Die schwedische Lösung zur Corona-Durchseuchung: Medien in Deutschland mit Falschdarstellung

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Die schwedische Lösung bei der Durchseuchung der Menschen im Land mit dem Corona-Virus wurde in Deutschland erneut falsch dargestellt. Schweden war im Umgang mit dem Virus und den getroffenen Maßnahmen deutlich liberaler als etwa die Merkel-Regierung. Schwedens Bevölkerung durfte bei weitem nicht alle gewohnten Freiheiten nutzen, wie es fälschlicherweise hieß, allerdings blieben Restaurants mit bestimmten Beschränkungen oftmals geöffnet. Das Ziel Schwedens: Die Bevölkerung könne schneller durchseuchen, womit die Immunisierung rascher vorhanden sei als bei anderen Strategien – durch Erkrankung. Nun gibt es erste Zwischenergebnisse, die in Deutschland prompt falsch dargestellt wurden.

Der deutsche Argwohn

Der Argwohn sitzt tief. Denn Deutschland ist bezogen auf die Anzahl der Verstorbenen scheinbar glimpflich davongekommen, so jedenfalls die Wahrnehmung im Vergleich zu Frankreich oder Italien und Spanien. Allerdings fällt der internationale Vergleich schon sehr viel bescheidener aus. Zudem hat Deutschland mit seiner relativ geringen Bevölkerungszahl die neuntmeisten Infektionen weltweit – und dies sogar “absolut” mit fast 178.000 Fällen (kurz vor dem Wochenende). Relativ ist Deutschland bezogen auf die Zahl der Infizierten zur Einwohnergröße auf einem Level mit Dänemark (dort 97 Todesfälle, hier 99 Todesfälle pro 1 Million Einwohner).

Nun zu den Zahlen: Nur 7,3 % der Stockholmer Bewohner haben der jüngsten Studie nach Ende April Antikörper ausgebildet. Dies wurde hier als enttäuschend bezeichnet und dargestellt. Tatsächlich dauert es bei einer solchen Untersuchung allerdings, bis sich die Antikörper ausgebildet haben. Aktuell sollen nach einer Schätzung des Staatsepidemiologen Anders Tegnell etwas mehr als 20 % der Einwohner Stockholms infiziert sein oder infiziert gewesen sein. Demnach besteht ein höheres Potenzial, dass sich deutlich mehr Antikörper herausbilden oder inzwischen herausgebildet haben: 15 % bis etwas mehr sind möglich.

Zudem haben sich beispielsweise im Hotspot Madrid mit dramatischen Einschränkungen bis dato 10 % der Menschen infiziert. Das legt zumindest die Vermutung näher, dass Schweden katastrophale Ergebnisse abliefert – mit dem weitgehenden Verzicht auf dramatische Einschränkungen. Wie weit die Durchseuchung und Herausbildung von Antikörpern tatsächlich ist, werden wir erst in einigen Monaten wissen – anders als viele Kommentatoren in den großen Medien. Übrigens: Deutschland wendet in etwa dieselbe Strategie wie Schweden an, nur mit deutlich mehr Einschränkungen. Denn auch wir warten bei einem R-Faktor von etwa 0,75 lediglich auf einen schützenden Impfstoff. Mehr schaffen wir bei uns nicht. Das vergessen die meisten Medien.

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