Die neue türkische strategische Doktrin

Sibel Edmonds: CIA-NATO wollen Erdogan vor dem Referendum eliminieren
Muslimbruder Erdogan - Nukleare Konfrontation

Thierry Meyssan bemängelt die Deutung des Militärcoups in der Türkei als Manöver der Vereinigten Staaten gegen Recep Tayyip Erdoğan und schlägt eine erweiterte Sichtweise vor, die gleichzeitig den vorherigen Rücktritt von Ahmet Davutoğlu und die Wiederherstellung der Handelsbeziehungen mit Israel, dem Iran und Russland berücksichtigt. Infolgedessen sieht er voraus, welches die neue türkische Strategie sein dürfte.

Im Lauf der letzten drei Monate gab es viele Fehlinterpretationen der Entwicklung in der Türkei, insbesondere zum Rücktritt des Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu (22. Mai) und zum Putschversuch des Militärs (15. Juli).

Vereinigten Staaten
Während des Staatsstreichs wurden mehrere Soldaten von Islamisten der AKP enthauptet und ihre Köpfe in den Bosporus geworfen. Hier schlägt ein Islamist Soldaten, die gefangen genommen wurden, mit der Peitsche. Die Säuberung der säkularen Armee erfolgte ohne jeden Zusammenhang zwischen den Soldaten, die in den Putschversuch verwickelt waren, und denen, die bestraft wurden.

Der falsche Staatsstreich

Durchforsten wir zunächst die Absurditäten in Bezug auf den Staatsstreich. Alle Autoren stimmen in zwei Punkten überein:

- Der Staatsstreich wurde durch die Vereinigten Staaten von der Nato-Basis in Incirlik aus organisiert, wobei er sich auf die Luftwaffe stützte, die durch den multinationalen Konzern Lockheed Martin gesteuert wird.

- Er war zum Scheitern konzipiert, wie das Fehlen von Initiativen gegen sämtliche Führungspersonen des Regimes und seiner Partei sowie gegen das strategische Machtzentrum, den Präsidenten-Palast, beweist. Außerdem steckten einige Putschisten mit Präsident Erdoğan unter einer Decke, da zwei Flugzeuge der Rebellen den Präsidenten bei seiner Rückkehr nach Istanbul begleiteten.

Folglich sind nur zwei Interpretationen möglich:

- Entweder richteten die Vereinigten Staaten eine Warnung an Präsident Erdoğan, um ihn fügsamer zu machen. Sie würden daher auflaufen.

- oder die Vereinigten Staaten und Präsident Erdoğan haben den Staatsstreich zusammen abgesprochen, um das Land von jeder Opposition zu säubern.

Schließlich muss festgestellt werden, dass trotz dem Anschein und den offiziellen Erklärungen diese Säuberung im gemeinsamen Interesse der Vereinigten Staaten und des Präsidenten Erdoğan ist.

Tatsächlich ist die Türkei heute der Pate der Muslimbruderschaft weltweit und ihres bewaffneten Arms, das heißt des internationalen Dschihadismus. In dieser Stellung wird sie weiterhin die Fäden der „syrischen Rebellen“ wie auch von Daesch auf Rechnung Washingtons in der Hand halten. Dummerweise ist diese Position unvereinbar mit ihrer Verbindung zur Nato.

Zunächst dachte Washington daran, das Problem durch Auswechseln des türkischen Präsidenten zu lösen. Die CIA hat deshalb die Umwandlung der HDP (Partei der Minderheiten, hauptsächlich kurdisch) unterstützt, aber diese hat die Wahlen im November 2015, die durch die AKP grob manipuliert wurden, verloren [1]. Washington hat also die Unterstützung Erdoğans akzeptiert, aber beschlossen, die Türkei aus der Nato abzuziehen.

Das Atlantikbündnis war nach dem Zweiten Weltkrieg auf Wunsch der westeuropäischen besitzenden Eliten geschaffen worden, die Angst hatten, auf mehr oder minder demokratische Weise, nach dem Muster des „Prager Putsches“, von den Kommunisten weggefegt zu werden. Während des Kalten Krieges verwandelte es sich in eine Kriegsmaschine gegen die Sowjetunion. Es brauchte also sehr zahlenstarke Heere, weshalb es 1952 die Türkei eintreten ließ. Diese erwies sich als unentbehrlich im Koreakrieg, dann während der Kubakrise. Indessen wurde das Bündnis nach dem Verschwinden der Sowjetunion nicht aufgelöst, sondern 1999 in die Polizei der unipolaren Welt verwandelt (Neues Strategisches Konzept). Seither wurden alle Heere der Nato qualitativ auf diese neue Funktion umgestellt: Ende der Wehrpflicht und Einkauf von technologisch hochwertiger Ausrüstung. Infolgedessen ist die Zugehörigkeit der Türkei zur Nato, die 1952 notwendig war, heute nutzlos geworden.

Obwohl die Allianz alle zwei Jahre ein Gipfeltreffen ihrer Staatschefs abhält, hat Washington ein außerordentliches Treffen für den Juli 2017 in Brüssel einberufen. Man wird dann die Türkei ausschließen, so dass Washington jede Verantwortlichkeit für den internationalen Terrorismus leugnen kann.

Nebenbei ist zu beachten, dass die AKP regelmäßig die Streitkräfte allgemein beschuldigt, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten. So hat sie einen Spielfilm über Gladio, den Geheimdienst von CIA/Nato produziert und mehr als 200 höheren Offizieren die Verschwörung gegen den Staat vorgeworfen (Ergenekon-Prozess) [2]. Nun wurden aber diese Urteile aufgehoben und die Offiziere freigelassen. In Wahrheit hatten sie versucht, Verbindungen zu den chinesischen Streitkräften zu knüpfen, also sich vom Pentagon zu entfernen. Mit Sicherheit wird ihnen heute zu Unrecht vorgeworfen, Putschisten zu sein.

Der einzige Widerspruch, der sich gegen die Deutung des heimlichen Einverständnisses zwischen Washington und Erdoğan vorbringen lässt, ist die Zukunft der Hizmet, der Bewegung von Fehtullah Gülen. Sie ist unverzichtbar für die CIA in Afrika, im Balkan und in Zentralasien, verliert nun aber ihre türkische Finanzierung. In den nächsten Monaten werden wir sehen, welche Alternative Washington vorgesehen hat.

Zu betonen ist nebenbei, dass Gülen keine Verbindung zu diesem Staatsstreich hat, denn er gehört zu einer anderen Islam-Schule, während die Putschisten Kemalisten sind.

Die Entlassung des Ministerpräsidenten

Kommen wir nun zum Rücktritt von Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu, der dem versuchten Staatsstreich um zwei Monate voranging.

Nachdem er in Malaysia Politikwissenschaften unterrichtet hatte, veröffentlichte er 2001 seine Stratejik Derinlik: Türkiye’nin Uluslararası Konumu (Strategische Tiefe). Gestützt auf die Thesen von Dimitri Kitsikis propagiert er einen Neo-Ottomanismus, welcher der Türkei die regionale Stärke zurückgibt. Ihm zufolge muss sich die Gründung eines neuen türkisch-mongolischen Reiches in zwei Abschnitten abspielen. Zunächst müssen wieder diplomatische Beziehungen mit den Nachbarn aufgenommen werden („null Problem mit den Nachbarn“), dann muss in den Nachbarstaaten der Islam gestärkt werden, um sie zu vereinigen.

2003 tritt Davutoğlu in das Kabinett von Ministerpräsident Erdoğan ein und wird bis 2009 sein diplomatischer Berater. In diesem Zeitraum setzt er den ersten Teil seines Programms um und schafft es tatsächlich, alle Nachbarschaftsprobleme zu lösen, die aus der osmanischen Periode herrühren (aber weder die armenische Frage, die auf die Jungtürken zurückgeht, noch die von Henry Kissinger geerbte Zypernfrage). Nachdem er 2009 zum Außenminister ernannt wurde, schließt er diese erste Phase ab, indem er den gemeinsamen Markt Syrien-Türkei-Iran aushandelt und geht dann zur zweiten Phase seines Projektes über. Nach dem Streit zwischen Erdoğan und Peres in Davos (Ende 2009) organisiert er die „Freiheits-Flottille“, um die Hamas zu unterstützen, und begibt sich in den direkten Konflikt mit Israel, das die Mavi Marmara entert, die unter türkischer Flagge fährt. Dann unterstützt er die Muslimbruderschaft in Libyen und nimmt am Umsturz der Dschamahirija (2011) teil. Schließlich unterstützt er noch die Muslimbrüder in Syrien, diesmal gegen die säkulare Republik.

Es bleibt festzustellen, dass diese Politik gescheitert ist und die Türkei in eine Sackgasse geführt hat. Während der zweiten Phase von Davutoğlus Projekt befand Ankara sich erneut in Konflikt mit allen seinen Nachbarn außer Aserbaidschan („null Nachbar ohne Problem“). Deshalb hat Präsident Erdoğan im vergangenen Mai entschieden, die Strategie zu ändern und Davutoğlu durch Binali Yıldırım zu ersetzen. Es geht nach wie vor darum, ein neues türkisch-mongolisches Reich zu schmieden, aber dieses Mal durch den Versuch, zuerst die Türkei zu einen, und dann das Modell auf die Nachbarn zu erweitern.

Yıldırım ist ein Pate der türkischen Mafia, der die Finanzierung der AKP während ihrer Gründung abgesichert hat. Er hat Korruptionsbeziehungen mit den meisten großen türkischen Unternehmen etabliert und führt heute Säuberungen gegen diejenigen durch, die sich ihm widersetzt haben.

Die neue türkische strategische Doktrin hat Ankara bereits dazu geführt, zu mehreren seiner Nachbarn wieder gute Beziehungen, zumindest kommerzielle, aufzubauen.

