Der Kampf um Öl in Zentralafrika und Osama bin Kony

Geht es gegen Joseph Kony und die Lord’s Resistance Army oder gegen China?

Die  Obama-Administration sandte kürzlich den stellvertretenden Verteidigungsminister Ash Carter aus, um die Unterstützung der ugandischen Regierung bei deren Beteiligung in diversen Konfliktzonen in Ostafrika – namentlich in Somalia, in der Demokratischen Republik Kongo, im Süd-Sudan und Sudan – und die Bemühungen zur Bekämpfung von Joseph Kony und the Lord’s Resistance Army (LRA) zu diskutieren.

Ash Carter ist laut der offiziellen Webseite www.defense.gov der ranghächste Beamte des DoD (Verteidigungsministerium), der jemals Uganda besucht hat. Der Bericht auf der Webseite führt aus, dass sich die Gesprächspunkte zwischen Carter und den korrupten  “Führern” Ugandas um die Bestätigung der Unterstützung Washingtons für die ugandischen Militäroperationen in der Region drehten:

Der Besuch gab ihm die Möglichkeit, eine Reihe regionaler Sicherheitsherausforderungen mit den ugandischen Partnern zu besprechen – inklusive der Konflikte in Somalia, im Sudan und Süd-Sudan und in der Demokratischen Republik Kongo – und über die Beendigung der anhaltenden Bedrohung von Zivilisten und der regionalen Stabilität zu diskutieren, die von Joseph Kony und der Lord’s Resistance Army (LRA) ausgeht.

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Die Kampagne „Kony2012“ und die Balkanisierung Zentralafrikas

kony Uganda und die Ziele der Kampagne „Kony2012“
von F. William Engdahl am 11. Mai 2012
(von politaia leicht gekürzte und an machen Stellen aus Verständlichkeitsgründen geänderte Version)

Obwohl nur wenige Menschen der Idee widersprechen würden, den ugandischen, für Kriegsverbrechen verurteilten Joseph Kony ins Gefängnis zu setzen, sind die Motive und das Timing der viralen Video-Kampagne der NRO Invisible Children“ weniger klar. Sie verwischt die Grenze zwischen humanitärer Arbeit und Politik, indem sie humanitäre militärische Intervention befürwortet. Für William Engdahl ist die Kampagne „Kony2012” in erster Linie ein Betrieb der Propaganda zur Förderung der militärischen Präsenz des AFRICOM in der mineralreichsten Region der Welt, bevor China dort Fuß fassen könnte. Der Kampf um Afrika hat gerade erst begonnen.

Laut ihrer Website hat die amerikanischen NRO Invisible Children behauptet, mehr als 80 Millionen Anfragen für ihr Video YouTube “Kony2012” seit der Veröffentlichung vor wenigen Wochen bekommen zu haben. Für den, dem es gelungen ist, mit Geduld das Video bis zu Ende anzuschauen, erscheint diese Zahl von 80 Millionen Besuchen, Fragen über solch eine Wahrheit aufzuwerfen. Achtzig Millionen Besuche, das ist beispiellos in der Geschichte von YouTube.

Das Video zeigt Hollywood-Stars wie Angelina Jolie, George Clooney, Lady GaGa, Bill Gates, Bill Clinton, Sean Combs “Puff Daddy” und andere Prominente. Es ist eine kluge und sentimentale Erzählung, von Jason Russell inszeniert, ein US-amerikanischer Regisseur von 33 Jahren, derzeit im Krankenhaus, da er eine seltsame geistige Abtrennung in den Straßen von San Diego erlitt [1]. Das Video auf YouTube zeigt einen ugandischen Jugendlichen, Jacob Acaye, von dem Russell behauptete, ihn vor zehn Jahren unter seine Fittiche genommen zu haben, nachdem Acaye seiner Wehrpflicht als gezwungener Kindersoldat in der Armee von Joseph Kony, der Lord’s Resistance Army (LRA) im Alter von 11 Jahren entgangen wäre. Der Film zeigt Kony als das Monster und den berüchtigtsten Terroristen der Welt – nichts weniger als einen afrikanischen Osama bin Laden [2]…….

