Deutsche Bahn und „Stuttgart“: Das „grüne“ Milliardenloch wächst und wächst…

www.shutterstock.com, Kapi Ng, 686583169

Immer schneller wächst das Loch, das der Stuttgarter Bahnhof „Stuttgart 21“ aufreißt. Das Projekt war einst mit einem Kostenvoranschlag von 2,8 Milliarden Euro gestartet worden. Mittlerweile gehen Kritiker davon aus, die Projektkosten würden sich dereinst auf 10 Milliarden Euro belaufen. Dies sei ein offenes Geheimnis, hieß es aus der „grünen Fraktion“ im Deutschen Bundestag.

Der Fertigstellungstermin wird inzwischen mit dem Jahr 2025 angegeben und liegt demnach weit von den ursprünglichen Planungen entfernt. Einst warnte auch die „Deutsche Bahn“ selbst vor dem Projekt. Eine der mahnenden Stimmen war der heute in der SPD ungeliebte Theo Sarrazin. Die CDU-Politik wollte es damals jedoch wissen.

Grüne Kritik – und dennoch wurde gebaut

Lange Zeit haben die Grünen sich der politischen Widerstandsbewegung in Stuttgart angeschlossen. Am Ende hat der heutige Ministerpräsident Kretschmann wissen lassen, dass er sich an eine Volksabstimmung halten würde. Die Grünen bauen seither in Baden-Württemberg mit. Die einstigen Projektentwickler von der Union sitzen mit in der Regierung.

Die Deutsche Bahn gilt dennoch als „Bauherr“. Sie muss unter den Risiken des Projektes leiden. Aktuell sind einem Bericht des „Handelsblattes“ zufolge die Risiken nur zu weniger als 50 % abgesichert. Denn 4,5 Milliarden Euro sind finanziert. Auf weiteren 3,8 Milliarden Euro bliebe die Bahn dem Bericht zufolge zunächst „sitzen“. Dies wiederum entspricht lediglich dem aktuellen Status, der von Gesamtkosten in Höhe von 8,2 Milliarden Euro ausgeht. Kritiker rechnen mit 10 Milliarden Euro.

Kein Problem ist dies offenbar für Ronald Pofalla, einst Merkel-Getreuer in der Union, heute „Infrastrukturvorstand“ der Bahn. „In der Ruhe liegt die Kraft – und fröhlich bleiben“, so zitiert das Handelsblatt Pofalla aus einer Bilanzpressekonferenz der Bahn vom Frühjahr. Die Bilanz wird sich nach Einschätzung des Handelsblattes jedoch erst ab jetzt mit den Folgen der Stuttgart-21-Fehlfinanzierung zieren. Erst 2018 musste die Bahn erstmalig 0,2 Milliarden Euro selbst zum Projekt „zusteuern“. Ab jetzt wird es wesentlich teurer.

Denn die Bahn kann noch nicht einmal in dem Tempo bauen, das jetzt noch möglich oder nötig wäre. Die Baukosten explodieren der niedrigen Zinsen wegen enorm – an allen Märkten. Die Bahn muss die entstandenen Engpässe nun wie jeder andere Bauherr tragen. Doppelt und dreifach habe der Staat hier daneben gelangt, so die Kritiker.

Und deshalb werden die Kosten auf die erwartbaren 10 Milliarden Euro explodieren, zitiert das Handelsblatt. Zumindest die Landesregierung möchte sich an den Mehrkosten jedoch nicht mehr beteiligen. Die Bahn soll zahlen. Und damit Sie.

Die aktuelle Diskussion um die Mehrkosten wird wahrscheinlich deshalb immerhin verdeckt geführt, um die Sommerpause zu nutzen und die jüngsten Schätzungen schlicht schnell abgehandelt zu haben. Wie beim BER, dem Berliner Flughafen, sind Sie systematisch belogen worden, als Steuerzahler und in diesem Fall auch als Kunde. Wie in vielen anderen staatlich organisierten „Fällen“, wie wir nicht aus dem Auge lassen….

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen