Deutschland darf sechstes atomfähiges U-Boot an Israel liefern

Berlin (afp/IRIB) – Deutschland wird ein weiteres atomfähiges U-Boot der Delphin-Klasse an Israel liefern. Deutsche Verantwortungsträger haben am gestrigen Mittwoch die Zustimmung zum Bau eines neuen atomfähigen Unterseebootes in Deutschland gegeben. Deutschland beteiligt sich mit 135 Millionen Euro am Bau dieses U-Bootes, dem 3. vom Dolphin-AIP-Typ, die mit Atomsprengköpfen bestückbar sind. Dieses Rüstungsgeschäft geht demnach auf eine Übereinkunft der Regierungen beider Staaten aus dem Jahr 2005 zurück, die noch in die Regierungszeit von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) fiel. Damals sei die Lieferung von zwei U-Booten sowie die Option für ein drittes Boot festgelegt worden – jeweils mit einer deutschen Kostenbeteiligung.
Israel hat den NPT-Vertrag nicht unterzeichnet und ist der einzige Atomwaffenbesitzer im Nahen Osten.

http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/133894-deutschland-liefert-weiteres-atomfaehiges-u-boot-an-israel

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Die Meldung stimmt nicht ganz, denn bereits vor dieser Zeit wurden Dolphin-U-Boote geliefert (aus Wikipedia):

  • Dolphin Indienststellung Juli 1999
  • Leviathan Indienststellung Oktober 1999
  • Tekuma Indienststellung Oktober 2000

Im Spätherbst 2005 wurde dann von deutscher Seite der Verkauf von zwei weiteren Booten an Israel genehmigt, die  über den modernen Antrieb mit Brennstoffzellen verfügen. Die Finanzierung erfolgt zu einem Drittel durch die Bundesrepublik und zu zwei Drittel durch Israel. 2011 hat Israel ein sechstes U-Boot der Dolphin Klasse bestellt.

Finanzierung

Die ersten beiden Boote waren ein Geschenk der Bundesrepublik an Israel, während Deutschland und Israel das dritte Boot je zur Hälfte bezahlten. Bei den zwei weiteren 2005 an Israel verkauften Nachbauten subventioniert Deutschland etwa ein Drittel des Kaufpreises, maximal jedoch 333 Millionen Euro. Die ersten drei Boote kosteten jeweils rund 225 Millionen Euro, die beiden weiteren kosten je eine knappe halbe Milliarde Euro und sollen im Jahr 2012 bzw. 2013 ausgeliefert werden. Die Preissteigerung resultiert vor allem aus dem technisch aufwändigeren Brennstoffzellenantrieb. Für das Jahr 2012 hat die Bundesregierung eine Summe von 135 Mio. € in den Haushaltsentwurf eingestellt, um die Anschaffung eines sechsten Bootes für Israel zu unterstützen.

Stationierung

Laut Pressemeldungen hält sich ganzjährig jeweils ein U-Boot mit nuklear bestückten Marschflugkörpern im Persischen Golf auf um eine abschreckende Rolle gegenüber Iran einzunehmen.

Kritik

Die Lieferung ist in Deutschland umstritten, da mit den 65-cm-Torpedorohren atomar bestückbare Marschflugkörper abgefeuert werden könnten. Es wird vermutet, dass Israel bereits seine U-Boote der Dolphinklasse als Atomwaffenträger umgerüstet hat, bestätigt ist dies jedoch nicht. Kritiker befürchten, dass durch die Lieferung das Wettrüsten im Nahen Osten weiter eskalieren könnte. Israel gehört zu den wenigen Staaten, die dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten sind und lehnte 2010 auch eine nicht bindende Resolution der IAEO ab, in der Israel aufgefordert wurde, den Sperrvertrag zu unterzeichnen und Inspekteuren den Zutritt zu seinen Atomanlagen zu gewähren.

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Am 10.10.2003 berichtete der Spiegel:

Deutsche U-Boote zu Atomwaffenträgern umgebaut

Drastische Verschärfung der Situation im Nahen Osten: Israel hat laut Angaben aus US-Kreisen seine von Deutschland gelieferten U-Boote zu Abschussrampen für Atomraketen ausgebaut. Gleichzeitig lässt die Regierung Scharon Pläne für einen Angriff auf iranische Atomanlagen ausarbeiten.

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