Ende Juni hat die Türkei in Rom ein Abkommen mit Israel unterzeichnet, durch das die diplomatischen Beziehungen wieder hergestellt werden. Der Handel mit dem Iran auf hohem Niveau hat intensive Wirtschaftsverbindungen trotz des Krieges in Syrien aufrechterhalten. Darüber hinaus haben sich hinter den Kulissen die Beratungen über die kurdische Frage vervielfacht. Schließlich hat Präsident Erdoğan seinem russischen Kollegen Entschuldigungen bezüglich des Suchoi-Abschusses präsentiert und in der letzten Woche die Handelsbeziehungen wieder aufgenommen.

Die kommende Entwicklung

Vier Fragen bleiben offen:

- Die Unterstützung für die Dschihadisten an der Golan-Grenze

Seit Ende 2014 haben sich die Blauhelme der UNDOF aus dem „Niemandsland“, das durch die Uno-Resolution 338 geschaffen wurde, zurückgezogen und wurden mit Unterstützung des Tsahal durch al-Qaida ersetzt. Ich habe die Existenz eines Vertrags zwischen Moskau und Washington aufgedeckt, der Tel-Aviv zur Beendigung der Unterstützung für diese Terroristen und zur Akzeptanz einer Rückkehr der Uno zwingen soll [3]. Man könnte ins Auge fassen, dass die Türkei die Nachfolge antritt, aber da es keinen Kommunikationskanal von der Türkei in den Süden Syriens gibt, ist dies unmöglich. Im Übrigen haben die Briten den Namenswechsel von al-Qaida in Syrien arrangiert („rebranding“), wahrscheinlich um zu versuchen, diese Situation gebrauchsfähig zu erhalten.

- Die Unterstützung für die Dschihadisten im Osten Aleppos

Die Intervention von Jeffrey Feltman, um die humanitären Korridore unter die Kontrolle der Uno zu bringen, beweist, dass die Belagerung durch die Syrische Arabische Armee wirkungsvoll ist – auch wenn die westliche Propaganda vorgibt, sie sei durchbrochen. Nach der Schließung des Kommunikationsweges von der Grenze an wird die Türkei sich in Ost-Aleppo nur mit Unterstützung der Bevölkerung halten können. Sie dürfte sich also schnell zurückziehen.

- Die Unterstützung für die Dschihadisten in Raqqa und Mossul

Nur die Bevölkerung von al-Anbar (Irak) ist ausschließlich sunnitisch und den Dschihadisten zugeneigt. Die Türkei müsste also Daesch in Raqqa bekämpfen, aber in Mossul weiterhin unterstützen. Definitiv ist die Unterstützung eines islamischen Emirats in al-Anbar für Washington der einzige Weg, die „Seidenstraße“ abzuschneiden und gleichzeitig vorzugeben, dass es den Frieden in Syrien befürwortet.

- Die kurdische Frage

Das Vorhaben der AKP, von Frankreich unterstützt und von Washington gebilligt, ist die Schaffung eines kurdischen Staates außerhalb der Türkei und die Abschiebung der Kurden der PKK in diesen Staat. Im Laufe der letzten Jahre ist vereinbart worden, dieses „Kurdistan“ im Norden Syriens in einem arabisch-christlichen Gebiet zu gründen, nachdem es von seinen historischen Einwohnern entvölkert wurde. Dieses Projekt wird von bestimmten PKK-Mitgliedern unterstützt, die auf einen eigenen Staat, egal wo, hoffen und sich keine Gedanken darum machen, in eine genauso unrechtmäßige Situation zu geraten wie Israel in Palästina nach der Nakba. In den nächsten Monaten werden die Kurden also ihre Haltung klären müssen. Bis jetzt waren sie jedermanns Verbündete gegen Daesch, was ihnen ermöglichte, die arabische Stadt Manbij zu befreien und sie als Keimzelle ihres neuen Staates zu betrachten. Von nun an werden sie sich wahrscheinlich in Proamerikaner und Prorussen aufteilen. Es wird also möglich sein, die Machbarkeit eines „Kurdistan“ auf nichtkurdischem Grund und Boden einzuschätzen.

Letzten Endes, wenn alle diese Fragen gelöst sind und die Diktatur sich fest eingerichtet hat, dann wird die Türkei erneut versuchen, ihr Modell auf die Nachbarn auszudehnen, wahrscheinlich zuerst auf jene, die vor ihren Methoden feige die Augen verschließen.

Übersetzung:  Sabine

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12 Kommentare

  1. @NoWW3
    Zitat: “Erdogan dürfte nicht über Nacht zum Musterdemokraten … mutiert sein“.
    Dieses irrsinnige Propagandawort “Demokraten”! Schon Friedrich der Große warnte vor diesen “Demokraten” (wie er sie damals nannte, erinnere ich nicht mehr, auch worauf er Bezug nahm – eine Bewegung in den Niederlanden? In der Schweiz? In einem Staat des Heiligen Römischen Reiches? – und ich bin zu Faul jetzt alle Texte noch mal durchzusehehn). Und er sagte voraus, daß diese “Demokraten”, einmal an der Macht, sofort andere Länder überfallen und eine Gewaltherrschaft errichten würden!
    Und er hat doch allein recht behalten!

    Die “Musterdemokratie” (“exceptionalism”) USA hat sich von Beginn der Staatsgründung an durch Massenmord und -vergewaltigung ausgezeichnet. Erst im Inneren (Indianer, Sklavenhandel), dann hat man sich die Nachbarn vorgeknöpft (Mexiko, Spanien Hawaii usw.) und heute werden überall auf der Welt Staaten und ihre Bürger zu Tode gebombt oder verstümmelt!
    Der US-Präsident hat eine eigene Tötungsliste! Unter Monarchen und Fürsten hat es das nur recht selten gegeben (Cromwell und Robespierre waren keine Monarchen!). Und schon die heutige massenweise Folterung von tausenden und abertausenden von Personen (Guantanamo, etliche Folterschiffe, ausgelagerte Folterungen (Usbekistan usw.) usw.) dürfte sogar den hartnäckigsten “König” oder “Kaiser” zutiefst geschockt haben!

    Und mit geht es nicht um die USA. Die Bürger hier sind doch genauso wie die dort. Steinmeier war nach Guantanamo geflogen um einen verschleppten Deutschen unter “hochnotpeinlichen” Verhältnissen zu verhören – nicht um ihn zu befreien!
    Unser BRD-Regierung nimmt doch an diesen abscheulichen Verbrechen stets teil. Und hat die BRD-Bevölkerung was dagegen? Nö, hat sie nicht!
    Und die vielen Morde an unbequemen Journalisten und Zeugen! Ja, der “Clinton-Trail”! Aber das ist doch nicht neu. Auch unzählige Zeugen zu 911 wurden ermordet. Auch unzählige Zeugen der Morde an den beiden Kennedys wurden ermordet. Auch bei uns haben die Stammheim-Häftlinge doch keinen “Selbstmord! begangen (und es gab auch hier, in der BRD, noch mehr staatliche Morde)! Hat die Bevölkerung der BRD je etwas dagegen gehabt? Nö!

    Warum funktioniert die “Demokratie” nicht?
    1.) Unser Vorfahren haben die Könige und Fürsten vertrieben, weil “das Volk” die Staatsgeschäfte selbst führen sollte – nicht irgendein egoistischer/bekloppter Monarch.
    Aber sieh Dich um, NoWW3, nehmen denn unser Mitbürger ihre “Staatsgeschäfte” wahr? Nein! Sie wollen auch nur einen Papa (Helmut Kohl) oder eine Mama (Angela Merkel) haben. Und um die Staatsgeschäfte wollen sie sich keinesfalls kümmern (“Ich habe genug eigene Sorgen!”). sie wollen bloß Landes”kinder” sein und einen Papa oder eine Mama haben, die alles macht.
    Das sind Monarchisten! Jetzt wo wir aber keine Monarchie mehr haben, haben sich inzwischen Gangsterbanden unserer Staaten bemächtigt!

    2.) Und warum sind das “Monarchisten”?
    Das sind Monarchisten, weil es nur ganz wenige “echte Menschen” sind. Eure Majorität der Nicht-Menschen (das Wort “Unmenschen” verkneife ich mir jetzt mal) ist für eine Demokratie nicht geeignet! und wir “echten Menschen” sind einfach zu wenige (2% ?).

    Eine echte Demokratie muß auf Aufrichtigkeit und Wahrheit beruhen – nicht auf der Vorenthaltung von “Herrschaftswissen”. Solange eure Majorität unsere Minderheit der Menschen täuscht, ist Demokratie und “Menschlichkeit” nicht wirklich möglich. Und zumutbar wäre es doch sicherlich, einem Menschen, gerade wenn man vorgibt, diesen ‘zu lieben’ (Freundin, Freund, Ehemann, Ehefrau, Sohn Tochter, Bruder, Schwester) einmal zu sagen: “Hör mal, wenn Du Mensch denkst, kriegen wir andern das mit, sei also ein bißchen vorsichtig mit dem Denken”?
    Wenn man sich die Kopfhörer wegdenkt, paßt dieses doch ganz gut: http://gerhardseyfried.de/die-gedanken-sind-frei-denkst-du/

  2. @NoWW3 (unten: August 17, 2016 at 10:59 PM)
    Zunächst einmal dürfte die gezielte US-israelische Vertreibungspolitik in Syrien und im Irak mit dem Ausscheren der Türkei ihr Ende finden. Denn vom Nahen Osten her gibt es kein (selbständiges) “Flüchtlingsproblem”, sondern allein ein “Vertreibungsproblem”.
    Zur Vertreibungspolitik siehe:
    http://www.pravda-tv.com/2015/10/wikileaks-depeschen-zeigen-plan-zur-strategischen-entvoelkerung-von-syrien-und-eu-fluechtlingskrise/#comment-147152

    Wenn wir z. B. Syrien wieder aufbauen (die Städte dort sehen schlimmer aus als die deutschen Städte 1945), können die Syrier wieder zurück. Dasselbe gilt für den Irak. Und dasselbe gilt für Somalia: Bereits Anfang der 1990er Jahre zerstörte (auch) die Bundeswehr Somalia. Seitdem herrscht Hunger ist Somalia, die Fischgründe werden von EU-Trawlern leergefischt und Berlin betreibt eine abartige Besetzungspolitik mit Hilfe der äthiopischen Diktatur – siehe: http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59420 .

    Der Wiederaufbau Syriens ist von allen gerecht denkenden Deutschen zu fordern. Denn die BRD führt schon seit 2012 einen völkerrechtlich geächteten “Angriffskrieg” gegen den Staat Syrien: Hier ein Artikel aus 2012: http://www.antikrieg.com/aktuell/2012_11_29_derstaat.htm . Inzwischen hat Berlin sogar regelrechte Bundeswehreinheiten in Syrien einfallen lassen (gegen den Protest der syrischen Regierung!), die den Staat Syrien weiter zerstören sollen. Insbesondere die ethnische Zersplitterung des Iraks und Syriens durch Unterstützung der irakischen und der syrischen Kurden betreibt Berlin. Siehe dazu z. B. “Deutsches Kriegs-Know-how” – http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59421 .

    Diese nicht nur mörderischen sondern auch kostspieligen Abenteuer der israelisch gelenkten berliner Politik könnten jetzt ins Leere laufen, wenn die Türkei sich auf die Seite derjenigen stellt, die den Nahen Osten befrieden wollen.

    • Hallo Janu,

      Zustimmung in allen Punkten, nur sehe ich da nicht nur israelische und amerikanische Politiker, die das verbockt haben, sondern schaue da eher hinter die Kulissen zu den GeldsaeckenOligarchenGrosskapital. Die Politiker dürften lediglich die Springer und Türme auf dem Schachbrett sein.

      Aber ansonsten hast Du hier definitiv recht, meiner Meinung nach.

      Im Falle Erdogans war es so, dass der sich volle 38 Mal als “Esbaskan”,das bedeutet in dem Kontext soviel wie Mitinitiator, geoutet hatte. Der Chefredakteur der Regierung kritischen und wirklich anspruchsvollen Tageszeitung Cumhuriyet (Republik), Can Duendar ist regelrecht zur Flucht bzw. Zur Aufgabe seines Postebs gedrängt worden, nachdem er wochenlang eingesperrt gewesen war, nur weil er seiner Berufspflicht zur Information nachgekommen war. Er informierte die Öffentlichkeit in der Türkei über Waffenlieferungen in syrische Gebiete bzw. Wer da wie involviert gewesen war. Das war seine einzige Schuld.Man will ihn wegen Vaterlandsverrates in den Knast stecken. Duendar ist meiner Meinung nach einer der letzten wirklich grossen Journalisten, ein überzeugter Demokrat im positiven Sinne und ein vorbildlicher atatuerkkonformer Laizist.

      Ich höre immer mehr, dass Kemalisten die Türkei wohl verlassen werden. Diese Menschen werden auch bald Hilfe nötig haben.

      Wie Du schreibst, dass es bereits ein gutes Stück Hilfe wäre, wenn z.B. die USA ihren Hintern aus Syrien herausgegeben würden, so dass Asad in Ruhe aufräumen kann (mit den Leuten, die ER sich aussucht),das wäre schön mal die halbe Miete. Bildu g ist ein weiterer Faktor. Und da haben natürlich auch gewisse Leute was dagegen. Gebildete Leute findet man eher selten bei den Islamisten (auf irgend eine Uni gegangen zu sein und irgendwas nachzuplappern, was man indoktriniert bekam macht einen nicht gebildet), das sind eher die Menschen, die ganz einfach gestrickt sind, die man mit mittelalterlichen Gedankengut noch Ködern kann bzw. Leute mit einer pervertierten Art Profilneurose, die sich für etwas Besonderes halten, für auserwählt, denn nur sie kommen in den Himmel.

      Und gerade solche Typen suchen sich die Oligarchen, um mit denen zusammenzuarbeiten bzw. Sie dazu zu bringen, das zu tun, was sie wollen und diese Spacken merken das noch nicht einmal in ihrem Narzissmus.

      Wir können nur hoffen, dass Asad und Putin besonnen bleiben. Und ihren Job weiter machen.

      • @NoWW3
        Ich mag Erdogan durchaus nicht. Und ich bezweifle nicht im mindesten, daß der von Dir erwähnte Journalist (von dem ich nichts weiß) zu Unrecht eingesperrt und terrorisiert wurde.
        Schon seit Jahren habe auch ich (mit vielen Anderen) darauf hingewiesen, daß gerade Erdogan die ISIS unterstützt (Handel mit in Syrien/dem Irak gestohlenem Öl, Krankenversorgung für verletzt ISIS-Terroristen, Bombardierung Syriens mit Kanonen von der türkischen Grenze aus, Bombardements der türk. Luftwaffe in Syrien usw.).

        Aber auch Bösewichter stoßen auf ihre Grenzen und insbesondere auf die Realität.
        Thierry Meyssan weist ja darauf hin, daß sich Erdogan durch die Auswechselung des Ministerpräsidenten offenbar von seinem pubertären Traum des “Neo-Ottomanismus” verabschiedet hat. Ich muß hier Thierry Meyssan glauben und folge ihm gerne, weil ich das wegen unzureichender Kenntnisse nicht selbst beurteilen kann.
        D. h. dann aber auch, daß Erdogan nicht mehr an einer Zerschlagung der Staaten Irak und Syrien interessiert sein kann, sondern – im Gegenteil – dort stabile und funktionierende Staaten wünschen muß. Dann käme auch wieder ein für die Türkei sehr lukrativer Export in diese Länder ins Spiel – so wie noch vor etlichen Jahren/Jahrzehnten.

        Zitat: “Ich höre immer mehr, dass Kemalisten die Türkei wohl verlassen werden.
        Die Kemalisten haben sich seit mehr als einem halben Jahrhundert in den Dienst der US-Politik gestellt. Kemal Atatürk selbst hätte so was niemals gemacht. Die heutigen “Kemalisten” sind also gar keine Parteigänger Kemal Atatürks, sondern geradezu seine Verräter! Auch die zahlreichen – und mit vielen grausamen Morden und “Säuberungen” verbundenen – Militärputsche dieser “Kemalisten” hätte Atatürk mit Sicherheit scharf mißbilligt.
        Wäre Erdogan nicht so ein abartiger religiöser Fanatiker, hätte aus ihm ein echter Nachfolger Kemal Atatürks werden können. Aber so ….

        Zitat: “Und gerade solche Typen suchen sich die Oligarchen
        Ja, Oligarchen herrschen allenthalben und die “Politiker” sind ihre Strippenpüppchen. Erdogan hängt nach meiner Einschätzung aber hier noch am wenigsten an “Strippen”. Auch in Teheran und Damaskus (Assad) dürfte dies weniger der Fall sein. Obama, Clinton-Trump , Putin(!), Merkel-Schäuble-Steinmeier-Gabriel, Hollande usw. sind selbstverständlich “Strippenpüppchen”.

        Glücklicherweise ziehen die globalen Oligarchen aber nicht alle am selben Strick, sondern bekämpfen sich ggf. sogar. Das ist dann so ähnlich wie bei den Kämpfen zwischen verschiedenen Mafien. Man erinnere sich an das “Valentinstag-Massaker” (1929) in Chicago, das in Billy Wilders Film “Manche mögen’s heiß” so herrlich auf die Schippe genommen wird.

    • Zusatz: Mal sehen, was dieses Ausscheren wirklich bringt.

      Erdogan dürfte nicht über Nacht zum Musterdemokraten bzw. Superlaizisten und Russlandfreund mutiert sein. Das ist lediglich Kalkül und meiner Meinung nach ein Akt auf dem Drahtseil. Dieser Mann hat es in den letzten Jahren geschafft, so ungefähr mit jedem Nachbarn über Kreuz zu kommen. Vergiss den Jet nicht, den der hat abschiessen lassen (wobei er da wohl auf Hilfe zurückgreifen könnte, weil innerhalb von 17 Sekunden geht es nicht, dass sowohl hier die Info über den Jet eintrifft und sofort die Bomber parat sind.So was dauert und ist nur möglich, wenn man bereits oben in der Luft vor Ort war, meiner Meinung nach) Putin hat das sicher nicht vergessen und ich denke (und das verrät auch seine Mimik bei den Gesprächen mit Erdogan) der weiss genau, dass er vorsichtig sein muss.

  3. Also hier mal eine andere Sicht…-muss kein Widerspruch sein sondern nur eine andere Betrachtungsebene.. :-)

    “„Türkisch-russischer Tanz“ – Wie Erdogan & Putin den Westen austricksen!
    12. August 2016
    von Guido Grandt”
    http://www.watergate.tv/2016/08/12/tuerkisch-russischer-tanz/
    “…Ich aber sage Ihnen, warum die EU überhaupt kein Interesse daran hat, die Beziehungen zur Türkei ganz aufs Spiel zu setzen. Es geht nämlich keineswegs um die Lösung der Flüchtlingskrise oder um die Diskussionen um die Todesstrafe oder den Putsch. Auch wenn es Ihnen so von den EU-Politikern und den Medien verkauft wird. Vielmehr geht es um etwas ganz anderes. Um etwas Elementares: Um die Sicherung der Zufuhrwege von Erdöl und Erdgas nach Europa!…
    Damit die Europäer ihre Energie-Abhängigkeit vom dem in Ungnade gefallenen Russland reduzieren können, arbeiten sie mit Hochdruck daran, alternative Zufuhrwege nach Europa zu schaffen. Und zwar mit zwei neuen Großprojekten….”

    • So sehr anders sehe ich das gar nicht. Weil das an und für sich der Grund für dieses Greater Middle East Project sein dürfte, zumindest einer der Gründe. Die Annäherung an Putin seitens Erdogan sehe ich so, daß dieser Druck auf den Westen ausüben will, weil er sieht, daß dieser einsehen musste, daß die Moslembruderschaft nicht wirklich moderat ist, sondern ihr eigenes Süppchen kochen wollte. Die mussten da ein wenig umdisponieren und das wiederum passt Erdogan nicht. Trotz allem will dieser aber weiterhin Macht und Geld, wie alle (eingesetzten) Autokraten und dieser Putsch kam dem da grade recht.

