Die Nato hat unser Land planmäßig und schonungslos vernichtet

von Konstantin Katschalin auf Stimme Russlands am 11.05.2013

In den langen Jahren meiner Arbeit in Belgrad habe ich mich mit der großartigen Familie von Zoran Mladenovic angefreundet.

Zoran hat die wunderbare Ehefrau Snezana, die Tochter Jovana und den Sohn Vuk. Die ganze Zeit, in der die Nato Serbien und Montenegro bombardierte, unterstürtze Zoran die Aufnahmeteams des russischen Fernsehens. Zusammen mit Korrespondenten und Kameramännern gelangte er an die „Brennpunkte“ und sah mit eigenen Augen, was sich in jenen Tagen nicht nur in Belgrad, sondern im ganzen Land abspielte. Wie Millionen von Serben musste er viele tragische und schreckliche Momente erleben. In meinem Tagebuch sind seine Erinnerungen erhalten geblieben:

„Als man am 24. März 1999 begann, unsere Hauptstadt zu bombardieren, fiel die erste Bombe in der Nähe des Hauses, in dem ich ständig Sport treibe. Menschen liefen aus dem Gebäude hinaus und schrieen `Die Nato bombardiert Belgrad!’ Wir erschraken jedoch nicht und setzten unsere Sportbeschäftigung fort. Die meisten Raketen und Bomben fielen auf den Stadtteil Strazavica. Dort hielten sich Einheiten unserer Armee auf. Sie waren unter der Erde stationiert. Deshalb bombardierte die Nato diesen Stadtteil pausenlos, rund um die Uhr. Es gelang ihnen jedoch nicht, die Tunnel zu zerstören.

Meine Frau war damals schwanger, und ich fürchtete sehr um sie. Ich brachte meine Gattin zu Verwandten aufs Land. Aber die Luftwaffe der Nato bombardierte auch dort. Deshalb war ich gezwungen, Snezana nach Budapest zu bringen. Sie wollte Belgrad nicht verlassen, aber ich konnte sie dennoch zum Wegfahren überreden. Zusammen mit meiner Frau reiste auch meine achtjährige Tochter fort.

Ich kehrte nach Belgrad zurück und begann, mit Korrespondenten aus Russland zu arbeiten. Das waren Fernsehjournalisten vom Ersten Kanal, vom NTW und RTR. Ich fuhr sie durch das ganze Land. Wir waren mehrmals in Kosovo und Montenegro und haben ganz Serbien bereist. Also habe ich mit meinen eigenen Augen gesehen, was die Nato-Leute mit meinem Land angestellt haben. Nach der Beendigung der Bombardierungen brachte ich die Ehefrau und die Tochter nach Serbien zurück. Und nach wenigen Monaten schenkte sie mir den Sohn Vuk.

Das Leben und die Gesundheit haben wir zwar retten können, aber unser Grundstück haben wir verloren. Seinerzeit hatte ich an der montenegrinischen Adriaküste 2.500 Quadratmeter Land gekauft. Doch gerade über dieser Gegend, über der Ortschaft Luštica in Montenegro, wurde Uran abgeworfen. Heute sind dort der ganze Boden und das ganze Wasser damit verseucht, und das bedeutet Gefahr für die Menschen. Dabei hat die Nato-Luftwaffe dies mehrere Male getan, und nun ist dieser ganze Raum mit dem pulverartigen Uran bedeckt. Es ist so viel, dass es für mehrere Generationen ausreichen würde. Daher hatten wir Angst um die Gesundheit unserer Kinder und verkauften das Grundstück.

Ich weiß, dass einige meiner Nachbarn, die es nicht vermocht hatten, dieses verseuchte Land zu verkaufen, nach 1999 krank geworden sind. Mein Nachbar, er ist ein Serbe, ein Flüchtling aus Kroatien, wurde schon 1995 in Mitleidenschaft gezogen. Man hat ihn, genauso wie 300.000 weitere Serben, schlicht und einfach aus Kroatien vertrieben und ihnen alles weggenommen. Sein kleiner Sohn erkrankte 2000 an Leukämie. Die Ärzte konnten ihn nicht retten. Der Kleine starb. Viele Menschen brachten Partikel nach Hause mit und erfuhren erst später, worum es sich handelte. Aber es war schon zu spät. Es folgten Krankheit und Tod. Auch unter den Militärangehörigen, die dieses Gelände später entseuchen mussten, gibt es solche, die später krank geworden sind. Manche weilen nicht mehr unter den Lebenden.“

Auf meine Frage, warum die Nato-Luftwaffe die Adriaküste von Montenegro so gnadenlos bombardiert und ob es dort militärische Objekte gegeben habe, die es zu vernichten gegolten habe, antwortete Zoran schlicht, doch deswegen fiel seine Antwort nicht weniger schrecklich aus:

„Dort gab es nur Wald, Berge und einen zwar nicht großen, dafür aber sehr sauberen Strand. Mehr gab es dort nicht. Zwei A-2 Flugzeuge warfen dort ihre Fracht schlicht und einfach ab. Es ist unverständlich, warum sie das taten. Vielleicht meinten sie, es sei zu gefährlich, weiter zu fliegen, und entledigten sich ihrer Munition, um anschließend zu ihren Flugzeugträgern zurückzukehren.“

http://german.ruvr.ru/2013_05_11/Die-Nato-vernichtete-unser-Land-planma-ig-und-schonungslos/

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