Die Hintergründe des Türkei-Einmarsches in Syrien

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Das türkische Militär ist, wie angekündigt, im Norden Syriens einmarschiert. Hierzulande reagieren Medien und Politik mit heller Aufregung. Schauen wir uns die Situation dort doch einmal genauer an: Sollte es dort zu bewaffneten Konflikten kommen, könnten dort nun deutsche Panzerabwehrraketen auf deutsche Panzer treffen. Denn deutsche Waffenhersteller haben, mit der Genehmigung der Merkel-Regierung, sowohl die Türkei als auch die Kurden im syrisch-türkischen Grenzgebiet mit Waffen beliefert.

Deutsche Mainstream-Medien und die Merkel-Regierung dürften sich vielmehr darüber aufregen, dass Erdogan jetzt wegen der Kritik an seiner Syrien-Offensive mit einer Flüchtlingsflut durch die Beendigung des EU-Flüchtlingsabkommens droht. Sollte die EU den Armee-Einsatz als Besatzung brandmarken, werde die Türkei den Weg für Flüchtlinge nach Europa wieder freimachen, sagte Erdogan am Donnerstag. „Wir werden die Tore öffnen und 3,6 Millionen Flüchtlinge auf den Weg schicken. Europa ist nicht ehrlich und hat noch nie die Wahrheit gesagt“, so Erdogan. Die EU-Kommission bekräftigte ihre Kritik jedoch und forderte die Türkei zur Erfüllung ihrer Pflichten als Beitrittskandidat auf: „Der Beitritt zur Europäischen Union erfordert, dass sich alle Kandidaten der Außenpolitik der EU anschließen“, sagte eine Sprecherin der Kommission in Brüssel.

Klingt nach Erpressung, denn bislang hat die EU nicht vor, die Beitrittsgespräche mit der Türkei fortzusetzen. Vielmehr hat Erdogan anscheinend mit Trump einen Deal getroffen. Wie dieser genau aussieht, kann nur Spekulation bleiben. Trump hatte jedoch unlängst angekündigt, den „endlosen Krieg“ in Syrien beenden zu wollen und die US-Soldaten nach Hause zu schicken. Trump verteidigte den US-Truppen-Abzug von der syrisch-türkischen Grenze und erklärte, die Konfliktparteien in der Region sowie die Europäer und Russland müssten nun klären, wie es dort weitergehen und was mit den gefangen genommenen IS-Kämpfern geschehen solle.

Die Syrien-Offensive könnte mit den Plänen zusammenhängen, die Erdogan vor knapp einer Woche vorgestellt hat. Erdogan will etwa 2 Millionen der syrischen Flüchtlinge, die sich in der Türkei befinden, in eine 30 Kilometer tiefe Sicherheitszone auf syrischem Gebiet – unter der Mitverantwortung der türkischen Armee – umsiedeln. „Wir werden die Leute in 50 Städten mit 30.000 Einwohnern und in 140 Dörfern mit jeweils 5.000 Einwohnern ansiedeln“, so Erdogan. Das Projekt sei von den Vereinigten Staaten genehmigt worden und könne auf internationale Mittel zählen, so Erdogan. Eine brisante Entwicklung, die vor uns liegt. Lesen Sie hier mehr dazu….

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