      Die Annaeherung an Putin sehe ich nicht wirklich, sondern das ist reines Kalkül seitens Erdogan, da kann man auch darauf warten, daß diese vermeintliche Allianz schneller auseinanderfällt, als sie geschmiedet wurde, insbesondere Putin traue ich es durchaus zu, die Intentionen Erdogansche schnell zu durchschauen bzw. Eine Grenze zu ziehen, wo dieser seine eigenen Pfründe bedroht sieht. Putin ist, im Gegensatz zu den meisten EU Politikern, ein kluger Stratege.
      Und ich vermutet zudem bei ihm, dass er sich sehr gut an ein russisches Ziel erinnert, das Jahrhunderte alt ist: Eine Annexion der Türkei an Russland. So wie Erdogan mit dem Westen umgesprungen ist, das kann der mit Russland nicht bringen, da müssten die Leute verdammt schnell Russisch lernen und nicht das, von der AKP ins neue Schulwesen verfrachtetevon Erdogan gegenueber dem Tuerkischen favorisierte Arabisch.(gebt Euch das mal: der möchte, dass bereits Grundschüler Arabisch lernen. Welche Schlussfolgerung könnte man daraus ziehen? Wäre es nicht viel naheliegender, den Kindern Englisch, Französisch oder deutsch beibringen zu wollen bzw. In neuester Zeit Russisch? Alleine das spricht doch Hände, wohin die Reise gehen soll. Im osmanischen Reich sprach die Oberschicht ausser türkisch und osmanischen übrigens Französisch. Also nicht einmal der Neoosmanismus ist echt!)

      Ich persönlich vermute, dass diese Entwicklung so unerwünscht gar nicht ist, seitens der Geldsaecke, weil hinter dem Ganzen steckt so viel Konfliktpotential, dass die sich jetzt bereits die Hände reiben dürften, wegen der Aussichten alleine schon Waffen ohne Ende zu verkaufen ganz abgesehen vom “Neuaufbau” dann, genau so, wie das z.B. in Lybien abgelaufen ist. Laut dem Greater Middleeast Project wird die Türkei geteilt werden. Und ich vermute, das GMP ist nur ein Teil eines noch viel größeren Projektes.

  4. Ich stimme oft mit Thierry Meyssan überein, halte diese seine Einschätzung jedoch für völlig abwegig,

    Nichts an seiner Analyse vermag zu überzeugen. Warum soll dieser “zum Scheitern konzipierte” Putschversuch von Washington unternommen worden sein? Die beiden möglichen taktischen Ziele der US-Politik, die uns Meyssan dafür anbietet, überzeugen nicht.
    Das erste möglich Ziel, das Meyssan angibt – “Entweder richteten die Vereinigten Staaten eine Warnung an Präsident Erdoğan, um ihn fügsamer zu machen” – entwertet er selbst mit dem Nachsatz: “Sie würden daher auflaufen” (gemeint ist wohl
    “”Sie würden DAMIT auflaufen”). Und in der Tat, Erdogan zu warnen/zu maßregeln ist nicht nur jetzt erkennbar kontraproduktiv gewesen, sondern das wäre auch von vornherein absehbar gewesen.
    Und das zweite möglich US-Ziel – “oder die Vereinigten Staaten und Präsident Erdoğan haben den Staatsstreich zusammen abgesprochen, um das Land von jeder Opposition zu säubern.” macht doch keinen Sinn. Die US-Politik (wie die israelische Politik) ist doch gerade immer auf beiden Seiten der Politik eines fremden Landes: Auf Regierungsseite wie auf Oppositionsseite (parlamentarische wie außerparlamentarische Opposition). – bei uns z. B. erkennbar auch auf Seiten der DIE LINKE.
    Warum sollte die US-Politik, diese erfolgreiche Strategie plötzlich über Bord werfen wollen?

    Auch die weiterhin angegebene vermeintliche Absicht der US-Politik – “Man wird dann die Türkei ausschließen, so dass Washington jede Verantwortlichkeit für den internationalen Terrorismus leugnen kann.” – ist doch völlig absurd! Die US-Politik kann doch die US-Gründungen von Al Kaida (Afghanistan, Osama Bin Laden) oder der ISIS (Am Ende des zweiten Irak-Kriegs, 2003) auch ohne die Türkei nicht leugnen! Washington unterstützt bis heute die ausländischen Söldnerarmeen, die Krieg gegen den Staat Syrien führen, doch SELBST und nicht über die Türkei. Die Terroristen werden eben einfach als “gemäßigte Rebellen” bezeichnet. Teile von Al Kaida werden einfach mal eben umbenannt und fertig. Außerdem ist da noch die Grusel-Diktatur Saudi Arabien, die den USA gefällig ist, da sie ihre Existenz allein den USA (und in der Frühzeit: den Briten) verdankt. Saudi-Arabiens schämt sich die US-Politik doch auch nicht!

