dm-Gründer Götz Werner: Armut endlich abschaffen

Quelle: YAKOBCHUK VIACHESLAV/shutterstock.com

Götz Werner ist der Gründer der Drogeriekette dm und hat das Unternehmen selbst 35 Jahre lang erfolgreich geführt. Heute ist Götz Werner 74 Jahre alt und wirbt regelmäßig für die Einführung eines Grundeinkommens in Deutschland. Werner ist einer der größten Verfechter der Idee des Grundeinkommens, denn damit könnten Menschen zwar bescheiden, aber in Würde leben, so Werner. Das Grundeinkommen, davon ist Werner überzeugt, wird eines Tages so selbstverständlich sein, wie das Frauenwahlrecht, sagt er in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“.

Götz Werner setzt sich seit Jahren deshalb so vehement für die Idee ein, weil „die Gesellschaft so produktiv sei, wie niemals zuvor in unserer Geschichte“. Man könne immer mehr Menschen mit Gütern und Dienstleistungen versorgen, gleichzeitig müssten die Menschen immer weniger Arbeitskraft dafür aufwenden. Obwohl man in Deutschland wie im Schlaraffenland leben könnte, herrsche hier noch immer Armut, die sogar von Monat zu Monat steige, kritisiert Werner.

Vor allem Kinder und Rentner in Deutschland seien von Armut betroffen. Und deswegen komme die Diskussion um das Grundeinkommen immer wieder hoch. Götz Werner fordert, dass Arbeit und Grundversorgung voneinander entkoppelt werden müssen, sodass jeder Mensch menschenwürdig leben könne. Damit hätte jeder die Möglichkeit, mit seiner Arbeitskraft vom „Sollen zum Wollen“ zu gelangen, also zu Freiheit und Kreativität.

Die hohe Kinderarmut gibt Götz Werner besonders zu denken, deshalb sage ihm die Idee vom Kindergrundeinkommen als erste Stufe des bedingungslosen Grundeinkommens besonders zu. Schließlich seien Kinder unsere Zukunft. Sie sollen Dienstleistungen und Güter erzeugen, damit Rentner versorgt sind. Hartz-IV sei im Übrigen ein „menschenunwürdiges System“, das baldmöglichst abgeschafft werden sollte. Dadurch falle viel Bürokratie weg und der Weg sei frei für das Grundeinkommen.

Werner ist der Ansicht, dass das Grundeinkommen mit einer reinen Konsumbesteuerung finanziert werden könnte. Kinder sollen 500 Euro bekommen und später, im zweiten Schritt, Erwachsene 1000 Euro. Menschen würden nicht notwendig faul, meint der Unternehmer. Schon immer hätten Menschen dafür Geld bekommen, dass sie nichts machen würden. Man würde wegen 1.000 Euro also nicht automatisch zum Faulpelz. Hier würde eher der Sinn der Arbeit in Frage gestellt. Zudem wäre das Grundeinkommen für Frauen ohne Rentenansprüche eine sichere Einkommensquelle.

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