion des Impfstoffs wird voraussichtlich im September 2020 beginnen.”

EU lässt “beschleunigte Zulassungsverfahren” für Impfstoffe zu

Dass die EU mit ihrer Europäischen Arzneimittelagentur EMA „beschleunigte Verfahren“ für Covid-19-Impfstoffe zulässt, wird in den deutschen Mainstream-Medien jedoch kaum thematisiert. Die EMA hat für die EU die Leitlinien zu „Schnellprüfverfahren für die Entwicklung und Zulassung von Impfstoffen“ umformuliert: „Diese Schnellverfahren können jeden Schritt des Zulassungsweges beschleunigen und gleichzeitig sicherstellen, dass robuste Beweise zur Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität geschaffen werden.“ Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Zulassungsregelungen in der EU zugunsten von Corona-Impfstoffen „frisiert“, also zusammengestrichen worden sind.”

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