    Alle ‘Gründe’, die Meyssan für seine Analyse angibt, verfliegen schon nach der ersten kurzen Betrachtung!
    Und man muß sich fragen, warum Meyssan so ein Zeugs schreibt. Denn immerhin war es gerade Meyssan der schon seit Jahren darauf hinwies, daß die Türkei (auf Betreiben der US-israelischen Politik) offenbar zerschlagen werden soll. Siehe dazu z. B. http://www.voltairenet.org/article189149.html . Will Meyssan jetzt seine klarsichtige Warnung von damals vernebeln?? Diese Artikel Meyssans gibt mir Rätsel auf.

    Jetzt zu etwas anderem, zu einem Nebenthema: ERDOGEN IN MOSKAU: Da gab es wohl nicht nur “Friede, Freude, Eierkuchen”! Siehe: http://alles-schallundrauch.blogspot.co.at/2016/08/der-psychokrieg-zwischen-putin-und.html

    • Hallo Manuel,

      Ich denke da an z.B. Can Duendar, der wohl hier seinen investigativ Journalismus an den Tag gelegt hatte und deswegen sozusagen sogar vor Gericht gestellt wurde. Da gibts Lesestoff zuhauf im Netz drüber, auch Huesnue Mahalli hatte darüber berichtet. Menbic soll da eine gewisse Rolle spielen. In der Türkei pfiffen es die Spatzen von den Dächern, daß z.B. Terroristen aus Syrien aus dem islamistischen Spektrum wieder zusammen geflickt worden waren, das medizinische Personal an der Grenze meldete sich da oft genug an Zeitungen, die nicht unter staatlicher Kontrolle sind. Derzeit wird geplant, islamistische Flüchtlinge in Gegenden anzusiedeln, wo von Aleviten bewohnt sind, die Leute versuchen dies zu verhindern und werden damit wohl eher nichts erreichen.

      Könnte hier stundenlang schreiben………

      Thierry sieht das im Großen und Ganzen meiner Meinung nach völlig richtig.

      Demokratie geht definitiv anders und da wird an etwas gebastelt, was man sich so nicht wünschen kann, denke ich. Daß Erdogan eventuell nochmals ganz andere Ziele verfolgt und seinerseits hier Leute und Gruppen benutzt, das könnte ich mir sehr gut vorstellen. Man muss sich nur einmal ansehen, mit welchen innertuerkischen politischen Gruppen er konform geht. Der BBP z.B., einer islamistisch-turanistischen Partei.

      Und für die USA ist dieses derzeitige Chaos dort eher positiv. Ungeachtet der Annaeherung an Putin. Diese Annaeherung ist meiner Meinung nach nicht echt bzw. Nicht von Dauer, weil da ideologisch betrachtet Welten dazwischen liegen bzw. Starke Interessenkonflikt dagegen sprechen.

    • Zusatz zu Deinem vorletzten Absatz:

      Genau auf diese Teilung im Kontext des Greater Middle East Projects dürfte das Ganze hinauslaufen, zumindest erst einmal. Denn im Grunde dürfte Erdogan bereits von Anfang an sein ureigenes islamistischen Moslembruder-Sueppchen mit turanistischer Einlage gekocht haben. Darauf hatte ich bereits früher mal hingewiesen.

      Egal, was sich da zusammengebaut: Für die Menschen in der Region dürfte dies erst mal einen Rückschritt ins Mittelalter bedeuten, der im Lande nicht erst seit diesem (ob nun von den USA gefördert oder nicht) “Putsch” stattfindet.

      Meyssan dürfte hier wohl nur darin daneben liegen, wenn er meint, daß es sich bei den Putschisten um Atatuerkanhaenger gehandelt habe. Denn das TR Militär ist wohl bereits zu sehr von Islamisten unterwandert. Und diese Unterwanderung geschah eindeutig auf ausdrücklichen Bemühungen der islamistischen (nicht konservativen) AKP.

  5. Danke, für den sehr guten Artikel.
    Der einzige Punkt, den ich hier gravierend andre sehe, ist der, daß diese Putschisten keine Kemalisten waren, das waren genau die Vielen Anhänger, die die AKP selber, dort hin verfrachtet hatte, wo die Typen dann letztendlich auch saßen.

    Erst ab dem Finanzskandal 2013, wo kistenweise die Schwarzkohle aus den Villen der Politikersproesslinge gekarrt worden waren und Vielen dies moniert hatte, fiel eben jener in Ungnade, der Spruch Davutoglus “Was habt ihr verlangt, was euch nicht gegeben wurde” wurde legendär.

    Nicht desto trotz denke ich, daß das ein Roehmputsch war, initiiert sowohl von Erdolf als auch von den USA, vergesst nicht, Erdogan will ebenfalls eine Durchsetzung des Greater middle East Projects, als dessen Mitinitiator er sich geoutet hatte, und hat öffentlich ca. 40 mal.

    Dürfte auch der Grund gewesen sein, daß man den an die Macht katapultiert hatte, trotz lebenslangen Politikverbotes und islamistischen Gesinnung.

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