Deutschland: Schweigen ist sicherer

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Eine spektakuläre Umfrage erschüttert Teile dieses Landes. Das Meinungsforschungsinstitut Allensbach hat im Rahmen einer Umfrage gleich bei 78 % der Befragten eine beängstigende Furcht festgestellt. Dies sei der Bevölkerungsanteil, der meint, zu „bestimmten Themen“ nicht oder jedenfalls lediglich mit Vorsicht noch frei sprechen zu können. Zudem haben sich auch 68 % aller Jugendlichen nach der kürzlich veröffentlichten „Shell“-Jugendstudie dementsprechend geäußert.

Themen werden tabuisiert

Die Themen sind in der Regel sozial und/oder politisch umstritten. Das Klima, der Islam, sexuelle Orientierungen oder aber die Flüchtlingsdiskussion fielen unter diese Schweigefront. Wer sich äußere bzw. in einer bestimmten Weise äußere, würde mit dem Attribut „phob“ dafür bestraft. Man sei „homophob“, man sei „islamophob“ oder man würde als „Klimaleugner“ bezeichnet, so die vorherrschende Sorge.

Dies dürfte vor allem prominenteren Bürgern Sorge bereiten, die relativ schlecht die entsprechende Etikettierung würden abstreifen können. Auch im kleineren privaten Bereich jedoch dürfte schnell ein entsprechendes Werturteil gefällt sein. Insofern scheint es – gerade auf Basis dieser Umfrage – in dieser Gesellschaft mittlerweile besser und weniger schädlich, die eigene Meinung zu empfindlichen Fragekomplexen nicht zu äußern.

Problematisch in der demokratischen Meinungsfindung ist zudem der Umstand, dass auch Medien sich dieser Angst offenbar unterordnen. Schnell sind Vorwürfe bei der Hand, einer vermeintlichen politischen Gruppierung anzugehören. Schnell sind entsprechende Attribute auch und gerade im Netz in den neuen sozialen Medien formuliert und rasch finden auch entsprechende Vorwürfe ihren öffentlichen Raum.

Die Politik befeuert diese Entwicklung noch. Im Bundestag hieß es kürzlich zum Themenkomplex „Halle“, aus „Meinung“ würden schnell Taten werden. Deshalb seien die gefährlichen Meinungen zu diskreditieren. Dass tatsächlich aus frei verfügbaren Meinungsäußerungen Gewalttaten erwachsen, gilt jedoch wissenschaftlich als äußerst umstritten. Auf die Idee, singuläre Meinungsäußerungen könnten das Verhalten ganzer Gruppierungen beeinflussen, käme noch nicht einmal die Werbewirkungsforschung.

Dennoch: Die Angst vor der Meinungsäußerung ist frei verbreitet. Wir unterwerfen uns dieser Haltung nicht – klicken Sie hier.

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