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Die Gründer von Invisible Children – Bobby Bailey, Laren Poole und Jason Russell – mit Mitgliedern der Sudan Volksbefreiungsarmee (SPLA).

Die Gründer der Gruppe, die für eine direkte militärische Intervention der Vereinigten Staaten gegen die LRA aufrufen, waren zuvor beschuldigt worden, in 2008, mit Waffen in der Hand, Fotos gemacht zu haben mit den Mitgliedern der „People’s Liberation Army des Sudan“ (SPLA), mit einer häufig für Vergewaltigungen und Plünderungen beschuldigten Organisation. Die Gruppe reagierte auf die Kritik mit diesem Kommentar: “Wir dachten, dass es lustig wäre, unseren Freunden und unseren Familien so eine Art Scherz-Foto zu bringen.” Sie wissen, wie “Ha ha – sie haben Panzerfäuste in der Hand, aber jeder weiß, dass sie für den Frieden kämpfen”  [3]. Ha ha…“Laut des Londoner Guardian zeigen die Konten der Invisible Childreneine große Geld-Operation, deren Einkommen im Jahr 2011sich mehr als verdreifacht hat“, um fast 9 Millionen Dollar zu erreichen, hauptsächlich aus Einzelspenden. Von diesen Beträgen verbrauchte sie 25 % für Reisen und für Produktion von Filmen. Am Meisten wurde gesammeltes Geld in den USA ausgegeben- und nicht für die Kinder von Afrika, ob sie nun sichtbar oder nicht sichtbar sind… Entsprechend der von The Guardian ermittelten Informationen zeigen die “Konten, dass 1,7 Millionen$ an Mitarbeiter in den USA, $ 850.000 für Film-Produktionskosten, $ 244.000 für “professional Services”- wahrscheinlich an Lobbyisten in Washington – bezahlt wurde und 1,07 Millionen$ in Reisekosten.” Fast $ 400.000 wurden für Büromietung in San Diego benützt.” Charity Navigator, eine amerikanische Agentur für Bewertung der karitativen Organisationen, gab dieser Organisation nur zwei Sterne für ihre “Rechenschaftspflicht und Transparenz” [4] Die USAID, die Agentur des US-State-Department (Außenministerium), die ihre Intervention im Ausland mit dem Pentagon und der CIA koordiniert, gibt offen auf ihrer Website zu, Invisible Children Inc. in der Vergangenheit finanziert zu haben [5].

Aber der bizarrste Aspekt des Falles “Kony2012” ist die Tatsache, dass Joseph Kony selbst aus Uganda geflohen, oder beim Fluchtversuch, vor mehr als sechs Jahren, getötet worden sei. Man sagt, dass er in der Wildnis des Kongo oder in der Zentralafrikanischen Republik Zuflucht gefunden hätte, und in diesem Sinne er ein perfekter Doppelgänger des schwer fassbaren Osama bin Laden ist, indem er als Rechtfertigung für Militäroperationen in den reichen Regionen Zentralafrikas zwischen Uganda und der Demokratischen Republik Kongo, Süd-Sudan, der Zentralafrikanischen Republik und darüber hinaus, dient [6].

zentralafrika Uganda und die Ziele der Kampagne „Kony2012“

Und wie im Fall von Joseph Kony, zuverlässigen Quellen zufolge, wäre Osama bin Laden in der Tat in Afghanistan gestorben, und zwar Jahre vor seiner Ermordung durch die Hände des Navy Seals Kommando im vergangenen Jahr. Man hätte seine Legende lebendig erhalten, um die Erweiterung des amerikanischen “Krieges gegen den Terror” zu rechtfertigen; Es ist genauso mit der Legende von Joseph Kony, die von Invisible Children Inc. in San Diego kolportiert wird. Die Frage ist nicht, ob Kony Machtmissbrauch begangen hatte; dies ist unbestritten. Die Frage ist, ob “Kony2012” gefördert wird, um aus betrügerischer Absicht eine US-amerikanische Militärintervention da zu rechtfertigen, wo niemand sie wünscht.

Laut einer kürzlich befragten Menschen-Rechte US-Aktivistin für Uganda, wäre die “Invisible ChildrenKampagne ein durch die US-Regierung bereitwillig angenommener Vorwand, um zu helfen, den Ausbau der militärischen Präsenz in der Zentralafrikanischen Republik zu rechtfertigen. Die Leute der „Invisible Children“ sind die von der Regierung der Vereinigten Staaten verwendeten “nützlichen Idioten”, die Afrika militarisieren, mehr Waffen und militärische Unterstützung senden und Stärkung der Macht der alliierten Staaten der USA bewirken wollen. Die Jagd nach Joseph Kony ist eine Entschuldigung für eine solche Strategie – es ist selten, dass die US-Regierung Millionen junger Amerikaner findet, die Militärinterventionen in einem öl-und Ressourcen-reichen Ort unterstützen“ [7].kony2012 video 560x314 7ad68 Uganda und die Ziele der Kampagne „Kony2012“

Das Video “Kony2012” würde den US-Kongress für das Senden von amerikanischen Truppen nicht nur nach Uganda, sondern in die gesamte Region der Zentralafrikanischen Republik fördern, das angeblich von dem schwer fassbaren Kony und seiner Armee der Kinder-Krieger terrorisiert wird. Der Demokrat Jim McGovern, Massachusetts und Republikaner Ed Royce haben gerade eine Gesetzesvorlage in der Kongress-Datei vorgelegt, die das AFRICOM (Africa Command) auffordert, das Pentagon zu einer “Erhöhung der Zahl der regionalen Streitkräfte in Afrika” zum Schutz von Zivilisten und zur Beschränkungen für die Einzelpersonen oder Regierungen, die Kony unterstützen, zu bewegen [8]. Letztes Jahr, bevor das “virale” YouTube “Kony2012” Video veröffentlicht wurde, haben McGovern und Royce auch den “Lord’s Resistance Army Abrüstung und den Norduganda Recovery Act“ gesponsert. Die Aufmerksamkeit der Medien für YouTube stärkt ihre Argumentation für eine militärische Intervention. Schließlich ist es eine “humanitäre” Intervention. Es handelt sich ja um Kinder…

Auch die sehr politisch korrekte Washington Post nahm eine kritische Haltung ein: “die Kampagne für Kony’s Festnahme durch den gemeinnützigen Verein „Invisible Children“ ist vor allem auf die USA beschränkt. Laut Aussagen der Ugander ist die LRA seit Jahren inaktiv“ » [9].

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Jason Russell.

Präsident Obama hat bereits 100 Elitesoldaten in die Zentralafrikanische Republik geschickt, die als „Berater” dem Bestreben dienen, Kony zu fassen. Die Ähnlichkeit mit der Situation in Vietnam in den frühen 1960er Jahren ist kein Zufall. Es ist heute ein Auftakt für eine massive Militarisierung der gesamten afrikanischen Region durch das Pentagon, nach der Zerstörung der Ordnung in Libyen durch die NATO und das Chaos in Ägypten und in anderen islamischen Staaten, die durch ” Arabische Frühlinge” des US-Außenministeriums gezielt wurden – die seit ihrem Anfang nun eher ein „arabischer Alptraum” geworden sind.

