Die Mär vom reichen Deutschland: So sieht es wirklich aus

Quelle: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com

Wer in Deutschland lebt, hat es vergleichsweise gut. Verglichen mit Ländern in Südeuropa etwa, in vielen asiatischen Ländern oder auch mit Ländern in Afrika. „Reich“ ist Deutschland jedoch nicht. Diese Mär wird allenfalls in zahlreichen Leitmedien verbreitet. Die meisten von uns sehen den Reichtum allenfalls bei anderen.

Deutschland zahlt und zahlt

Der Reichtum, den wir angeblich verkörpern, spielt immer dann eine Rolle, wenn es um Zahlungen an die EU geht. Deutschland hat alleine im Jahr 2017 annähernd 20 Milliarden Euro an die EU überwiesen. Die beiden bekannten Autoren Matthias Welk und Marc Friedrich haben dargelegt, warum sie Deutschland nicht für reich halten – und zitieren dafür zahlreiche Fakten, unter anderem aus dem „Global Wealth Report“.

Wir haben an dieser Stelle die Zahlen, die unsere Lebenswirklichkeit betreffen, auch vielfach dargelegt. Dennoch: Der sogenannte Medianwert des Vermögens bei uns beträgt 47.000 Dollar. „Median“ ist der Mittelwert, den gerade noch 50 % erreichen oder – in diesem Fall – darunter liegen bzw. der Wert, über dem genau 50 % der betrachteten Gruppe liegen. Er teilt also exakt 1:1 die Gruppe auf und sagt zunächst nichts über die weitere Verteilung. Dieser Median bei den Erwachsenen in Deutschland beträgt 47.000 Dollar, wie beschrieben – in Griechenland dagegen beträgt er 55.000 Dollar und in Frankreich 120.000 Dollar. In Italien darf sich der Medianbürger über ein Vermögen von 125.000 Dollar freuen und in den USA über 55.900 Dollar. Die Medianbürger sind also in anderen wichtigen Ländern schlicht reicher als bei uns.

Die Zahl ist bedeutend. Denn sie erlaubt zumindest die Aussage, dass wir nicht reicher sein können als andere. Unterstützt wird diese These durch eine andere Sichtweise: Die Steuersätze bei uns sind so hoch gewesen, dass eine Familie in Deutschland mit zwei Kindern bei einem Verdienst 12,7 % Steuern zahlen musste. Dieselbe Familie hätte in Irland 1,2 % gezahlt und in Polen -4,8 %.

Es wird Zeit, über den „Reichtum“ in Deutschland, dessen Verteilung und die Last in der EU zu diskutieren. Denn an sich geben wir auch über einen anderen Mechanismus viel Geld an die EU weiter: Die niedrigen Zinsen. Dadurch werden Kredite der Staaten wesentlich günstiger. Haushalte in Deutschland haben in den vergangenen zehn Jahren insgesamt unseren Schätzungen nach mehr als 200 Milliarden Euro verloren. Bei Gesamtvermögen in Höhe von 2 Billionen Euro und einem Zinssatz, der mindestens um 1 Prozentpunkt zu niedrig war, fehlten pro Jahr – sehr konservativ geschätzt – 20 Milliarden Euro. Das sind in zehn Jahren über 200 Milliarden. Die fehlen diesem reichen Land.

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