Kony2012” wird von einer offenbar gut finanzierten NRO von San Diego produziert unter der Leitung von Russell, mit Namen Invisible Children Inc. Das Video stinkt nach Propaganda des US-State Department, mit seinen Kamera-Effekten und wiederholte Szenen von dem kleinen Jungen Russell sollen einige Glaubwürdigkeit erstellen. Rosebell Kagumire, eine renommierte ugandische Journalistin, reagierte gegen den Medien-Aufruhr über das Video “Kony2012“, und wirft der „Invisible Children Association ” vor, „mit alten Aufnahmen Hysterie zu erstellen.” [10]. Und Kagumire fügt hinzu: „Die Friedensgespräche in Juba [Süd Sudan] in 2006-2008, haben die Lage stabilisiert und den Weg für ein Ende der Entführungen im Norden Ugandas geebnet; sie sind keine Erfindung der Amerikaner. Es ist das Verdienst der lokalen Zivilgesellschaft und der Friedensaktivisten wie die Acholi Religious Leaders Peace Initiativen (ARLPI), dass es zu einer Verhandlungslösung gekommen ist. In der Tat, im dem Augenblick, wo Amerika beteiligt war, hatten wir eine “Operation Lightning Thunder”- eine militärische [Blitz und Donner]Operation, deren Auswirkungen katastrophal waren, da die LRA den Luftangriffen entkommen konnte und sich in der Demokratischen Republik Kongo und in der Zentralafrikanischen Republik verstreut hat, wo sie weiterhin Menschenrechtsverletzungen begeht, um sich zu rächen” [11].

Das Geschrei um Joseph Kony hat den Anschein einer Operation, die Teil einer größeren Kampagne des AFRICOM und des State Department ist, welche insbesondere auf den chinesischen Einfluss in Zentralafrika zielt, nachdem es gelang, die chinesischen Ölgesellschaften zu zwingen, Libyen zu verlassen und eine neue “Republik” von Süd-Sudan zu schaffen, wo sich viel des für die chinesische Wirtschaft erforderlichen Öls befindet. Diese Teilung des Sudans in Süden und Norden und sein Erdöl war die Konsequenz aus der Entsendung von Spezialeinheiten der USA und der NATO, um “den Völkermord in Darfur zu stoppen”. George Clooney hatte bereits sein Gesicht für die Darfur-Aktion bereitgestellt.

Es stecken gute Gründe hinter dem plötzlichen Interesse des Pentagons und der politisierten NRO für die Aktion in Zentralafrika. Solange die Welt es weitgehend ignorierte, bestand die Politik Washingtons darin, Institutionen wie dem IMF zu erlauben, Länder wie den Kongo auszubeuten undes  westlichen Bergbauunternehmen zu ermöglichen, die Bodenschätze mit hundertfachen Gewinn auszubeuten. Vor einigen Jahren begann sich dies zu ändern, als China seinen Blick in Richtung Afrika und besonders dem Great Rift-Tal zuwendete.

Die laut den Produzenten von “Kony2012” in Frage stehende Region umfasst nicht nur Uganda, wo vor kurzem ein großes Ölfeld  entdeckt wurde, sondern auch Gebiete, die zu den an Bodenschätzen reichsten Staaten der Welt zählen – wie die Demokratische Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik und die von den USA unterstützte Republik Süd-Sudan. Die Region umfasst den besonderen geografischen Bedingungen ausgesetzten Großen Afrikanischen Graben (Great Rift Gürtel); er erstreckt sich über rund 6000 km Länge von Syrien im Norden über das Jordantal und das Rote Meer bis zum Golf von Aden. Hier beginnt im Hochland von Äthiopien der Ostafrikanische Grabenbruch, ein kontinentales Riftsystem, dessen geologische Aktivität die höchsten Berge und die tiefsten Seen Afrikas entstehen ließ. Es durchzieht in zwei großen Ästen ganz Ostafrika bis Mosambik.

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Die rote Linie auf der Karte zeigt die Ost- und West-Kluften des Großen Afrikanischen Grabenbruchs, der 7200 Kilometer vom Süden Afrikas bis zum Roten Meer durchläuft, und in Syrien und in Südwestasien weiterzieht. Diese geologische Erscheinung ist so riesig, dass sie selbst vom Mond aus und für die Space Shuttle-Astronauten deutlich sichtbar ist.

Was die Geologen den Ostafrikanischen Grabenbruch nennen, ist “ein geologisches Weltwunder ” und einer der reichsten Schätze an unterirdischen Mineralien und an großen ungenutzten Reserven von Öl und Gas  [12].

Seit der Entdeckung  eines schätzungsweise 2 Milliarden-Barrel-Öl-Feldes in Uganda durch die britische Ölfirma Tullow Oil im Jahr 2009 hat sich die geopolitische Bedeutung der gesamten afrikanischen Region plötzlich verändert. CNOOC Ltd., die größte chinesische offshore-Öl-Explorationsfirma, schuf ein Joint Venture mit Tullow Oil, um drei Ölfelder im Becken des Albertsee in Uganda zu entwickeln [13].

Laut Geologen könnte “das Ostafrikanische Rift eine der letzten großen Lagerstätten von Erdöl und Erdgas der Erde sein”. In einem kürzlich erschienenen Artikel berichtet die US-Zeitung Time, dass “die seit den letzten 50 Jahren unternommenen seismischen Tests zeigten, dass die Länder der ostafrikanischen Küste reichlich über Erdgas verfügen. Die vorläufigen von Berater zusammengestellten Messungen deuten auch auf massive Ablagerungen von Öl vor der Küste hin“ [14].

Diese Region von Mittel- und Ost-Afrika gilt als eine der vielversprechendsten unerforschten Regionen der Welt für Kohlenwasserstoffe – Öl und Gas. Im Jahr 2010 entdeckte die Texanische Ölfirma Anadarko Petroleum ein riesiges Gas-Reservoir vor der Küste von Mosambik. Schätzungen zufolge sollte Somalia vielleicht 10 Milliarden Barrel unberührtes Erdöl beherbergen . [15] Chronische politische Unruhen und die vom AFRICOM gepflegten Spannungen in der Region kommen den westlichen grossen Ölgesellschaften zugute, da diese versuchen, durch die Kontrolle des Angebots die lächerlich hohen Ölpreise aufrecht zu erhalten; sie  sind somit Hindernisse für die Entwicklung dieses Öls. Während Westafrika und die Maghreb-Länder Zehntausende von Ölbohrungen in den letzten Jahrzehnten erlebten, sind Ostafrika und Zentralafrika, einschließlich des Darfur und Süd-Sudan, Tschad und der Zentralafrikanischen Republik, praktisch Terra Incognita für Ölbohrungen.

All dies steht im Gegensatz zu der populären Debatte über das “Ölmaximum“ (Peak Oil). Weit von der Erschöpfung der Ressourcen von Öl und Gas auf der Erde, entdecken die Öl-Unternehmen jetzt überall, im Osten des Mittelmeers, an der Küste von Brasilien, im Golf von Mexiko, und im Tal des Grossen Grabens in Ost- und Zentralafrika – fast täglich enorme potentielle Reserven.

Öl ist eine der am meisten politisierten Industrien auf der Welt, und bei den vier anglo-amerikanischen Öl-Riesen gibt es ein Maß an Geheimhaltung, das jenes der CIA und des MI6 als schiere Amateure erscheinen lässt. Im Jahre 1956 veröffentlichte der Öl-Geologe von Shell, Marion King Hubbert seine nicht bewiesene These [16], wonach die Ölausbeutung sich gemäß einer Gauss’schen Glockenkurve darstellen lässt. Seither unterhält die Ölindustrie den Mythos der Gefahr einer Ölknappheit. Natürlich dient dies ihrem Ziel, die Kontrolle über die wichtigste Energiequelle in der Weltwirtschaft beizubehalten… Öl und Öl-Kontrolle ist die geopolitische Basis des seit 1945 angekündigten „Projektes des Amerikanischen Jahrhunderts.”

China ändert die afrikanische Geopolitik

Solange Afrika der “vergessene Kontinent” blieb, was unabhängige Öl- und Gasförderung anbelangt, bestand die Politik von Washington darin, es einfach zu ignorieren. Wie der ehemalige südafrikanische Präsident Thabo Mbeki vor kurzem gesagt hatte, “seitdem die USA von der Verpflichtung befreit sind, die Loyalität des unabhängigen Afrika im Kontext der globalen anti-sowjetischen Bekämpfung sicherzustellen, haben sie festgestellt, dass Afrika auch im Kontext der globalen strategischen Sicherheitsinteressen von keinerlei Bedeutung ist“ [17].

Aber Mbeki erklärte dann, dass ab 2007, mit dem Beginn der wirtschaftlichen und diplomatischen Einmärsche Chinas in Afrika alles sich zu ändern begann: “Der internationale Wettbewerb für den Zugriff auf Öl und andere natürliche Ressourcen Afrikas verstärkte sich, einschließlich der von China. China war ein gewaltiger Konkurrent für Einfluss und lukrative Aufträge auf dem Kontinent geworden.” [18].

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Die dritte Ministertagung des Forums der Zusammenarbeit China – Afrika (FOCAC), Peking, 3. November 2006. (Photo Xinhua)

Aber  Washingtons These der “Globalisierung” des Weltwirtschaftssystems lässt es nicht zu, dass jemand von der … von Washington aufgezwungenen Musik abweicht. [19].George W. Bush, hatte es kurz und bündig formuliert: “Entweder sind Sie mit uns oder Sie sind gegen uns“.

Seit der Einladung  von mehr als 40 afrikanischen Staatschefs durch China im Jahre 2006 nach Peking, gefolgt von Staatsbesuchen auf höchstem Niveau in ganz Afrika, welche Industrie- und Ölverträge in Höhe von Milliarden mit diesem “vergessenen” Afrika verzeichnet haben, bemerkte Washington plötzlich, dass etwas im Gang war. Im Jahr 2008 erlaubte Präsident Bush zum ersten Mal dem Pentagon die Schaffung eines Zentral-Kommandos, AFRICOM, für den afrikanischen Kontinent [20]. Wie Daniel Volman, Direktor des afrikanischen Security Research Project in Washington bekannte: “eine Reihe von Entwicklungen, und insbesondere die wachsende Bedeutung Afrikas als eine Quelle von Energie und Rohstoffen – hat das Geschäft radikal verändert. Sie führten zu einer wachsenden wirtschaftlichen und militärischen Beteiligung von China, Indien und anderen industriellen Schwellenländern in Afrika und dem Wiederauftreten von Russland, als wirtschaftliche und militärische Macht auf dem Kontinent. Als Reaktion haben die Vereinigten Staaten drastisch ihre Militärpräsenz in Afrika erhöht und ein neues militärisches Kommando – Afrika Command oder AFRICOM – erstellt, um zu schützen, was sie als ihre “nationalen strategischen Interessen” in Afrika definiert haben. ” Dies bewirkte, was jetzt der “neue Afrika Rush “genannt wird und ist dabei, Afrikas Sicherheitsarchitektur zu ändern” [21].

Schon 2012 wurde China nach Großbritannien der zweitgrößte ausländische Investor in Uganda. Dieses Land ist der Haupt-Investor in den Erdölvorkommen im Süd-Sudan. Im Juli 2007 hat die chinesische Ölgesellschaft CNOOC eine Vereinbarung mit der somalischen Regierung für die Ölförderung in der Region Mudug unterzeichnet, deren Reserven von manchen auf fünf bis zehn Milliarden Barrel geschätzt werden [22]. Unter den chinesischen Investitionen in diesem Teil Afrikas gibt es auch das durch die CNOOC im Jahr 2011 mit Tullow Oil erstellte Joint Venture, welches die ugandischen Felder betrifft [23].

Klar ist, dass “Kony2012” kein Dokumentarfilm, sondern ein Werk der Propaganda ist, welches manipuliert, um den Grund für eine militärische Präsenz des AFRICOM in der mineralreichsten Region der Welt zu fördern, bevor China, und vielleicht auch Indien und Russland sich dort einnisten. Es erinnert an die Kriege der kolonialen Ressourcen des 19. Jahrhunderts; der einzige Unterschied ist die Existenz von Internet und YouTube, welche es ermöglichen mit Lichtgeschwindigkeit Propaganda zu treiben.

Map of Uganda Oil and Gas Discovery

Map of Uganda Oil and Gas Discovery



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